Soziales: Stiftung reicht Bauantrag für "Neumayer-Haus" in Hausach ein

Hausach (red/lmk). Die Neumayer-Stiftung hat den Bauantrag für das geplante Bauprojekt "Neumayer-Haus" als Wohnmodell "Solidarisches Wohnen" im ehemaligen Badenwerkareal bei der Stadt Hausach eingereicht. Das geht aus einer Mitteilung hervor.

Der Mangel an bezahlbarem Wohnraum ist längst zu einem Problem für Menschen in der Mitte der Gesellschaft geworden. In Hausach reagiert die Neumayer-Stiftung auf Initiative von Hansjürgen Neumayer, Sohn der Stifterfamilie Neumayer, mit dem Bau des solidarischen Wohnmodells auf diesen Mangel. Es solle "Die Unterversorgung an bezahlbarem Wohnraum trägt stark zum wachsenden Armutsrisiko von Familien, Alleinerziehenden Eltern und älteren Menschen bei. Selbst Normalverdiener finden oft keinen bezahlbaren Wohnraum mehr. Wohnungsnot trifft in aller Härte besonders Personen, die auf dem freien Wohnungsmarkt keine Chance haben. Gemeinsam wollen wir die Herausforderung annehmen, gemeinschaftliches Leben für die Zukunft, bezahlbaren Wohnraum und Angebote zu gestalten, die sich am Bedarf der lokalen Gesellschaft orientieren", wird Astrid Gräfin Schimmelpenninck, Vorständin Projekte bei der Neumayer-Stiftung, in der Mitteilung ztiert.

Nun entstehe in Hausach bezahlbarer Wohn-und Lebensraum für Menschen in solch schwierigen Situationen. Das Konzept sieht 19 barrierefreie Wohneinheiten (von Ein- bis Fünf-Zimmer-Wohnungen) in drei Punkt-Häusern, erschlossen mit Aufzug und verbunden durch Laubengänge, auf dem ehemaligen Badenwerkareal vor.

Das Projekt ist als Präventionsangebot und Übergangshilfe zu verstehen, damit soll einem möglichen weiteren sozialen Abstieg davon bedrohter Menschen aktiv entgegengewirkt werden. Darüber hinaus soll das Projekt Modellcharakter für den ländlichen Raum haben.

Das solidarische Wohnmodell ist darüberhinaus ein Zeichen für das enge Band der Stiftung an die Heimat –und ebenso ein im wahrsten Sinne des Wortes wichtiger Baustein für den Wohnungsbau in Hausach. Mit dem Haus wird laut Bürgermeister Wolfgang Hermann eine Lücke im Bedarf nach bezahlbarem Wohnraum geschlossen. Es richtet sich im Sinne der Neumayer-Stiftung an Alleinstehende, Paare und Familien, deren finanzielle Mittel nicht ausreichen, um sich auf dem freien Wohnungsmarkt angemessenen Wohnraum leisten oder diesen halten zu können.

Das Wohnangebot im Neumayer-Haus soll als Stabilisierungsphase dienen, mit dem Ziel, dass die Bewohner nach bis zu fünf Jahren in der Lage sind, eigenständig Wohnraum auf dem freien Wohnungsmarkt zu finden und diesen zu halten. Eine sozialpädagogische Begleitung im Einzelfall ist essentieller Bestandteil des Neumayer-Hauses.

Den Zuschlag zur weiteren Konzeptentwicklung erhielt im November 2019 das Diakonische Werk Ortenau.E nde Mai 2020 wurde der Verkauf des Grundstücks des ehemaligen Badenwerk-Areals in Hausach zwischen der Stadt Hausach und der Stiftung vollzogen – damit fiel der offizielle Startschuss für den Bau des solidarischen Wohnmodells. Im Dezember 2020 wurde der Architekt Benjamin Schmider aus Hausach mit der Planung und Errichtung des Neumayer-Hauses beauftragt.

Es soll 2022 bezugsfertig sein und durch das Diakonische Werk Ortenau als Sozialbetreuer betrieben werden. Die Stiftung wird mit einem Büro vor Ort vertreten sein.

Bürgermeister Hermann freut sich für die Stadt Hausach und ist gleichzeitig sehr dankbar, dass durch das Engagement der Neumayer-Stiftung ein solch soziales Projekt in Hausach realisiert werden und damit für Menschen mit geringem Einkommen eine Perspektive für die Zukunft geboten werden kann.

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