Archivfoto: Bohnert-Seidel Foto: Archivfoto: Bohnert-Seidel

Sanierungen, Solaranlagen, Bebauung – Friesenheim will im kommenden Jahr viel investieren. Mit einem Anstieg der Pro-Kopf-Verschuldung bei den Eigenbetrieben um 266 Euro hat die Gemeinde den Haushaltsplan für 2023 verabschiedet.

Friesenheim - Investitionen in Millionenhöhe sind für die kommenden Jahre für die Eigenbetriebe Wasser und Abwasser in Friesenheim vorgesehen. "Mit Sicherheit wird es eine Gebührenanpassung geben. Nicht 2023, nicht 2024, sondern spätestens Ende 2027", teilte Rechnungsamtsleiter Joachim Wagner bei der Verabschiedung des Haushalts für die Eigenbetriebe mit.

Alle Prognosen würden jedoch auf der Voraussetzung basieren, dass es keine galoppierende Inflation gebe und die Zinsen nicht noch höher stiegen. Joachim Wagner geht aktuell davon aus, dass bis 2027 mit einer Anpassung des Preises für Wasser und Abwasser um gut einen Euro auf 4,43 Euro und der Niederschlagswassergebühr um 13 Cent pro Quadratmeter auf 40 Cent gerechnet werden muss. Allein für die Kläranlage ist in den kommenden Jahre mit Investitionen zwischen 15 und 20 Millionen Euro zu rechnen.

In die Wasserwerke werden kanpp zwei Millionen Euro investiert

Insgesamt steigt die Pro-Kopf-Verschuldung bei den Eigenbetrieben von 891 Euro auf 1157 Euro. Hohe Investitionen treiben die Kosten besonders nach oben. Die größten Kostentreiber sind die Eigenbetriebe Wasserwerke und die Abwasserbeseitigung. Für den Eigenbetrieb Baggersee ist bereits ab dem 1. Januar 2023 eine Gebührenanpassung beschlossen. Kreditaufnahmen sind für den Eigenbetrieb Bauland für die künftigen Neubaugebiete Eschental und Kloster sowie für die Installation von Solaranlagen berücksichtigt.

Bei dem Eigenbetrieb Wasserwerke in Friesenheim betragen die Investitionen knapp zwei Millionen Euro. 750 000 Euro davon sind für die Einbindung des Tiefbrunnens ins Netz vorgesehen. Planungsraten in Höhe von jeweils 200 000 Euro stehen an für die Neuausweisung von Wasserschutzgebieten bei den Tiefbrunnen Friesenheim und Oberschopfheim sowie einem dritten Tiefbrunnen. Eine weitere Planungsrate in Höhe von 100 000 Euro ist für eine Förder-Speise-Leitung sowie der zweiten Förderleitung vom Tiefbrunnen Oberschopfheim zum Hochbehälter Vollmereiche vorgesehen. Die Kreditaufnahme beträgt 1,9 Millionen Euro.

605 000 Euro werden für den Baggersee investiert

Investitionen in Höhe von 870 000 Euro sind für den Eigenbetrieb Abwasserbeseitigung eingeplant. Sanierungen stehen in der Elektrotechnik, Messtechnik, Regelungstechnik, Steuerungstechnik und Anlagentechnik der Pumpwerke in der Bahnhofstraße und am Campingplatz sowie den Regenüberlaufbecken an. 100 000 Euro sollen außerdem die Abwasserleitungen in der Friedenstraße kosten. Eine Planungsrate für das "Oberweirer Ried" steht mit 200 000 Euro im Haushalt sowie Planungsraten für die Regenüberlaufbecken in Heiligenzell und Oberschopfheim. Die Kreditaufnahme liegt hier bei 864 000 Euro.

Für den Eigenbetrieb Naherholungsgebiet Baggersee Schuttern sind Investitionen in Höhe von 605 000 Euro veranschlagt. 350 000 Euro entfallen auf die Sanierung des Seehauses. Die Gesamtkosten der Sanierung (650 000 Euro) teilten sich auf die Haushaltsjahre 2022 und 2023 auf. Ein geplantes Geländer an das Mehrzweckgebäude zur Absturzsicherung kostet 20 000 Euro und Brücken weitere 100 000 Euro. Für die Ertüchtigung des Stromverteilers des B-Platzes sind 100 000 Euro vorgesehen. Die Kreditaufnahme liegt bei 585 000 Euro.

Aus Bauplatzverkäufen sollen 200 000 Euro eingenommen werden

120 000 Euro sind für den Eigenbetrieb Photovoltaikanlage eingeplant. Davon werden 40 000 Euro in Photovoltaikanlagen auf dem Dach "Soziales Wohnen in Schuttern", 30 000 Euro in Anlagen auf dem Dach des Mehrzweckgebäudes am Baggersee und weitere 50 000 Euro in Anlagen auf weiteren Gebäuden der Gemeinde investiert.

Für das Kloster in Heiligenzell (Eigenbetrieb Friesenheimer Bauland) sind 170 000 Euro für Grunderwerb, Bebauungsplan und Straßenbau veranschlagt. Der Bebauungsplan und die Umlegung "Eschental" soll 450 000 Euro kosten. Sonstiger Grunderwerb ist mit 330 000 Euro vorgesehen. Aus Bauplatzverkäufen wird 2023 mit Einnahmen in Höhe von 200 000 Euro gerechnet. Weitere Kredite in Höhe von 888 000 Euro sollen künftig folgen.

Verschuldung steigt an

Die Pro-Kopf-Verschuldung bei den Eigenbetrieben, die im Haushaltsplan 2023 insgesamt 1157 Euro beträgt, setzt sich wie folgt zusammen: Wasserwerke 429 Euro (310 Euro im Vorjahr), Abwasserbeseitigung 398 Euro (361 Euro im Vorjahr), Naherholungsgebiet Baggersee Schuttern 156 Euro (117 Euro im Vorjahr ), Photovoltaikanlage 20 Euro (13 Euro im Vorjahr), Friesenheimer Bauland 152 Euro (88 Euro im Vorjahr).