Im kommenden Jahr wird es voraussichtlich einige personelle Änderungen in der Junginger Kita geben. Foto: Beiter

Bei der letzten Sitzung des Junger Gemeinderats in diesem Jahr stand die Beschlussfassung des Haushaltsplans auf der Tagesordnung. Auch eine dringende Empfehlung der Verwaltung wegen des Kindergartens wurde von den Räten berücksichtigt.

Nachdem es in der vorherigen Zusammenkunft des Gremiums im Gemeindesaal durchaus ruckelig zuging und die Räte eine vom Bürgermeister Oliver Simmendinger vorgeschlagene Erhöhung der Hebesätze kippten, befand sich die letzte öffentliche Sitzung für 2024 in deutlich ruhigeren Fahrwassern: Im Mittelpunkt stand die Verabschiedung des fertigen Haushaltsplans samt Haushaltssatzung – mit einer laut der Gemeindeverwaltung dringenden Änderung.

 

Gibt es weiter ein siebenstelliges Minus im Haushalt? Eine positive Nachricht gab es von Kämmerer Manuel Kaupp: Unterm Strich wird im Ergebnishaushalt 2025 nun ein Minus von rund 938 000 Euro erwartet. Im Haushaltsentwurf war man noch von einem Negativergebnis etwas über einer Million Euro ausgegangen. Doch das Gesamtergebnis sei dennoch „nicht wesentlich besser“ so Kaupp.

Seit Juni Personallücke von 40 Prozent

So kritisch ist der Stand beim Kindergarten-Personal Ebenfalls Thema beim Haushalt war die von der Verwaltung dringend angeratene Neubesetzung einer Stelle im Kindergarten. Wie Bürgermeister Simmendinger erklärte, sei diese nötig, da die Kita im nächsten Jahr bei der Belegung an der Kapazitätsgrenze sei: Laut Hauptamtsleiterin Meike Simmendinger werden nächstes Jahr 58 Kinder betreut (zwei mehr als in diesem Jahr) – eine Warteliste gebe es keine. Gerade Nachmittagsanmeldungen hätten laut dem Bürgermeister stark zugenommen – zu diesen Zeiten komme man mit drei Erzieherinnen nicht hin. Zudem sei eine Betreuerin gegangen und damit eine Vollzeitstelle wegfallen – entsprechend habe man seit Juni eine Personal-Lücke von 40 Prozent: „Wir sind personell auf Kante genäht“, erklärte Simmendinger. Es gebe bei den Erzieherinnen viele Überstunden ohne Lücken für den Abbau, auch weil man die Öffnungszeiten gleich lasse. Dazu komme noch, dass eine weitere Mitarbeiterin mit einer 50-Prozent-Stelle vermutlich in den Sommerferien aus Jungingen wegziehen und deshalb kündigen werde – dann gebe es eine Personal-Lücke von 90 Prozent. Doch es gibt auch gute Nachrichten: Zum einen werde eine Betreuerin im Januar 2026 aus der Elternzeit zurückkehren. Zudem wolle eine ehemalige Praktikantin, die sich bewährt habe, direkt nach ihrem Schulabschluss und den Sommerferien in der Kita arbeiten – mit einer Vollzeitstelle. Laut dem Bürgermeister, könne die heutige 40-Prozent-Personallücke von September bis Januar geschlossen werden.

Das war die dringende Empfehlung wegen der Kita Die dringende Empfehlung der Verwaltung lautete entsprechend, in den Haushalt ab September noch eine 100-Prozent-Stelle für die ehemalige Praktikantin aufzunehmen. Die veranschlagten finanziellen Auswirkungen im Ergebnis- und Finanzhaushalt 2025 durch die dann neu angestellte Betreuerin belaufen sich laut der Verwaltung auf circa 20 000 Euro. Das stieß auf große Zustimmung im Rat: „Das ist eine super Chance, jemanden zu bekommen“, kommentierte etwa Pascal Merkle (Freie Wähler).

Betreuungskosten für Kleinkinder höher als gedacht

Was ist sonst noch neu in der Beschlussfassung? Wie der Kämmerer erklärte, habe man den Haushalt relativ früh eingebracht, weshalb nun einige neue Erkenntnisse eingearbeitet und die Prognosen angepasst wurden. So wurde etwa aus dem Testbescheid des Finanzausgleichsgesetzes des Landes eine um 80 000 Euro höhere Zuwendung bei den Betreuungskosten für Kleinkinder errechnet. Ebenfalls berücksichtigt wurden unter anderem die Kosten der Umstellung des von der Verwaltung verwendeten elektronischen Finanzsystems auf eine perspektivisch günstigere Alternative, die laut Kaupp bei 15 000 Euro liegen.

So stimmten die Räte ab Für die Haushaltssatzung 2025 – samt der von der Verwaltung empfohlenen zusätzlichen Stelle für die Kita – votierte der Gemeinderat einstimmig. Bürgermeister Simmendinger freute sich, dass der Haushalt für 2025 steht und bedankte sich für das Vertrauen der Räte.