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Hausach/Haslach "Wichtig ist, dass er gut erzogen ist"

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Gleich drei Hunde "arbeiten" im Sägewerk Streit: Geschäftsführer Klaus Henne (von links) mit seine Hündin Iva (sechs Jahre alt), Lucy (ein Jahr alt), Jorgas (fünf Jahre), seine Tochter Jennifer De Buhr und Mitarbeiter Florian Sommer. Foto: Reinhard

Hausach/Haslach - Er macht keinen Handschlag, bringt nie Kuchen mit und riecht meistens aus dem Mund. Trotzdem ist er ein beliebter Kollege. Zum heutigen Tag des Bürohundes haben wir mit Kinzigtäler Firmen gesprochen, in denen Vierbeiner "mitarbeiten".

Wohin mit meinem Hund, während ich arbeite? Viele Tierfreunde haben dieses Problem, für die es unterschiedliche Lösungen gibt, von freundlichen Nachbarn über professionelle Betreuung bis zu Teilzeit- oder Schichtarbeit. Die einfachste ist es aber natürlich, wenn Herrchen oder Frauchen ihren Vierbeiner zur Arbeit mitnehmen können. In den meisten Fällen sehen Chefs das nicht so gerne. Doch es gibt Ausnahmen. Auch im Kinzigtal gibt es einige Firmen, in denen ein Kollege bellt – zumindest ab und zu.

Seniorenzentrum am Schlossberg: Amy, die dreijährige Bolonka-Hündin, die ihr Frauchen Andrea Moosmann zu ihrem Arbeitsplatz im Seniorenzentrum am Schlossberg in Hausach begleitet, ist allerdings so ruhig, dass jeder, der Moosmanns Büro im Verwaltungstrakt betritt, sie zuerst gar nicht bemerkt. Erst wenn sich hinter ihrem Schreibtisch ein weißes Fellknäuel gemächlich von einem Kissen rollt, bemerkt der Besucher, dass Moosmann nicht alleine ist. "Sie darf hier frei herumlaufen. Nur in die Zimmer der Bewohner darf sie nicht rein. Außerdem habe ich ihr beigebracht, dass sie nicht zur Haupteingangstür raus darf", berichtet Moosmann.

Dass sie seit drei Jahren die kleine Amy hat, liegt auch an ihrem Chef. "Als ich ihm erzählte, dass ich darüber nachdenke, einen neuen Hund anzuschaffen, riet er mir, ein kleineres Exemplar zu kaufen. Das könne ich dann mit zur Arbeit bringen." Sie entschied sich für einen Bolonka, einen russischen Schoßhund, denn: "Mir war klar, dass ich hier einen ruhigen Hund brauche, der sich auch gerne mal anfassen lässt", so Moosmann.

Da sie klein ist und nicht haart, haben auch Menschen, die eigentlich Angst vor Hunden haben, und Allergiker kein Problem mit ihr. Bei den Bewohnern hat Moosmann sogar positive Effekte beobachtet: "Demente Bewohner unterhalten sich mit dem Hund, auch wenn sie sonst eher stumm sind." Kollegin Hilda Roth stimmt zu: "Sie zaubert eigentlich jedem ein Lächeln aufs Gesicht."

Auch bei Heimleiter Dietmar Haas hat Amy einen Stein im Brett – obwohl der selbst Katzenbesitzer ist. Wenn andere Mitarbeiter ihre Hunde mitbringen wollen, würde er von Fall zu Fall unterscheiden. "Wenn der Hund ruhig und gut erzogen ist, warum nicht?", meint er.

Sägewerk Streit: Gleich drei Hunde begrüßen Besucher des Sägewerks Streit in Hausach – wenn auch meistens nicht gleichzeitig. "Auch wenn die Hunde sich untereinander gut vertragen haben sie irgendwie die Abteilungen sehr gut unter sich aufgeteilt", berichtet Jennifer de Buhr, die Tochter von Geschäftsführer Klaus Henne, die seit zwei Jahren im Betreib mitarbeitet. "Iva, der Hund meiner Eltern, und meine Lucy bleiben unten, Jorgas oben. Theoretisch darf sich aber jeder von ihnen frei bewegen."

Nur, wenn Leute kämen, die Angst vor Hunde hätten, würden die Tiere weggesperrt oder auf ihren Platz geschickt. Allergiker gebe es im Sägewerk glücklicherweise nicht. Insgesamt lockerten die Hunde die Stimmung auf und lenkten auch mal ab, wenn es nötig wird – nicht zuletzt durch dir regelmäßigen Gassirunden, die die Hunde brauchen. "Da bekommt man den Kopf frei und kommt mit neuen Ideen zurück", meint Klaus Henne, der die positiven Effekte eines Hundes natürlich auch als Geschäftsmann sieht. "Wenn ich mit Einkäufern im Wald unterwegs bin und den Hund dabei habe, ist er oft ein Türöffner." Auch bei den Mitarbeitern sind die Hunde beliebt: "Ich habe selber – noch – keinen Hund. Für mich ist das so ein bisschen Ersatz", sagt beispielsweise Elmar Dilla.

Nachteile gebe es aber auch, wie Mitarbeiter Florian Sommer berichtet. "Wenn Essen fehlt, war es immer ein Hund", sagt Jorgas’ Besitzer grinsend. "Aber wer das auf Nasenhöhe liegen lässt, muss damit rechnen."

Henne hätte auch nichts dagegen, wenn weitere Mitarbeiter ihre Tiere mitbringen müssen. "Ich kann das als Chef ja nicht machen und das anderen dann verbieten", sagt er. "Wichtig ist nur, dass der Hund gut erzogen ist und nicht permanent bellt."

Rathaus Haslach: Wenn Bürgermeister Philipp Saar durch die Gänge des Rathauses eilt, wird er oft verfolgt – nicht von Mitarbeitern, sondern von seinem Hund Nila. Diese ist ein Prager Rattler und Saars "angeheirateter Hund", wie er sagt. Seine Frau Rebecca brachte Nila mit in die Beziehung. Auch wenn er nicht mit Hunden aufgewachsen ist, möchte der Bürgermeister das Tier mittlerweile nicht mehr missen. 0Wenn er keine oder wenige Termine hat, bringt Saar Nila mit ins Rathaus. "Ob sie nun zu Hause friedlich rumliegt oder hier, spielt doch keine Rolle." Nila sei nicht aufdringlich, belle so gut wie nie und sei so klein, dass niemand vor ihr Angst habe.

Auch bei Saars Vorzimmerdamen sei es bei Nila "Liebe auf den ersten Blick" gewesen. "Die freundliche Begrüßung geht morgens immer zuerst an den Hund", berichtet der Bürgermeister. "Es sorgt einfach immer für gute Laune, wenn sie schwanzwedelnd zu einem kommt", meinen Tanja Benz und Katja Schätzle. Anfangs sei es ungewohnt gewesen, einen Hund im Rathaus zu haben und sie seien auch etwas skeptisch gewesen, ob das funktioniert. "Aber alle Bedenken haben sich in Wohlgefallen aufgelöst."

"Wenn sein Hund den Ablauf nicht stört, dann hätte ich auch nichts dagegen, wenn ein anderer Mitarbeiter sein Tier ebenfalls mitbringt", sagt Saar.

Der Bundesverband Bürohund (BVBH) organisiertjährlich den internationalen Bürohundtag in Deutschland. Am heutigen 21. Juni werden weltweit Unternehmen eingeladen, ihren Mitarbeitenden die Mitnahme von Hunden zu erlauben und auf die Vorzüge von Hunden im Büro hinzuweisen.

Ihre Redaktion vor Ort Hausach

Charlotte Reinhard

Fax: 07832 9752-15

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