Beim Schnurren gab es mehr als einen Moment, der voraussichtlich noch lange in Erinnerung bleiben wird, wie etwa die Säuberung einer „kleinen Braut mit Latex-Haut“ unter einer selstgemachten Dusche“ – samt Gesang vom Publikum Schnurren Hausach. Foto: Störr

Die Hausacher Schnurranten-Gruppen haben am Wochenende ordentlich ausgeteilt. In acht Gaststätten unterhielten die sieben Gruppen auf hohem Niveau – und feierten gleichzeitig einige Jubiläen. Auch in diesem Jahr wurde insbesondere wieder die Lokalprominenz durch den Kakao gezogen.

In der „Monika“ (Gasthaus Hirsch) waren gleich zwei Schnurr-Lokale untergebracht und mit dem Minigolf und der Sportgaststätte Waldhorn wurden neue Lokalitäten genutzt. So unterschiedlich die Beiträge der einzelnen Gruppen auch waren, hatten sie wieder musikalische Begleitung als gemeinsames Element. Und so stieg die Stimmung schnell, denn es wurde mitgesungen, geschunkelt und gelacht.

 

Der Einweg-Wohnwagen und die Handyjagd

Und gelacht wurde viel, denn die Geschichten der Schnurranten waren wortgewaltig aufbereitet. Wenn beispielsweise die Mini-Rocker mit ihrer bekannt breiten Instrumenten-Auswahl Alexander Keller vorführten, der mit Freundin Christiane zum Konzert des chinesischen Pianisten Lang Lang nach Hamburg reiste und dort feststellte, dass Klassik gar nicht sein Geschmack ist. Oder wenn Arno Heinz von den Sulzbachexen zur Vorweihnachtszeit mit Frau Gaby einen Fleck aus dem neuen Teppich wischen möchte, der sich am Ende als Spiegelung einer Christbaumkugel entpuppt.

Den Vogel schossen die Schurranten aber mit Lehmanns Geschenk für den Krabbelsack ab, bis „die kleine Braut mit Latex-Haut“ schließlich unter der Dusche gesäubert wurde. Da stimmte das Publikum gerne ins hingebungsvoll geschmetterte „Ti amo“ ein.

Die Gruppe der „Anonymen Schwarzwälder“ hatte sich krankheitsbedingt mit Haslachs Zunftmeister und Oberschnurrant Manuel Seitz sowie Petra Lehmann Verstärkung geholt. Genüsslich wurde der teure Wohnwagen-Kauf von Bürgermeister Wolfgang Hermann seziert, der bald merkte, dass Campen doch nicht seine Form des Urlaubs ist. „Nach nur einem Urlaub hat er den Camper verkauft. Wie hoch der Verlust wirklich war, erfahrt ihr im nächsten Jahr“, rief Robby Lehmann den Gästen zu.

Die Gruppe der „Vier Viertele“ feierte in diesem Jahr das zehnjährige Bühnenjubiläum und band das gut gelaunte Publikum mit ein. Vom Handy-Gebrumm bis zum Fluchen ging es in der Geschichte um Martin Buchholz vom Deckerhof und Thomas Klausmanns Handy-Suche. Was im Auto alles gefunden wurde sorgte für viele Lacher – vor allem weil das Telefon am Ende einfach auf dem Autodach lag.

Manfred Schmieder aus der Frohnau hörte seine verunglückte Gulaschsuppen-Mittagspause bei der Waldarbeit live und in Farbe. „Die Dose in dem Auspuffrohr – klingt komisch, war aber so“, spotteten die Schnurranten und ließen den Häcksler schließlich zur Gulasch-Kanone mutieren.

Die „Kellerkinder“ hatten sich krankheitsbedingt kurzfristig mit Gregor Huber verstärkt und wussten dann von Klaus Hennes neuem Grill mit Handy-Steuerung zu berichten, der allerdings nur mit Wlan-Verbindung funktioniert. Und dann nahmen sie sich die Blauen der Zunft vor, die als geheimer Zirkel und Gremium ohne Frauen vorgeführt wurden. Im Codex verankert, werde man nur mit Burgerhut zum Blauen – doch der sei Männern vorbehalten. In den vergangenen Jahren habe man aber gerade am Preismaskenball deren wahre Gesinnung erkennen können. Um Abhilfe zu schaffen, verlieh man unter großem Gelächter den ersten Burgerhut an Maria Spinner und verkündete die neuen Sitzungsregeln. Zeremonienmeister Joachim Uhl nahm es gelassen und rief das übliche „Narri-Narro“ auf die Blau-innen aus. „Wir sagen Dankeschön – 30 Jahre Amigos. Wir grüßen alle unsre Freunde – und die andern leider auch“, sangen Marko Schwab, Michael „Mäx“ Armbruster und Eugenio Agüera Oliver.

Wenn der Messwein beim Gottesdienst fehlt

Von den begleitenden Musikern Arne Schmidbauer, Jörg Rexter und Michael Ladtka feierte letzterer sein 40-jähriges Schnurranten-Jubiläum. Sie hatten gut aufbereitete Geschichten von Bea Meyer sowie Christiane und Eckart Vollmer mit deren Hund Enzo im Gepäck. Um Mitternacht wurde dann mit den „Gutachern“ um Thomas Stötzel die schöne Fasent besungen. Dass Bürgermeister Hermann in Hausach keine der Bauplatz-Kriterien erfüllte und in der Nachbargemeinde anfragte, wurde aufwendig dargeboten. Ebenso der verspätete Gottesdienst von Pfarrer Koppelstätter, dem der Messwein gefehlt hatte.

Seit 55 Jahren dabei

Ihr 55-jähriges Schnurranten-Jubiläum feierten Reinhard Sonntag und Lothar Marschner, die zusammen mit Urgestein Hubert Heizmann für Stimmung sorgten. Das Drei-Mann-Trio besang lustig die Hörgeräte-Verwechslung von Rainer und Gretel Schmid in deren Urlaub und hatte Stimmungslieder im Gepäck.