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Hausen am Tann Wie beim Jahrhundert-Hochwasser

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Riesige Wassermassen wälzen sich durch Ratshausen (Bild) und Hausen a. T. Am Samstag waren Feuerwehr und Helfer damit beschäftigt, die Schäden zu beseitigen. Fotos: Hauser/Privat Foto: Schwarzwälder-Bote

Hausen a. T./Ratshausen - "Das war wie 1975!" An das damalige Jahrhunderthochwasser fühlte sich Gregor Sieber erinnert, als es am Freitag nach Starkregen zu Überschwemmungen in Hausen a. T. kam. Auch Ratshausen war von Überflutungen betroffen.

Am Abend waren schwarze Wolken im Schlichemtal aufgezogen, die sich gegen 21 Uhr innerhalb kürzester Zeit entluden. 80 Liter pro Quadratmeter pro Stunde Niederschlag wurden gemessen, wie Andreas Koch vom Katastrophenschutz des Landratsamts berichtet. Er hatte am Samstag mit Gregor Sieber, dem stellvertretenden Bürgermeister, im Hausener Feuerwehrgerätehaus eine Leitstelle eingerichtet. Von dort aus koordinierten sie die Aufräumarbeiten, denn das Unwetter hatte seine Spuren hinterlassen.

In Hausen waren der Waldhausbach und der Bach beim Rathaus in kürzester Zeit über die Ufer getreten. Sie konnten die Wassermengen vom Schafsberg und Plettenberg nicht mehr fassen. Auch der Grundgraben wurde zu einem reißenden Bach, der zum Teil durch Scheunen und Häuser rauschte.

Die Ortsmitte musste wegen der Wasser- und Schlammmassen gesperrt werden, zahlreiche Keller liefen voll. Die Rettungskräfte evakuierten vorsorglich die Bewohner eines Hauses und brachten sie in der benachbarten Gaststätte unter. Noch in der Nacht konnten die Bewohner aber wieder in ihr Wohnhaus zurückkehren.

Die Feuerwehrmänner waren voll gefordert: Keller mussten ausgepumpt, Dohlen gereinigt und Unmengen von Schlick und Schlamm beseitigt werden. Aber nicht nur in Hausen, sondern auch in Ratshausen, wo die Schlichem über die Ufer getreten war. Dort war ebenfalls die Ortsmitte überspült, in viele Häuser war Wasser eingedrungen. Die Feuerwehr versuchte mit Sandsäcken, die mit einem Lkw aus Hechingen herangebracht wurden, die Fluten einzudämmen und das Schlimmste zu verhindern.

Am Samstagmorgen waren die Rettungskräfte erneut im Einsatz: So wurden in Hausen mit Saugwägen Schächte gereinigt, Feuerwehrmänner spritzten den Dreck von den Straßen, die Kehrmaschine war ununterbrochen unterwegs, Kontrollfahrten entlang der Gewässer wurden unternommen, und Forstbeamte waren im Wald unterwegs, weil der Wetterdienst eine Sturmwarnung herausgegeben hatte.

Auch Ute Kindermann war mit ihrem Mann und Bekannten damit beschäftigt, die Schäden zu beseitigen und Wasser abzupumpen. Sie waren am Freitagabend in Meßstetten noch gemütlich essen, als sie anschließend bei der Heimfahrt kurz vor ihrem Haus gestoppt wurden und das Auto abstellen mussten. Dann sahen sie die Bescherung: Ihr Haus an der Hausener Ortsdurchfahrt war hüfthoch mit Wasser vollgelaufen, Regale und andere Gegenstände schwammen obenauf. "1970 haben wir das Haus gekauft. Das ist nun das vierte Hochwasser, das wir seither erlebt haben. Und 1994 haben wir noch das Haus komplett renoviert", berichtet Ute Kindermann kopfschüttelnd.

In Ratshausen waren die Bewohner und Feuerwehrmänner am Samstag ebenfalls mit dem Aufräumen beschäftigt. Nach Auskunft von Andreas Koch, dem stellvertretenden Bürgermeister, unternahm die Feuerwehr Kontrollgänge und säuberte die Rechen entlang der Schlichem. Der Kindergarten musste zudem gereinigt werden, weil ebenfalls Wasser eingedrungen war. Container standen bereit, um Unrat aufzunehmen.

Tags zuvor waren in Hausen und Ratshausen rund 100 Rettungskräfte der Feuerwehr – vor Ort waren die Abteilungen Ratshausen, Hausen, Weilen u. d. R., Schömberg, Geislingen und Rosenfeld –, THW, DRK und Polizei im Einsatz. Die Gesamtleitung hatte der Bürgermeister der beiden Gemeinden, Heiko Lebherz.

u Zollernalb-Bote

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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