Hausen a.T. stellt die Weichen für „eine lebhafte und ansprechende Dorfmitte“ – trotz knappem Budget. Auch der Dorfbrunnen wird wieder aufgestellt.
Hausen am Tann hat eine Leistung erbracht, über die viele andere Kommunen nur staunen können. Die Dorfmitte direkt am Rathaus und der Durchfahrtsstraße soll neu gestaltet werden. Während Straßen, Gehwege und Bushaltestellen bereits eine Erneuerung erhalten haben, sind zwei nicht ganz so ansehnliche Schotterplätze zurück geblieben. Einer befindet sich direkt neben dem Rathaus, der andere auf der gegenüberliegenden Seite. Ein Anblick, der sich jedem Fahrer bietet, der auf der Durchfahrtsstraße unterwegs ist.
In die Planungen ist zunächst alles eingeflossen, das wünschenswert wäre. Am Ende standen unterm Strich 605.000 Euro. Angesichts dessen, dass wie andernorts auch in Hausen die finanziellen Mittel stark beschränkt sind, war Umdenken angesagt. „Der Platz soll eine Aufwertung erfahren und wir haben uns gefragt: Was wollen wir eigentlich?“, berichtet Bürgermeister Stefan Weiskopf.
Von 605.000 auf 256.000 Euro Die vereinbarten Ziele lauten: Dormitte beleben, eine Möglichkeit schaffen, zusammenzukommen und die Parkplatzsituation entschärfen. Durch den Fokus auf das Wesentliche haben die Hausener Verwaltung und der Gemeinderat den Preis geradezu dritteln können. 256.000 Euro sind inzwischen veranschlagt und auch im Haushalt 2026 eingeplant. 40 Prozent davon könnten durch Mittel aus dem Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum (ELR) finanziert werden, 102.000 Euro der Maßnahme sind förderfähig.
Außerdem hat sich die Gemeinde dazu entschlossen, ihre Zukunft nicht nur geselliger zu gestalten, sondern auch sicherer. Daher wird in einen 50 Kubikmeter Löschwassertank investiert, der vorrangig bei Einsätzen der Freiwilligen Feuerwehr zum Einsatz kommen kann. Die Kosten belaufen sich auf 58.000 Euro. Der Antrag auf Mittel aus dem Ausgleichsstock läuft aktuell noch.
Löschwassertank eingebaut
Die Sanierung der Ortsdurchfahrt wurde bereits im Frühjahr 2024 vorgenommen. Zuletzt wurden das Eckbauhaus sowie zwei weitere Häuser abgerissen, sodass der neuen Gestaltung nun nichts mehr im Wege steht. Direkt neben dem Rathaus ist nicht nur die geschotterte Fläche betroffen, sondern auch die bereits vorhandenen Parkplätze wurden überplant. Es soll eine einheitliche Parkfläche entstehen. Fußwege sind sowohl vor den Fahrzeugen als auch in Angrenzung zur Straße hin vorgesehen.
Die Feinjustierung sei noch im Gange, im Groben stehen die Pläne jedoch. Die Fläche hinter der Bushaltestelle ist sowohl für Behindertenparkplätze vorgesehen als auch als Stellplatz für Fahrräder. Außerdem wird zwar keine Säule eingebaut, aber es werden sehr wohl die Vorkehrungen für eine zukünftig mögliche Elektro-Mobilität getroffen, um eine entsprechende Ladestation nachträglich ohne größeren Aufwand installieren zu können. „Bislang haben wir uns noch nicht mit eCar-Sharing auseinandergesetzt, aber wir sind offen, den Bedarf zu ermitteln“, sagt Weiskopf.
Auf der gegenüberliegenden Seite wird „ein Ort der Begegnung“ entwickelt. Der im Zuge der Straßensanierung entfernte Dorfbrunnen soll saniert werden und nun wieder seinen zentralen Platz erhalten. Somit profitiert nicht nur die Feuerwehr von dem geplanten Löschwassertank, der unterirdisch eingebracht wird. Der neue Festplatz wird zum Gehweg hin mit einer kleinen Mauer abgegrenzt. Des Weiteren sind fest installierte Sitzelemente vorgesehen sowie eine „pflegeleichte, aber ansprechende“ Bepflanzung, die im Herbst folgt.
„Zeitnah“ soll die Maßnahme laut Hausens Bürgermeister umgesetzt werden. „Bis zu den Sommerferien soll alles hergerichtet sein, es hängt aber davon ab, wann der Tank kommt. Auf den baut alles auf.“ Aktuell wird nicht damit gerechnet, dass der Verkehr an der Ortsdurchfahrt durch die Maßnahmen beeinträchtigt wird. Falls doch, werde die Bevölkerung über das Amtsblatt informiert. Und eine Einweihung? „Diesbezüglich werden wir uns Gedanken machen“, so Weiskopf.