Fleißig laden Marion Probst (links) und Elora Hug die Spenden aus dem Bus aus. Foto: Eyckeler

Seit knapp 30 Stunden ist der Bus von Hauser Reisen mit Hilfsgütern auf dem Weg zur ukrainisch-rumänischen Grenze. Das siebenköpfige Team aus Busfahrern und freiwilligen Helfern ist müde, aber gut drauf, wobei die harte Realität erst noch bevorsteht.

Kreis Rottweil/Baia Mare - Noch sieben Kilometer trennen den Hauser Bus von der ukrainisch-rumänischen Grenze nördlich von der rumänischen Stadt Baia Mare. Jürgen Strauß steuert den vollgepackten Bus durch das kurvenreiche Ödland. Abgewetzte Hunde überqueren die Straße, immer wieder kommen Pferdekarren entgegen. Die Spannung im Bus ist förmlich zu greifen, was das Team vor Ort erwartet. Der Plan: In der Grenzstadt Sighetu Marmatiei wird der Bus entladen – empfangen von Michael Maier.

50 Frauen und Kinder hoffen

Der 32-Jährige ist seit Samstagmorgen in dem Ort und hilft, die Flucht der vielen ankommenden Menschen aus dem Kriegsland zu organisieren. Rund 50 Frauen und Kinder hat er bereits zusammen, die den Bus zurück in Richtung Deutschland nehmen sollen. Die Rückfahrt folgt noch am Abend – in die Nacht hinein. Fieberhaft wird überlegt, was die hilfsbedürftigen Ukrainer für die Fahrt brauchen – Kindernahrung, Wasser, etwas zu essen.

Endlich ist der Ausladepunkt erreicht. Das Team ist froh aber auch erschöpft – dennoch packt jeder sofort mit an. Es erinnert an eine Verlademannschaft am Flughafen. In 30 Minuten ist alles untergebracht und kann nun an die Menschen in Not verteilt werden. Der Bus setzt sich wieder in Bewegung, es geht weiter zur Grenze.

Am Donnerstagmorgen hatte sich das Team des Rottweiler Reisebusunternehmens zunächst von Budapest aus wieder auf den Weg gemacht. Die Nacht war kurz, viele Kilometer mussten noch zurückgelegt werden. Mit an Bord neben drei Fahrern, darunter Seniorchef Hans Keller, auch Marion Probst. Sie ist die Mutter von Michael Maier und hatte durch ihn immer einen Draht zur Grenze. Die Informationslage: schwierig. Die Angriffe der Russen auf das ukrainische Volk gehen unentwegt weiter, der Strom der Flüchtlinge nimmt zu.

Lage ist unübersichtlich

Der Plan war ursprünglich, im Grenzgebiet zu bleiben und als Shuttlebus Menschen ins benachbarte Ungarn zu bringen. Doch die Lage hatte sich während der Fahrt geändert. Die Züge raus aus Budapest sollen komplett überfüllt sein. Keiner weiß, wie lange die Grenzen noch offen sind.