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Hausach "Wir fühlen uns als letzter der Reihe"

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Der Mundschutz von Pflegedienstleiterin Manuela Schuler entstand aus einem Geschirrtuch. Im Hintergrund näht Claudia Seitz-Haas fleißig weiter. Foto: Reinhard

Hausach - Die Corona-Krise und die damit verbundenen Verordnungen sowie die schwierige Versorgungslage mit Sicherheitskleidung stellt Pflegende vor eine Herausforderung. Das Seniorenzentrum Hausach sucht aus diesem Grund ehrenamtliche Köche und Mundschutze.

Seit Donnerstag der vergangenen Woche hat die Tagespflege Adamo in Hausach geschlossen. Die Senioren, die die Tagespflege besuchten, werden nun anderweitig betreut. Nur der offene Mittagstisch besteht weiter, wurde allerdings in Anlehnung an "Essen auf Rädern" ein "Essen auf Füßen" umgewandelt, wie Pflegedienstleiterin Manuela Schuler erklärt. "Wir liefern die Mahlzeiten zu Fuß aus und stellen sie den Betreuten vor die Tür", sagt sie.

Aber auch im Seniorenzentrum musste aufgrund des Infektionsschutzgesetzes einiges geändert werden. "Seit vergangener Woche ist kein Besuch mehr erlaubt", berichtet Leiter Dietmar Haas. Das ist für viele Bewohner schwierig, gerade für die, die an einer Demenz leiden. Um den Wegfall der Angehörigen aufzufangen, hat die Heimleitung sich entschieden, die personellen Ressourcen umzustrukturieren: Die Hauswirtschafter, die bisher im Heim für die Wohngruppen kochten, sollen sich nun mit den Senioren beschäftigen. Gekocht werden soll dafür in den momentan nicht genutzten Räumen der Tagespflege – und war für das gesamte Seniorenzentrum. "Da wir nicht wissen, ob die Mitarbeiter der Tagespflege vielleicht irgendwann im Heim gebraucht werden, suchen wir nun nach ehrenamtlichen Köchen, die unterstützen und Ausfälle auffangen können", so Haas. "Viele in der Gastronomie Tätige können jetzt ja nicht mehr arbeiten", hofft Schuler, aber Haas schränkt ein: "Es reicht, wenn jemand Grundkenntnisse im Kochen hat und auch Mahlzeiten für mehrere Personen zubereiten kann." Natürlich gibt es auch gesundheitliche Kriterien, die Interessierte erfüllen müssen. So sollten die Helfer an keinen Atemwegserkrankungen leiden, in letzter zeit in keinem der Corona-Risikogebieten Elsass, Südtirol und Tirol gewesen sein und keinen Kontakt mit einem bestätigt Infizierten gehabt haben.

Haas betont außerdem, dass die Ehrenamtlichen nicht vollumfänglich zur Verfügung stehen müssen, da sie abwechselnd eingesetzt werden.

Ein weiteres Problem, mit dem die Pflegenden momentan zu kämpfen haben, ist die Versorgung mit Sicherheitsbekleidung. "Angeblich soll etwas auf dem Weg sein, aber wir warten immer noch", so Haas. Ihm sei bewusst, dass zuerst die Krankenhäuser mit Mundschutzen und Schutzanzügen versorgt würden, dann die Ärzte und dann die Pflegeeinrichtungen. "Wir fühlen uns als letzter in der Reihe", ärgert sich Schuler. Momentan verfüge das Seniorenzentrum am Schlosszentrum nur über einen kleinen Bestand an Masken. Obwohl einige Baufirmen jüngst Masken an die Pflegeeinrichtung gespendet hatten – die sie zum dreifache Preis eingekauft hatte, wie Manuela Schuler verärgert betont – sorgen die Mitarbeiter des Seniorenzentrums vor. Die leeren Räume der Tagespflege werden von den Mitarbeitern der Tagespflege momentan dazu genutzt, Mundschutze zu nähen – aus Geschirrtüchern, Tischdecken und anderen Stoffen, die sich bei mindestens 60 Grad waschen lassen und die sie zu Hause gefunden haben.

"Sie dienen ausschließlich der Prophylaxe und uns ist bewusst, dass sie keinen 100-prozentigen Schutz bieten. Sie verringern nur die Wahrscheinlichkeit einer Tröpfcheninfektion", weiß Haas. "Aber es ist besser als nichts."

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