Um die Einbringung des Haushalts 2026 kümmerte sich das Dotternhausener Gremium bei der Sitzung vergangene Woche.
Die Zahlen erläuterte Nathalie Lehr, die beim Gemeindeverwahltungsverband (GVV) Oberes Schlichemtal, dem auch Dotternhausen angehört, für das Finanzwesen verantwortlich ist. Das ursprünglich gesetzte Ziel einen „ausgeglichenen Haushalt beziehungsweise einen Überschuss im Finanzhaushalt zu erreichen“ könne, laut Lehr, nicht erreicht werden.
Denn für das Jahr 2026 wird im Ergebnishaushalt mit einem Minus von 975.379 Euro gerechnet. Ordentlichen Erträgen von 6.708.610 Euro stehen Ausgaben von 7.683.989 Euro gegenüber. Bei den Erträgen entfallen 1.520.500 Euro auf den Gemeindeanteil an der Einkommenssteuer und 1,2 Millionen auf die Gewerbesteuer.
Im Finanzhaushalt wird mit einem Saldo von 402.190 Euro bei Einzahlungen von 6.434.310 Euro und Auszahlungen von 6.836.500 Euro gerechnet, ein Kredit müsse vorerst nicht aufgenommen werden, könnte aber 2027 erfolgen, zumal die Liquidität nach derzeitigen Zahlen bis 2028 negativ werden würde.
465.000 Euro für Sanierung des Kindergartens
„Auch die Sanierung der Kindertagesstätte kommt ohne Kreditaufnahme aus, erst bei weiteren infrastrukturellen Großvorhaben wie der Retentionsbodenfilteranlage oder der Sanierung des Hochbehälters wird diese voraussichtlich notwendig werden“, verkündete Dotternhausens Bürgermeisterin Marion Maier. In die Sanierung des Kindergartens werden für den Finanzhaushalt 2026 465.000 Euro eingestellt.
Für den im Juli 2025 eingeweihten Bauhof, den Maier in ihrer Haushaltsrede als „nicht nur funktionales Gebäude, sondern auch Symbol für eine leistungsfähige kommunale Infrastruktur“ bezeichnete, sind 2026 500.000 Euro geplant, wobei sich die Belastung auf „nur“ 200.000 Euro beläuft, da Einnahmen in Höhe von 50.000 Euro durch den Ausgleichsstock und in Höhe von 250.000 Euro durch das Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum generiert werden können.
In Frage stellte der erste stellvertretende Bürgermeister Freiherr Georg Cotta von Cottendorf die Summe von 210.000 Euro für die Anschaffung von Fahrzeugen für den Bauhof. „Der TÜV für den LKW des Bauhofs läuft nächstes Jahr ab, aber vielleicht besteht bei der Anschaffung die Möglichkeit des Leasings“, ging Maier auf diese Anregung ein.
Für Kanalsanierungen im Rahmen der Abwasserbeseitigung sind 100.000 Euro eingeplant, die Sanierung der Hochbehälter für die Wasserversorgung schlägt mit 50.000 Euro zu Buche, die Erneuerung des Kunstrasenplatzes wird nach Abzug von Zuschüssen mit 35.000 belastet.
Schwarze Null
Positives gebe es laut Maier allerdings zum Haushalt 2025 zu vermelden, denn dieser werde „aufgrund der Verzögerungen infolge der europaweiten Ausschreibungen bei der Sanierung und Erweiterung der Kindertagesstätte voraussichtlich mit einer sehr deutlichen schwarzen Null abgeschlossen werden“.
„Der Haushalt 2026 ist kein Haushalt des Überflusses, sondern ein Haushalt der Abwägung, der zudem Prioritäten setzt und Bodenständigkeit mit Zukunftsorientierung und Vorsicht mit Investitionsbereitschaft verbindet“, resümierte Maier. „Unser Ziel ist es, die Lebensqualität in Dotternhausen zu erhalten und weiterzuentwickeln und dieses nachhaltig, regional verankert und mit Augenmaß. Aber nicht alles wird gleichzeitig möglich sein.
Investitionen im Rahmen von 1,5 Millionen bis zwei Millionen Euro
Auch weiterhin streben wir Investitionen im Rahmen von 1,5 Millionen bis zwei Millionen Euro an, aber wir müssen uns auf unsere Pflichtaufgaben und deren nachhaltige Finanzierung konzentrieren, was bedeuten kann, dass gute, aber momentan nicht umsetzbare Ideen vorübergehend zurückgestellt werden müssen“, meinte Maier, die auf eine „interkommunale Zusammenarbeit mit Dautmergen und Dormettingen“ und auf eine „verstärkte Kooperation“ im GVV Oberem Schlichemtal, der sich als „wichtiger Baustein, um Aufgaben effizient zu erfüllen und Fachkompetenz zu bündeln erweist“, setzt.
Die Einbringung des Haushalts in dieser Form wurde vom Gremium abgesegnet, welches zudem mehrheitlich den Antrag von Freiherr Cotta von Cottendorf aufgrund der unklaren Lage die für die Jahre 2027 bis 2029 mit jeweils 10.000 Euro eingeplanten Einnahmen für eine etwaige Einführung einer Grundsteuer C nicht in die Haushaltspläne für die folgenden Jahre zu übernehmen, ablehnte. Zustimmung fand hingegen der Wirtschaftsplan 2026 für den Eigenbetrieb Nahwärme, der bei Erträgen von 370.000 Euro und Aufwendungen von 602.200 ein Jahresergebnis von minus 232.200 für 2026 aufweist.