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Hausach Viel Wissenswertes über Bräuche

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Zufriedene Gesichter: Die Leser unserer Zeitung haben die Wanderung mit Klaus Grimm (Mitte, mit Hut) hoch über Hausach sichtlich genossen. Foto: de Kort

Hausach - "Es ist Advent und alles rennt", mit diesem Satz beginnt eines der Gedichte, die Klaus Grimm während der winterlichen Leserwanderung zum Besten gibt. Am vergangenen Sonntag, an dem die Adventszeit begonnen hat, wanderte der Geograph aus Schiltach zusammen mit den Lesern des Schwarzwälder Bote vom Gasthaus Käppelehof in Hausach-Einbach zum Spitzfelsen.

Besinnliche Adventszeit? Für die meisten Menschen bedeutet die vorweihnachtliche Zeit wohl eher Stress und Verpflichtungen. Mehrere Weihnachtsfeiern, Geschenke besorgen, die vielen Dinge, die im Job oder in der Schule vor den Feiertagen noch anstehen – da bleibt wenig Zeit für Besinnung. Mit verschiedenen Gedichten und Erzählungen möchte Klaus Grimm seinen Zuhörern auf der Wanderung Anstoß geben, Ruhe zu finden und an die wesentlichen Dinge zu denken: "Der Kommerz widerspricht dem eigentlich besinnlichen Charakter der Weihnachtszeit."

Ein Leser hat dafür seine eigene Bezeichnung gefunden, er nennt die Weihnachtszeit einen "Geschenkemarathon", was auch Klaus Grimm und die anderen Wanderer zum Schmunzeln bringt. "Das Empfinden von Weihnachten ist so unterschiedlich", bemerkt ein weiterer Leser, "den Kindern sind die Geschenke wichtig, später zählen Job, Kleidung und Auto mehr und im Alter ist man froh, wenn man sich noch hat."

Das Warten auf das Weihnachtsfest wird traditionell vom Adventskranz begleitet, dessen Ursprung Klaus Grimm genau zu erklären weiß: Im 19. Jahrhundert baute der evangelische Theologe Johann Wichern ein Waisenhaus auf. Da die Kinder in der Adventszeit sehr ungeduldig waren, nahm Wichern ein vierspeichiges Wagenrad und stellte auf die Speichenenden je eine dicke rote Kerze. Die vier großen Kerzen symbolisieren die vier Adventssonntage, dazwischen gab es kleinere weiße Kerzen.

"Damit lehrte Wichern den Kindern das Warten, und diese Tradition hat sich bis heute gehalten, daraus hat sich auch der Adventskalender entwickelt", wie Grimm erzählt. Dass solche Traditionen wertvoll sind und eine Kultur ausmachen, ist ein wichtiger Aspekt. "Aber Traditionen brauchen auch eine Weiterentwicklung, sonst sind sie irgendwann alt und museumsreif", sagt der Schiltacher.

Bevor die Gruppe den Spitzfelsen erreicht, fragt der Wanderführer, wer denn den Nikolaus feiere, worauf alle sich melden. "Bei wem kommt das Christkind, und bei wem der Weihnachtsmann?", fragt er dann. Hier fallen die Antworten doch etwas unterschiedlicher aus. Klaus Grimm erklärt daraufhin, wem wir das Christkind zu verdanken haben: "Martin Luther setzte den Nikolaus ab, die Protestanten wollten sich von den katholischen Heiligen distanzieren." Deswegen habe er dann das Christkind "eingeführt".

"Der Weihnachtsmann kommt erst später und stammt aus Norddeutschland, und löste vielerorts das Christkind ab", so Grimm. Nikolaus, Christkind oder Weihnachtsmann? Mittlerweile werden alle drei von Kindern oft miteinander vermischt oder verwechselt, "aber Hauptsache es gibt Geschenke", scherzt ein Wanderer.

Und wer begleitet den Nikolaus? Knecht Ruprecht, da sind sich alle einig. Zu diesem hat Klaus Grimm ebenfalls ein passendes Gedicht und darüber hinaus viel zu erzählen. "Der Knecht Ruprecht wurde früher sehr stark pädagogisch genutzt, und zum Teil ist das auch heute noch so", sagt er. Wie sehr die Kinder ihn früher fürchteten, bestätigt auch ein Leser. Die Figur des Knecht Ruprecht kam im 19. Jahrhundert auf, als sich die meisten Weihnachtsrituale ausbreiteten, wie Grimm weiß. So ist der düstere Geselle vielerorts verbreitet und auch unter anderen Namen bekannt, wie in Franken als Pelzmärtel oder in Teilen Österreichs als Krampus.

Bevor die Gruppe den Abend im "Käppelehof" bei schwäbischen Spezialitäten ausklingen lässt, wird sie von Klaus Grimm in die benachbarte Wendelinuskappelle geführt. Hier stimmt der passionierte Wanderer zum allbekannten Weihnachtslied "In der Weihnachtsbäckerei" ein. Auch ohne Textvorlage singen die begeisterten Leser des SchwaBo mit, sodass auch ohne Schnee doch eine winterlich-weihnachtliche Stimmung aufkommt.

Ihre Redaktion vor Ort Hausach

Charlotte Reinhard

Fax: 07832 9752-15

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