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Hausach "Wir schmeißen nicht alles weg"

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Bauleiterin Selina Ben Salem und Schwimmmeister Michael Hug vor dem Hallenbecken. Foto: Reinhard

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Hausach - Statt Wasserplanschen und Kinderlärm sind seit ein paar Wochen Baustellengeräusche auf dem Gelände des ehemaligen Hausacher Hallenbads zu hören. Die Abrissarbeiten sind in vollem Gange.

Der Raum, in dem früher die Umkleidekabinen standen, ist mittlerweile so gut wie leer. Nur ein paar Podeste sind noch zu sehen. "Die Kabinen haben wir als erstes rausgenommen", erklärt Bauleiterin Selina Ben Salem. Auch eine Wand musste weichen, genau wie die zu den Duschen und Toiletten. "Vom Eingang bis nach hinten zum Becken soll später alles offen sein", so die Bauleiterin.

Aber auch am Becken hat sich schon einiges getan. Zu der Stelle, an der extra für den Spatenstich am Boden ein paar Fliesen entfernt wurden, sind nun auch am oberen Beckenrand ein paar freie Flächen dazu gekommen. Die abgeschlagenen Stücke häufen sich am Boden, durch die Staubschicht ist das vormalige Hellblau der Fliesen nur noch zu erahnen. Hier scheint alles reibungslos zu verlaufen. Anders sah das bei den Klotrennwänden und den Umkleidekabinen aus.

"Da haben wir erst einmal anderthalb Wochen lang Schadstoffe wie zum Beispiel Asbest aus den Fugen gekratzt", berichtet Ben Salem. Besonderer Müll wie dieser bedarf einer besonderen Behandlung. "Er muss sorgfältig getrennt, verpackt und dann von einer Spezialfirma entsorgt werden", weiß die Bauleiterin. Als Bauwerksmechanikerin für Abbruch- und Bautrenntechnik weiß sie genau, wie in solchen Fällen vorzugehen ist. Auch dass angesichts des Alters des Gebäudes mit solchen Stoffen zu rechnen ist, war ihr und Schwimmmeister Michael Hug schon im Vorfeld klar gewesen. "Das war keine Überraschung", sind die Beiden sich einig. Das gesamte Bad wurde im Vorfeld außerdem durch ein Ingenieurbüro auf Schadstoffe untersucht.

Blätter statt Wasser

Auch die Sprungtürme im Hallenbad werden noch entfernt. "Die werden mit der Betonsäge scheibchenweise abgeschnitten", erklärt Ben Salem.

Doch nicht nur im Inneren des Bads geht es voran, wie ein Gang nach draußen zeigt. Während das Freibadbecken früher im gefüllten Zustand überwintert wurde, damit das Grundwasser das Becken nicht anhebt und beschädigt, ist es nun leer. Statt klarem Wasser befinden sich auf dem Grund nur ein paar welke Blätter.

Mitten in diesem etwas tristem Bild kniet ein Arbeiter auf dem Boden und bohrt in regelmäßigen Abstand Löcher in den unteren Teil der Beckenwände. Der Grund: "Ohne sie würde sich Wasser im Bereich zwischen dem alten und dem neuen Becken sammeln und den Boden durchfeuchten. Im Prinzip dienen die Bohrungen also als Drainage für anfallendes Grund- und Regenwasser. Das alte Fundament des Freibadbeckens soll als Fundament für das neue Edelstahlbecken dienen", wie Hug erklärt.

Die Sprungtürme im Außenbereich sollen erhalten bleiben – nicht nur, um Kosten zu sparen. "Wir versuchen beim ganzen Bad, Altes mit dem Modernen in Verbindung zu setzen", betont Hug., schließlich sollen die Besucher ihr Bad ein bisschen wieder erkennen.

Was auf jeden Fall – soweit es zumindest möglich ist – erhalten bleiben soll, sind die Bäume. "Da kommt nur weg, was zwingend weg muss", so der Schwimmmeister. Ein Subunternehmen soll nur die Bäume fällen, die zum Beispiel zu nah an der Badfront stehen oder die Arbeiten behindern.

Auch bei den Gebäuden im Freibadbereich hat sich vieles getan. Alle Fensterglasscheiben sind bereits herausgenommen worden, auch das Dach der Umkleidekabinen und Duschen fehlt. Es schneit durch die Balken auf die blanken Fliesen. Auch die Türen fehlen. Sie lehnen, bereit zur Entsorgung, an der Außenwand der Gebäude.

Statt über Pflaster läuft der Besucher mittlerweile zum größten Teil über Kies. Die Pflastersteine stehen ordentlich gestapelt auf Paletten. "Die holen die Stadt und die Wolfacher Flößer ab", erklärt Ben Salem. Diese können die Steine für ihre Anlage gebrauchen. Vieles würde weitergegeben, "wir schmeißen nicht alles weg", sagt sie. Gerettet wurde auch die "Männle-Skulptur", die den Bereich vor dem ehemaligen Kiosk zierte. Was mit ihr passieren wird, und ob sie an einer anderen Stelle in Hausach aufgestellt werden soll, ist noch offen.

Neben den Pflasterpaletten liegen mehrere große, in weißes Plastik verpackte Pakete. In diese ist alles verstaut, was nicht aufgehoben, sondern weggeschmissen werden soll. Die belasteten Bauabfälle befinden sich in den weißen Säcken, damit beim Transport kein belasteter Staub freigesetzt werden kann.

Aufwändige Entsorgung

Die Entsorgung ist generell aufwändig, erklärt Ben Salem. "Die gesetzlichen Auflagen sind sehr streng", sagt sie. "Es muss alles sortiert werden, die Entsorgungsfirmen müssen einen Nachweis – teilweise per Foto-Dokumentation – erbringen, wohin was gekommen ist." Klingt nach einer Menge Papierkram und die Bauleiterin bestätigt: "Ich bin viel draußen am Arbeiten, aber ich muss auch viel im Büro erledigen."

Der Keller des ehemaligen Hausacher Hallenbads, in dem die immer wieder als veraltet kritisierte Technik untergebracht ist, ist der einzige Ort, der von den Abrissarbeiten noch nicht betroffen ist. Aber auch hier soll sich demnächst einiges tun. "Alle Rohrleitungen kommen raus", sagt Hug, was angesichts des Wirrwarrs von Leitungen nach einer Menge Arbeit aussieht. Hug deutet auf eine Maschine, die im Vergleich zum Rest recht modern aussieht. "Der Filter von 2012 wird wieder verwendet. Er ist ja noch neu", so Hug. Spätestens Anfang Januar sollen aber auch im Keller die Abrissarbeiten beginnen.

"Generell liegen wir gut im Zeitplan, vor allem mit der Entkernung", freut sich Ben Salem. "Über den Winter kommen vielleicht noch zwei, drei Mann mehr zu den bisherigen fünf bis sechs Bauarbeitern auf die Baustelle, dann geht das alles noch ein bisschen schneller."

INFO

Selina Ben Salem: zur Person

Selina Ben Salem, 29 Jahre alt, kommt aus Oberndorf und ist zusammen mit Kurt Groß von der Firma BTS aus Schiltach die Bauleiterin bei den Entkernungs- und Abrissarbeiten. Sie ist gelernte Bauwerksmechanikerin für Abbruch- und Betontechnik. Es gibt in Deutschland nur etwa 20 Fachkräfte in dem Bereich. "Ich habe schon ein paar Projekte dieser Art begleitet" berichtet sie. "Aber jedes ist ein bisschen anders." Die Herausforderung bei den Arbeiten am Kinzigtalbad sei einmal dessen Größe und der Hubboden des Hallenbads. "Da müssen wir überlegen, wie wir den am besten raus bekommen."

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