Der Umbau der ehemaligen Grundschule Locherhof wird das größte Projekt in der Geschichte der Gemeinde. Foto: Herzog

Für das Haushaltsjahr 2025 schafft die Gemeinde mit einem Plus von 84 000 Euro gerade noch so den Haushaltsausgleich. Die Prognose vor einem Jahr lag mit 358 000 Euro noch deutlich höher.

Der Ergebnishaushalt 2025 weist im Vergleich zum aktuellen Haushaltsjahr eine erhebliche Verschlechterung aus.

 

In seiner Haushaltsrede im Gemeinderat sprach Bürgermeister Franz Moser deshalb von einer ernsten Lage. Die Leichtigkeit sei dahin. Ständig gestiegene Einnahmen hätten es in den vergangenen Jahren ermöglicht, viele Bedürfnisse zu befriedigen. Nun seien Einbrüche spürbar. „Unser Denken ist von Wachstum geprägt. Die Realität geht aber in eine andere Richtung“, stellte der Bürgermeister fest.

Vor einem Jahr sei man davon ausgegangen, 2025 ein positives Ergebnis von rund 350 000 Euro zu erreichen. Im aktuellen Entwurf sei nur noch ein Plus von 84 000 Euro veranschlagt. Bis zur Beschlussfassung am 17. Dezember könne sich das noch weiter ändern.

Schwarze Null

Eschbronn gehöre aber immerhin zu den wenigen Gemeinden im Kreis, die eine schwarze Null ausweisen könnten. „Zur Wahrheit gehört auch, dass wir das nur schaffen, weil unsere Abschreibungen gering sind. Im Umkehrschluss bedeutet das einen hohen Investitionsstau“, so Moser.

Die Last der Gemeinde liege im Zustand der Straßen und Einrichtungen. Von daher zeichneten die Zahlen ein schiefes Bild. Für Eschbronner Verhältnisse sei in den vergangenen Jahren viel investiert worden, insbesondere in die Attraktivität für Kinder und Familien. Damit seien Strukturen geschaffen worden, die hinsichtlich der Folgekosten Spielräume ermöglichten.

Dennoch könne nicht geleugnet werden, dass andere Projekte nach hinten gerückt seien. Auch der Haushalt 2025 sehe große Investitionen vor.

Erschließung des Gewerbegebiets

Schwerpunkte seien das Kindergartenprojekt mit 4,4 Millionen Euro und das Sanierungsgebiet Ortsmitte Mariazell mit 3,5 Millionen Euro. Weitere Maßnahmen seien die Erschließung des Gewerbegebiets „Ziegelhüttenweg“ sowie Grundstücksan- und -verkäufe.

Das Investitionsprogramm von 2,8 Millionen Euro passe ob der aufziehenden schwarzen Wolken nicht in die Zeit. Allerdings könne die Kindergartenmaßnahme nicht geschoben werden. „Mit dieser ehrgeizigen Planung und den feststehenden Ausgaben für die Flurneuordnung sind unsere Möglichkeiten ausgeschöpft“, machte Moser deutlich.

Kämmerin Manuela Götze stellte den Haushalt im Detail vor. Ihr zufolge hat sich der Ergebnishaushalt in den vergangenen drei Jahren um mehr als 900 000 Euro verschlechtert. Zur Finanzierung der Investitionen sei die Gemeinde auf Zuschüsse angewiesen.

Wenig Spielraum für Einsparungen

Zu Beginn des Haushaltsjahres 2025 verfüge sie über liquide Mittel von circa 2,6 Millionen Euro, die Ende 2025 auf rund 175 000 Euro schrumpfen.

Jonas Preuss riet angesichts der geringen Liquidität Ende 2025 zu Einsparungen, wo irgendwo möglich. Außerdem wollte er wissen, wie realistisch 465 000 Euro Eigenmittel für die Ortsmitte Mariazell seien.

Für Einsparungen habe die Gemeinde wenig Spielraum, so Moser. Er könne nur hoffen, dass es gute Ausschreibungsergebnisse gäbe.

Was zusätzlich umgesetzt werden soll, müsse über Kredite finanziert werden. „500 000 Euro werden unsere Grenzen noch nicht sprengen. Ich befürchte aber, dass wir den Bewilligungsbescheid zur Aufnahme in das Landessanierungsprogramm erst im Sommer 2025 bekommen werden. Dann werden 2025 wenig Mittel abgegriffen“, folgerte Moser.

Den Haushaltsentwurf 2025 billigten die Räte einstimmig.