Bei der Einbringung des Haushaltsplanentwurfs drängt der Inzlinger Bürgermeister auf eine Finanzreform für Kommunen.
Ohne Kreditneuaufnahmen will die Gemeinde Inzlingen 2026 ihren Finanzhaushalt bewältigen. In der Sitzung des Gemeinderats brachte Bürgermeister Marco Muchenberger am Dienstagabend den Entwurf für dieses Jahr ein. Durch gestiegene Landeszuweisungen und höhere Steuereinnahmen ergeben sich im Vergleich zu 2025 Mehreinnahmen von rund 470 000 Euro. Diese werden aber durch höhere Ausgaben von rund 440 000 Euro größtenteils geschluckt.
Kreisumlage steigt
„Wesentliche Treiber sind die deutlich höheren Aufwendungen für die Kinderbetreuung mit einer Zunahme von 177 000 Euro. Diese stellt aber eine wichtige Aufgabe dar“, betonte Muchenberger. Mit 149 000 Euro steigt zudem die Kreisumlage an. Obwohl gegenüber dem Vorjahr somit Mehreinnahmen von 27 000 Euro bilanziert werden, weist der Plan ein Defizit von 280 000 Euro für 2026 aus.
Neuer Kämmerer
Der zentrale Schwerpunkt liegt in diesem Jahr bei Investitionen in Höhe von 1,8 Millionen Euro. Größte Posten sind hier 960 000 Euro für den zweiten Bauabschnitt an der Buttenbergschule sowie 260 000 Euro für Infrastrukturmaßnahmen. Für die Feuerwehr und den Bevölkerungsschutz sind 128 000 Euro geplant. Zwar entsteht durch die Investitionstätigkeiten ein Finanzierungsmittelbedarf, doch plant die Verwaltung, dies ausschließlich mit liquiden Eigenmitteln ohne Kreditaufnahme zu stemmen, um einer Neuverschuldung entgegenzuwirken, wie Muchenberger für den neuen, derzeit erkrankten Kämmerer Thorsten Braatz erläuterte.
Wie zuletzt zahlreiche andere Bürgermeisterkollegen kritisierte Muchenberger abschließend, dass das umfangreiche Investitionsprogramm bis 2029 auch die Gemeinde Inzlingen an ihre Grenzen bringen werde. „Die Kommunen – dazu gehört auch der Landkreis – sind alle nicht ausreichend finanziert.“ Er warb dafür bei den Abgeordneten von Bund und Land für eine dringende Finanzreform einzufordern.
Beschluss Ende Februar
Mit einer Haushaltsklausur wird sich der Gemeinderat in den kommenden Wochen nochmals umfangreich mit dem Plan auseinandersetzen und überlegen, welche Stellschrauben möglich sind, den Verwaltungsentwurf zu optimieren. Die Verabschiedung ist für die öffentliche Sitzung am 24. Februar geplant. Parallel dazu sei Kämmerer Braatz gefordert, die noch offenen Jahresabschlüsse seit 2019 aufzuarbeiten, wie Muchenberger bemerkte.