Noch dieses Jahr, dann wird es wieder besser. Zwölf Monate sollten die Straßen und Gebäude, an denen die Stadt spart, durchhalten.
Annähernd 1,8 Millionen Euro. So viel hat die Stadtverwaltung schon mal in Eigenregie bei den laufenden Ausgaben und Unterhaltungsmaßnahmen aus dem neuen, früher so genannten Verwaltungshaushalt gepresst. Dies bedeutet, dass auch an der Infrastruktur gespart wird. Was bekanntlich auf die Dauer teuer wird, wie man bundesweit allein an den Brücken lernen kann.
Die Kämmerei hat bei der Einbringung des Haushalts am 16. Dezember gleich vorgewarnt: Mehr als diese 1,8 Millionen sind an Einsparungen nicht drin. Wenn’s denn mehr sein müsste, geht es ans Eingemachte. So salopp drückt man das im Verwaltungsdeutsch allerdings nicht aus. Da wird geschrieben, dass „weitere Einsparungen nur noch über strukturelle und dauerhafte Maßnahmen möglich“ seien.
Die Ortschaftsräte hatten reichlich Diskussionsstoff
Was mag sich hinter diesem Satz alles verbergen? Rein zufällig fällt einem die Nachbarschaft ein: Haigerloch hat im zurückliegenden Jahr den Anstoß dafür gegeben, sich von zahlreichen kommunalen Gebäuden zu trennen. Aber so einfach geht das nicht. Die Ortschaftsräte hatten reichlich Diskussionsstoff, und entschieden ist noch nichts.
Hechingen verkauft zwar nicht, drückt bei seinen städtischen Gebäuden aber auf die Bremse. Es gibt eine extra Liste, damit die Einwohnerschaft sieht, wo alles gespart wird. Nichts investieren in den Unterhalt, hat irgendwann Grenzen erreicht. Zum Beispiel beim Gymnasium: Die Modernisierung der Toiletten im Erdgeschoss steht mit Kosten von 650.000 Euro im Plan.
Jungingen und Rangendingen werden beteiligt
Dann die Realschule. Ob die jemals nicht mehr im Haushalt auftauchen wird? Am Hechinger Ratstisch glaubt man kaum mehr daran. Im Jahr 2026 hinterlässt das Gebäude trotz aller bisherigen Ausgaben weiterhin seine Spuren, unter anderem durch neue Heizungsleitungen, Mängelbeseitigungen nach der Brandverhütung und die Sanitäranlagen im Hauptgebäude. Bei der Sporthalle der Realschule findet sich die Elektrotechnische Anlage wegen Mängeln im Planentwurf (30.000 Euro). Wegen der ständigen Investitionen hat Hechingen beschlossen, auch Jungingen und Rangendingen an der Begleichung der Rechnungen zu beteiligen. Was daraus wird, ist derzeit offen.
Eine längere Diskussion hat es im Bauausschuss des Gemeinderates gegeben über ein teures Projekt am Stadtrand: In der Stauffenbergstraße soll der Gehweg erneuert werden. Dafür stehen 290.000 Euro im Plan. Am Ratstisch hätte man vielleicht lieber die Straße selbst saniert, doch die bleibt so marode, wie sie ist.
Warten muss genauso das Rathaus in Schlatt
Hechingen und seine Straßen, eine niemals endende Geschichte! Dabei sollte man bei aller Kritik daran denken, dass extreme Holperstrecken wie zum Beispiel der obere Teil der Neustraße, Sache des Landkreises sind. Und es geht ja immer ein bissle etwas beim kommunalen Fahruntergrund: 60.000 Euro zum Beispiel sind geplant für die Instandsetzung der Mössinger Straße in Beuren.
Der kleine Stadtteil mit dem weiten Blick ins Württembergische (vom Rundweg aus) muss wie berichtet auf seinen zweiten Fluchtweg nach Belsen verzichten: Mössingen hat wegen permanenter Rutschungen die Sanierung des Schleichweges gestrichen und die Verbindung ins Hohenzollerische zum Forstweg erklärt. Hechingen dagegen hat den Untergrund oberhalb von Boll erfolgreich in den Griff bekommen: Die neue Zufahrt nach Maria Zell, offiziell übergeben kurz vor Weihnachten, steht mit 50.000 Euro auch noch im neuen Haushaltsentwurf.
Sanierungsarbeiten geplant
Wer regelmäßig den Friedhofsparkplatz auf Heiligkreuz benutzt, wird an dieser Ausgabe nicht unbedingt zweifeln: 80.000 Euro sind dort für Sanierungsarbeiten geplant. Noch mehr in die Tasche greifen will beziehungsweise muss Hechingen auf Heiligkreuz für die Dachsanierung der Leichenhalle und des Wohngebäudes (250.000 Euro). Einen vorletzten Knopf an die Hochwasserschutzprojekte bedeutet die Ufersicherung des Zellerbachs in der Bollemer Zollerbergstraße. Zurück in die Kernstadt: Beim „Museum“, an dem 2025 das Dach des Küchentraktes geflickt werden musste, stehen jetzt der Umbau der Lüftungsanlage und der Brandschutz für 100.000 Euro auf der Liste.
Insgesamt erreichen die Unterhaltungsmaßnahmen im Ergebnishaushalt, dem früheren Verwaltungsetat, 2,2 Millionen Euro. Beachtlich: Die nicht aufgenommenen Unterhaltungsmaßnahmen summieren sich auf knapp über eine Million Euro.
Was allein die neun Rathäuser der Gesamtstadt Hechingen an Unterhalt verschlingen, kann sich vorstellen, wer selbst in einem Altbau wohnt: Nie ist man fertig! Hechingen hat in der Kernstadt ein eingetragenes Denkmal als Verwaltungsgebäude, erbaut in den 50er-Jahren. Fürs Handwerk bedeutet dies goldenen Boden. Allerdings nicht 2026! Gestrichen beziehungsweise aufgeschoben sind unter anderem Sanierungsarbeiten an der Fassade und den Fenstern (25.000 Euro).
Warten muss genauso das Rathaus in Schlatt, wo Fassade und Fenster zur Renovierung angestanden wären. Nach Beuren geht ein erneutes Bedauern wegen des projektierten Dorftreffs im früheren Feuerwehrhaus: Dafür gibt es dieses Jahr leider keine 47.000 Euro, wie ursprünglich einmal vorgesehen.