Einstimmig hat der Gemeinderat den Haushalt 2025 und den Finanzplan mit dem Investitionsprogramm für die Jahre 2024 bis 2028 beschlossen.
Aktuell bewältigt Simmozheim mit der Erschließung des Baugebiets Mittelfeld III und den Investitionen in der neuen Ortsmitte Schillerareal zwei große Projekte, die in diesem Jahr erstmals eine Kreditaufnahme von drei Millionen Euro nötig machen.
Der Etat weist im Ergebnishaushalt ein Minus von 126 000 Euro aus. Durch die jetzt startende Vermarktung erster Baugrundstücke im Mittelfeld III rechnet Kämmerin Renate Meier mit einem Sonderergebnis von knapp 600 000 Euro, was bis zum Jahresende dann zu einem positiven Gesamtergebnis von 443 800 Euro führen soll.
So sehen die Zahlen für 2024 aus
Zunächst erläuterte sie den – noch nicht festgestellten – Haushaltsvollzug 2024, der mit einem Gesamtergebnis von 237 600 Euro um gut 56 000 Euro besser abschließt als geplant. An liquiden Mittel sind zum Jahresende 2024 mit knapp 712 000 Euro noch 208 000 Euro mehr als geplant in der Kasse.
Der Etatentwurf 2025 war bereits in einer Klausur im November und in der Dezember-Sitzung 2024 vorberaten und beschlossen worden. Seither „hat sich alles noch ein bisschen positiver entwickelt“, wie Meier informierte, sie habe verschiedene Posten nochmal durchforstet. Die ordentlichen Erträge im 2025er Haushalt liegen mit 8,6455 Millionen Euro um 488 000 Euro höher als 2024. Ein Plus von 200 000 Euro bei der Gewerbesteuer und gut 104 000 Euro beim Einkommensteueranteil wirken sich hier unter anderem aus.
Personalkosten der dickste Brocken
Die größten Posten bei den Gesamtausgaben von 8,772 Millionen Euro sind die für Personal mit 2,601 Millionen Euro, in die eine Tariferhöhung von drei Prozent schon eingepreist ist, und die Transferzahlungen wie Kreisumlage und weitere Umlagen in Höhe von knapp drei Millionen Euro. Das macht zusammen rund 65 Prozent der gesamten Ausgaben aus.
Auch die Abschreibungen steigen, und zwar auf 965 000 Euro, weil in diesem Jahr Gebäude im Schillerareal und die Erschließung im Mittelfeld fertiggestellt werden. Meier erläuterte detailliert die Posten im kommunalen Finanzausgleich wie auch der kostenrechnenden Einrichtungen der Gemeinde. Hier zeigt sich, dass in 2025 lediglich die Wasserversorgung und die Abwasserbeseitigung kostendeckend arbeiten, hier wurden zum 1. Januar 2025 die Gebühren angepasst. Im Finanzhaushalt plant Meier mit Einzahlungen von knapp 4,326 Millionen Euro und Auszahlungen von 8,6 Millionen Euro. Mit der Aufnahme eines Kredits in Höhe von drei Millionen Euro stehen zum Jahresende 410 800 Euro liquide Mittel zu Buche.
„Die Folgejahre werden entspannter“, sagte Meier mit Blick auf die mittelfristige Finanzplanung bis 2028. In den Jahren 2026 bis 2028 könne der Kredit mit Raten von jeweils einer Million Euro zurückgeführt werden, 2027 seine die großen Vorhaben dann abgeschlossen. Die liquiden Mittel steigen nach dem Plan von 737 000 Euro im Jahr 2026 auf 2,303 Millionen Euro im Jahr 2028.
Investitionsprogramm bis 2028
Die Schwerpunkte im Investitionsprogramm bis 2028 summieren sich auf 10,74 Millionen Euro. 6,2 Millionen Euro entfallen auf die Neugestaltung des Schillerareals und rund 1,2 Millionen Euro aufs neue Baugebiet Mittelfeld III. Ins Wassernetz werden 630 000 Euro investiert, für Kanalsanierungen 650 000 Euro.
Das neue LF10 für die Feuerwehr sei bereits ausgeschrieben, informierte Meier, für den Fuhrpark von Feuerwehr und Bauhof sind im Investitionsprogramm bis 2028 knapp 750 000 Euro eingeplant. Finanziert werden soll das alles mit Grundstückserlösen aus Mittelfeld und Schillerareal in Höhe von gut 6,2 Millionen Euro sowie mit Zuschüssen fürs Schillerareal (2,32 Millionen Euro), für die externe Erschließung Mittelfeld III (561 000 Euro), für die Wasserversorgung (207 000 Euro) und für die Feuerwehrfahrzeuge (99 500 Euro).
Unwägbarkeiten liegen beim Kreis
„Wir hatten 2016 Rücklagen von 1,5 Millionen Euro und hätten 2028 nach Plan 2,3 Millionen Euro. Wenn das so kommt, haben wir das gut hinbekommen“, sagte Bürgermeister Stefan Feigl. Die Unwägbarkeiten lägen beim Landkreis – Stichworte: Krankenhäuser und Hermann-Hesse-Bahn. „Wenn man den Kreishaushalt anschaut, wird es nicht bei 38 Prozent Kreisumlage bleiben“, stimmte Rainer Bauser (afS) zu. Lorenz Auwärter (afS) macht sich nach wie vor Sorgen „um das bis 2027 negative ordentliche Ergebnis. Wenn es nicht in Richtung 500 000 bis zu einer Million geht, wird es schwierig.“
Meier erläuterte dazu, dass im neuen Haushaltsrecht die Abschreibungen dargestellt werden müssten, das seien aktuell 900 000 Euro. „Früher hat man es im Haushalt gesehen, jetzt sieht man es in den Abschreibungen“, so die Kämmerin, „wir haben eine gute Haushaltssituation über mehrere Jahre„W.
Ohne weitere Diskussion folgte der einstimmige Beschluss des Gremiums zum vorgelegten Zahlenwerk für 2025.