Schömbergs Finanzgürtel muss enger geschnallt werden. Foto: Pixabay

Der Gemeinderat Schömberg wurde mit den – überwiegend roten – Zahlen des Haushaltsplans 2026 konfrontiert. Die Beratung erfolgt im Januar.

„Können wir uns das wirklich leisten?“, ist die treibende Frage, die die Stadt Schömberg sich bei der Beratung des Haushalts 2026 stellen muss.

 

Stadtkämmerer Marcel Seid äußerte sie direkt zu Beginn seines Vortrags vor dem Gemeinderat, der gemeinsam mit dem Ortschaftsrat Schörzingen am Mittwochabend tagte.

Ein neuer Hallenboden gefällig?

Explizit den Boden in der neuen Sporthalle zu erneuern, würde die Liste der zehn größten Vorhaben für 2026 anführen. Mit rund 214 000 Euro würde die Maßnahme zu Buche schlagen, weswegen Seid dem Gremium dringend dazu rät, das Vorhaben auf ein anderes Jahr zu verschieben. Eine weitere Sparmaßnahme besteht darin, den Schlepper des Bauhofs für 27 000 Euro reparieren zu lassen anstatt einer Neuanschaffung.

Unterhaltungsmaßnahmen für die Alte Schule

Die weiteren Posten der Liste sind den Schömbergerinnen und Schömbergern größtenteils bereits bekannt, da es sich um Vorhaben handelt, deren Umsetzung sich über mehrere Jahre erstreckt. Wenn der neue Hallenboden gestrichen wird, rücken auf Platz eins die Unterhaltungsmaßnahmen für die Alte Schule mit beachtlichen 200 000 Euro nach. Es folgen die Straßenunterhaltungen in Schömberg mit 100 000 Euro und die Außensanierung des Bürgerhauses Schörzingen mit 80 000 Euro.

Die restlichen Posten der Top Ten Geldfresser belaufen sich auf jeweils 50 000 Euro oder darunter und berücksichtigen das Gewerbegebiet Birkenweg sowie IG Nord, die Gebiete Lehenbrunnen II und Brühlen sowie Schörzingens Straßenunterhaltung und eine Heizung für Schörzingens öffentliche Gebäude.

800 000 Euro im Minus

Wieso die optionalen Posten, in die die Stadt investiert, mit weiser Sorgfalt erwählt werden müssen, wird in der Sitzungsvorlage wie folgt erläutert: Der Haushaltsplanentwurf weist im Ergebnishaushalt ordentliche Erträge in Höhe von rund 14 880 000 Euro und ordentliche Aufwendungen in Höhe von rund 15 680 000 Euro und somit ein ordentliches Ergebnis in Höhe von rund minus 800 000 Euro auf, welches gleichzeitig das Gesamtergebnis darstellt. Dieses Ergebnis sollte eigentlich mindestens Null betragen. Dadurch wird sichergestellt, dass die verbrauchten Ressourcen in gleicher Höhe wieder erwirtschaftet werden und keine Generation für die Schulden der vorherigen aufkommen muss.

Darüber hinaus verweist Seid in seiner Vorlage darauf, dass die Stauseestadt mit ihrem Problem nicht alleine ist: „Einen sogenannten ausgeglichenen Haushalt können jedoch nur die wenigsten Kommunen vorweisen. Nichtsdestotrotz sollte versucht werden, dieses Minus zu verringern, um der Null näher zu kommen.“

Mittel reichen nicht, um Kredite zu tilgen

Auch der Finanzhaushalt schreibt rote Zahlen. Den Einzahlungen aus laufender Verwaltungstätigkeit in Höhe von rund 14 250 000 Euro stehen Auszahlungen aus laufender Verwaltungstätigkeit in Höhe von rund 14 260 000 Euro gegenüber. Es ergibt sich ein Zahlungsmittelbedarf – also ein Minus – von rund 15.150 Euro. Dabei sollte dieses Ergebnis positiv sein und die Höhe der Kredittilgungen abdecken.

Einzahlungen aus Investitionstätigkeiten sind im Haushaltsplanentwurf 2026 mit rund 4 640 000 Euro beziffert und die Auszahlungen mit rund 6 570 000 Euro. Zwei Punkte sind erforderlich, um die eingeplanten Investitionen finanzieren zu können: zum einen die Aufnahme eines Investitionskredits in Höhe von 1,7 Millionen Euro, zum anderen die Rückholung des Darlehens, der dem Eigenbetrieb Wasserversorgung aus dem Kernhaushalt heraus zur Verfügung gestellt wurde.

Kleiner Trost durch Steuereinnahmen

„Schwarzbrot statt Sahnestückle, so muss wohl das Resümee für die Haushaltsplanung 2026 ausfallen mit Blick auf die finanzielle Lage der Kommunen und unsere Stadt macht hier grundsätzlich keine Ausnahme“, startet die Haushaltsrede von Schömbergs Bürgermeister Karl-Josef Sprenger recht pessimistisch.

Immerhin konnte der Schultes doch noch erfreuliche Hinweise einstreuen: „Bei uns in Schömberg gehen wir bei einem insgesamt zu niedrigen Aufkommen im Vergleich mit Kommunen gleicher Größenordnung von nur leicht sinkenden Gewerbesteuereinnahmen aus.“ Dies rühre daher, dass die Anzahl der Gewerbesteuerzahler durch betriebliche Ansiedlungen der letzten Jahre in der Breite zugenommen habe. Auch Ansiedlungen, die noch nicht umgesetzt sind, spülen durch entsprechende Vereinbarungen bereits heute Finanzmittel in die Stadtkasse. Eine Steigung von knapp 173 000 Euro im Bereich der Steuern und Abgaben erwartet die Stadt. Auch ein Mehr an 200 000 Euro soll es für Zuweisungen und Zuwendungen geben.

Das Gremium nahm den Haushaltsplanentwurf 2026 zur Kenntnis, beraten wird in der ersten Sitzung des neuen Jahres.