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Hausach Viele buchen kurzfristig und spontan

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Melanie Herzberg von Hausacher Reisebüro Luke ist froh, dass die Stornierungen abgearbeitet sind.Foto: Reinhard Foto: Schwarzwälder Bote

Trotz der Corona-Pandemie sind Reisen in 23 europäische Länder wieder erlaubt. Auch Teile der Türkei haben ihre Restriktionen seit Dienstag aufgehoben. Wie hat sich das Buchungsverhalten geändert? Der Schwabo hat bei Reisebüros nachgefragt.

Mittleres Kinzigtal. Auch die Arabischen Emirate bauen ihr Netz aus – sehr zur Erleichterung vieler, die nicht auf ihren jährlichen Urlaub verzichten wollen oder ihn bereits gebucht hatten.

Der große Ansturm bleibe trotzdem aus, berichtet Melanie Herzberg vom Reisebüro Luke in Hausach und die Leute, die zur Buchung und Beratung kämen, würden sich zum größten Teil für die "üblichen Verdächtigen" wie Mallorca, Griechenland und die Kanaren entscheiden.

Was sich im Vergleich zu der Zeit vor der Pandemie geändert habe, sei, dass Viele sehr spontan und kurzfristig eine Wochenreise oder eine Kurztrip buchen. Auch die Anfragen hätten zugenommen. Nachdem seit Kurzem Touristen wieder in Teile der Türkei fliegen können, sei bereits am Mittwoch eine Anfrage gekommen. "Viele scharren da schon mit dem Hufen", sagt Herzberg. "Aber insgesamt halten die meisten noch die Füße still und warten ab", fasst sie zusammen. Zu unsicher sei ihnen noch die Situation.

Zwar gebe es jetzt einige Buchungen und die Saison gehe noch bis September, aber das Geschäftsjahr 2020 könne sie trotzdem "in die Tonne treten", wie es Herzberg ausdrückt.

Noch ärgerlicher als das findet sie allerdings das Kommunikationsverhalten der großen Reiseunternehmen, das sie schon vor einigen Wochen bemängelt hatte (wir berichteten). "Das ist verbesserungswürdig. Da habe ich immer noch einen dicken Hals", ärgert sich Herzberg. Bei einige Unternehmen fliege man sofort aus der Leitung oder man hänge stundenlang in der Warteschleife. Antworten bekäme man keine. Für die kleinen und mittelständischen Unternehmen sowie für diejenigen, die sich auf bestimmte Reisen spezialisiert hätten, findet sie allerdings lobende Worte. "Auf die kann man zählen", sagt sie.

Stornierungen sind abgearbeitet

Froh ist Herzberg darüber, dass die Zahl der abzuarbeitenden Stornierungen drastisch abgenommen hat. "Damit haben wir zum Glück momentan nicht viel zu tun. Das war so schlimm, dass ich an einigen Tagen gar nicht in den PC schauen wollte", erinnert sie sich.

Ähnliches beobachtet Christian Oberfell, Inhaber des gleichnamigen Wolfacher Reisebüros mit Zweigstellen in Haslach, Hausach und Zell. Die Tatsache, dass alle wieder reisen können, sei ein riesiger Fortschritt gegenüber der Situation im Mai und April. Nach und nach könnten nun auch wieder Reiseziele außerhalb Europas angesteuert werden. "Als großen Schritt nach Vorne empfinde ich auch, dass Reisewarnungen nicht mehr pauschal für ganze Länder herausgegeben werden und statt dessen Regionen eine größere Rolle spielen", schreibt Oberfell auf die Anfrage unserer Zeitung. In Spanien seien die Kanaren beispielsweise bei weitem nicht so stark von der Pandemie betroffen gewesen wie das Festland.

Von den Zielgebieten würden natürlich am meisten die Fernziele leiden, für die ja immer noch Reisewarnungen bestehen, schreibt er weiter. Bislang habe auch die Türkei dazu gehört. Aber auch EU-Länder würden leiden – geradezu katastrophal sei zum Beispiel der Einbruch in Spanien. "Vor diesem Hintergrund ist sehr wichtig, dass wir in der EU zusammenhalten. Wir sollten da nicht nur uns selbst im Blick haben, sondern auch die Menschen vor Ort", schreibt er.

Andererseits gebe es aktuell aber auch Ziele, die gut wegkommen, unter anderem Kroatien. Viele Kunden würden in diesem Jahr auch im Inland bleiben. "Ob das in Bezug auf die Pandemie sinnvoll ist, möchte ich übrigens bezweifeln. Viele Urlaubsorte in Deutschland sind ja ziemlich überlaufen", gibt Oberfell zu bedenken.

Insgesamt beobachte er, dass die Kunden in diesem Sommer extrem kurzfristig buchen. Es bestehe aber kein großes Risiko, wenn man längerfristig buche, so Oberfell. "Die Veranstalter bieten sehr großzügige Storno- und Umbuchungsmöglichkeiten an." Er rät aber, in einem Reisebüro zu buchen, denn die Buchungen seien im Hinblick auf die Hygienevorschriften vor Ort sehr beratungsintensiv. "Fast bei jeder Buchung sind wir hier mit den Hotels vor Ort in Kontakt", so Oberfell.

"Die Situation ist psychisch sehr anspruchsvoll, wir gehen ein Stück weit durchs Fegefeuer", sagt er. "Ich möchte daher jeden bitten, uns (oder ein anderes Reisebüro vor Ort) nach der Krise zu unterstützen."

Alle Reisenden, die aus dem Ausland zurückkehren, haben die Möglichkeit, sich nach ihrer Rückkehr freiwillig und kostenfrei auf das Coronavirus testen zu lassen. Reisende, die aus einem Risikogebiet kommen, müssen sich entweder testen lassen oder 14 Tage in Quarantäne begeben. Bald soll jedoch jeder aus einem Risikogebiet Einreisende verpflichtend einen Corona-Test machen. Diese Regelung soll noch diese Woche in Kraft treten.

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