Der Haushalt von Kappel-Grafenhausen für 2026 ist in trockenen Tüchern. Auch wenn die Gemeinde schuldenfrei bleibt, die finanziellen Rücklagen werden kleiner.
Die Gemeinde bleibt auch in diesem Jahr schuldenfrei. Allerdings steht im jüngst einstimmig beschlossenen Haushalt 2026 ein Minus von knapp 1,8 Millionen Euro. Daher geht die Gemeinde an ihre Rücklagen, die liegen bei etwas mehr als 11 Millionen Euro. Mit Blick auf die kommenden Jahre rechnet die Verwaltung mit einem Abschmelzen der Rücklagen. 2029 wären es den Schätzungen zufolge nur noch 1,15 Millionen Euro an liquiden Mitteln.
Angesichts der Zukunftsprognose für Kappel-Grafenhausen rechnet Rechnungsamtsleiter Hans-Peter Zeller damit, dass der Blick in Richtung Anpassungen bei Gebühren und Steuern gehen wird. Diese Entscheidungen lägen aber in der Hand des Gemeinderates, stellt der Kämmerer klar.
In diesem Jahr erwartet die Gemeinde im Ergebnishaushalt Erträge von rund 15 Millionen Euro denen Aufwendungen in Höhe von 16,8 Millionen Euro gegenüberstehen. Der größte Anteil an den Erträgen der Gemeinde haben die Steuern und Abgaben. 6 775 850 Euro erwartet das Rechnungsamt.
Verwaltung erwartet mehr Gewerbesteuereinnahmen
Ein Blick in das aufgeschlüsselte Zahlenwerk zeigt: Neben dem Gemeindeanteil an der Einkommensteuer (3 354 350 Euro), macht die Gewerbesteuer mit geschätzt 1,7 Millionen Euro einen beträchtlichen Teil aus. Und der wird sich, so rechnet die Verwaltung, deutlich größer sein als noch im Vorjahr.
Das erwartete Plus (300 000 Euro) erkläre sich durch die wirtschaftliche Lage in der Gemeinde. So spiele dabei das Gewerbegebiet eine Rolle, erklärt Zeller die Prognose. Unternehmen, die sich im Gewerbepark „Rhinova“ ansiedeln, spülen Geld in die Gemeindekasse. So lässt sich etwa der Lebensmittelzulieferer „Chefs Culinar“ im „Rhinova“ nieder und baut dort einen 15-Millionen-Bau.
Größter Posten bei den Aufwendungen bleiben die Personalkosten 5 744 150 Euro werden für das Jahr veranschlagt, noch mehr als in 2025 (5 636 450). Die Gründe: „Bei den Personalaufwendungen wurde in der Hochrechnung für die Beschäftigten die bereits vereinbarte Tariferhöhung ab Mai berücksichtigt. Für die Beamten wurde die aus dem letzten Jahr noch ausstehende Erhöhung um 5,5 Prozent eingeplant.
Offene Stellen, die im Jahr 2025 schon veranschlagt waren, konnten nun endlich besetzt werden“, heißt es in den Unterlagen. Die Verwaltung rechnet auch bei der mittelfristigen Finanzplanung bis 2029 mit einem weiteren Anstieg der Personalkosten. Auch wenn die Rücklagen der Gemeinde abnehmen werden, wird investiert. Etwa 600 000 Euro sind für Abbruch, Sanierung und Umbau des Gebäudes in der Rathausstraße 4 eingeplant. Der Rathausanbau soll 400 000 Euro kosten, die selbe Summe ist für die Erschließung und den Hochbau der Naturkita eingeplant, ebenso für die Umstellung der Straßenbeleuchtung auf LEDs. Auch in die Gemeindestraßen soll Geld fließen, insbesondere in die verlängerte Friedrichstraße (380 000 Euro).
Eine gute Nachricht hat Kappel-Grafenhausens Kämmerer noch. „Das Ergebnis war besser als die Planung“, erklärt Zeller mit Blick auf die vergangenen Jahre. Sprich: Finanziell sah die Bilanz am Ende besser aus als gedacht. Ob das auch nach diesem Jahr der Fall ist, bleibt abzuwarten.