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Hausach "Waren vier Wochen nicht erreichbar"

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Im hinteren Einbach gibt es nicht nur ein Handy-Funkloch. Seit der Umstellung auf digtiales Telefonieren funktioniert auch der Festnetzanschluss dort nicht mehr zuverlässig. Foto: Reinhard Foto: Schwarzwälder Bote

Kein Telefon, kein Internet, kein Handy – was nach einsamer Insel oder Mittelalter klingt, ist für einige Einbacher Realität. Zeitweise sind sie regelrecht von der Außenwelt abgeschnitten.

Hausach. Dass es im hinteren Einbach ein Funkloch gibt und damit keinen Handyempfang, daran hatten sich die Einbacher ja schon fast gewöhnt. Dass auch die Internetleitung langsam ist und sich E-Mails mit Anhang nur sehr schwer oder gar nicht verschicken lassen, ist ebenfalls ein ständiges Ärgernis. Nachdem ihre Telefonanschlüsse Ende des vergangenen n Jahres auf digitales Telefonieren umgestellt wurden, sind einige von ihnen aber nicht einmal per Festnetz zu erreichen – obwohl die Telekom versichert hatte, dass es keine Probleme geben werde. Das sagen die Betroffenen: Natalie Lauble ist eine von den Einbachern, die es wohl am schlimmsten getroffen hat. "Wir waren vier Wochen lang nicht erreichbar", berichtet sie. Wer sie anrufen wollte, bekam ein andauerndes Besetzt-Zeichen zu hören; versuchte sie selbst zu telefonieren, wurde sie aus der Leitung geschmissen. Die Telekom erwies sich bei der Problembehebung als keine Hilfe. "Sie verwies von Einem aufs Andere und behauptete irgendwann auch, die Stadt Hausach sei zuständig", berichtet Lauble. "Teilweise unterstellte man uns gar, dass wir etwas falsch gemacht hätten."

Mittlerweile hat die Familie zwar wieder Festnetz, aber der Anschluss funktioniert nicht zuverlässig. "Wir fühlen uns hilflos und sind genervt. Und was machen wir in einem Notfall, wenn es brennt oder wir einen Rettungswagen brauchen?"

Diana Schmid vom Schilligerhof hatte die Thematik in der jüngsten Gemeinderatssitzung während der Frageviertelstunde angesprochen. Sie hat noch keinen digitalen Anschluss. "Ich weigere mich; ich sehe ja bei den Nachbarn, dass es nicht funktioniert", erklärt sie. Seit Dezember steht sie deswegen in Kontakt zur Telekom. Die behaupte, sie müsse umstellen oder der Vertrag laufe aus. "Es gestaltet sich schwierig, das Ganze auf Eis legen zu lassen", sagt Schmid.

Aber auch wenn das Telefon noch funktioniert, die schlechte Kommunikationsanbindung wirkt sich auf ihr Leben aus. "Theoretisch könnte ich auch von zu Hause aus arbeiten, praktisch ist das wegen des schlechten Internets nicht möglich", sagt sie.

Nicht einmal der Wetterbericht lässt sich abrufen

Auch Eva und Christian Breithaupt gehören zu den Betroffenen. Anfang November wurde bei ihnen das Telefon umgestellt. "Anfangs haben wir gar nicht gemerkt, dass es nicht funktioniert. Aber irgendwann haben uns Bekannte gefragt, warum wir nie zu Hause sind und da wurden wir misstrauisch", berichtet Christian Breithaupt. "Es hat einfach durchgeklingelt und wir haben nichts gehört." Nach einer Weile konnten die Beiden auch nicht mehr heraustelefonieren. "Momentan geht das Telefon mal, dann wieder nicht", fasst Christian Breithaupt die derzeitige Situation zusammen. Die Internetverbindung sei so schlecht, dass man manchmal nicht einmal den Wetterbericht abrufen könne. Ein Zustand, der auch die Tochter benachteilige. "Sie ist jetzt in der dritten Klasse und so allmählich fängt das jetzt an, dass sie für die Schule online recherchieren soll", erzählt Breithaupt.

Die Telekom habe auf seine Beschwerde erst einmal mit einem "Das kann nicht sein" reagiert. "Und dann behauptete das Unternehmen, es sei gar nicht zuständig. Die Telekom schiebt den Schwarzen Peter der Stadt zu", ärgert sich Breithaupt. Das sagt die Stadt: Die Stadt Hausach stehe im Austausch mit der Telekom, hatte Bürgermeister Wolfgang Hermann in der jüngsten Ratssitzung berichtet. Vor ein paar Wochen seien Vertreter im Rathaus gewesen. Mit diesen habe die Verwaltung hart verhandelt, um die Internetqualität im Hintertal zu verbessern, indem die entsprechenden Verteiler mit Glasfaser ausgestattet werden. Die Stadt möchte, dass dies parallel zum Ausbau im Hechtsberg geschieht. Dieser ist für den Sommer geplant. "Wir warten diesbezüglich jeden Tag auf eine Antwort der Telekom."

Bauamtsleiter Hermann-Josef Keller gibt auf Anfrage des Schwabo bekannt, dass die für den Ausbau des Kabelverzweigers notwendige Genehmigung mittlerweile erteilt sei. Er empfiehlt Betroffenen, bei der Telekom einen Rückstellungsantrag für die Umstellung auf IP zu stellen, bis die Leitungen entstprechend ausgebaut sind.

Das sagt die Telekom: "Wir sind mit der Gemeinde im Gespräch hinsichtlich eines weiteren Breitbandausbaus", beantwortet die Telekom die Presseanfrage des Schwabo. "Im Laufe des Jahres wollen wir zwei weitere Verteilerkästen breitbandfähig ausbauen. Die Planungen dazu sind bereits angelaufen und sobald die Witterungsverhältnisse es zulassen, wird gebaut." Die Frage, warum die bereits auf IP umgestellten Telefone nicht zuverlässig telefonieren, obwohl davor versichert wurde, dass so etwas nicht geschehen würde, bleibt unbeantwortet. Auch darüber, inwiefern die Stadt für die Sicherstellung der telefonischen Erreichbarkeit zuständig sein soll, gibt es keine Auskunft.

Keller jedoch hat eine klare Aussage dazu: "Wir stellen die Grundversorgung sicher, also zum Beispiel die mit Wasser. Das ist unsere Sache. Telefone nicht."

Nutzer haben laut Bundesnetzagentur einen Anspruch auf Anschluss an ein öffentliches Telekommunikationsnetz und auf einen Zugang zu öffentlich zugänglichen Telefondiensten. Zurzeit erbringt die Telekom die Grundversorgungsleistungen in Deutschland. Bei Beschwerden gibt es auf der Internetseite der Agentur ein entsprechendes Formular.

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