Am Ende kann Schnurr-Obmann Marco Schwab sich nur noch mit Spezi betrinken.Foto: privat Foto: Schwarzwälder Bote

Schnurren: Obmann dreht Film / Absagen führen zu Tränen der Verzweiflung

Hausach (cr). Eigentlich wäre am vergangenen Samstag geschnurrt worden, was das zeug hält. Doch Corina, pardon, Corona, machte auch dieser Fasentsveranstaltung vorerst den Garaus. Um zumindest ein bisschen Schnurrstimmung aufkommen zu lassen, hat Obmann Marco Schwab einen kleinen Film gedreht, den jeder, der die Fasent vermisst, in den sozialen Medien anschauen kann.

Zu sehen ist in dem rund zehnminütigen Filmchen Marco Schwab, der gut gelaunt zu den Wirtschaften stapft und sich freut, mit seiner Schnurrgruppe "Amigos" auftreten zu können. Doch ob vor der "Blume", dem "Akropolis", dem "Ratskeller", der Burgschänke oder der "Lina" – überall weist ein Schild ihn darauf hin, dass das Schnurren aufgrund der Corona-Pandemie nicht stattfindet. Wütend, weinend und theatralisch in ein rotes Taschentuch schnäuzend beklagt Schwab die Absagen, um sich schließlich zu Hause mit Spezi zu betrinken und sein Schicksal bei trauriger Klaviermusik zu beklagen. "Blöde Corina, äh Corona", schimpft er und bezieht sich damit auf die Clips der Narrenbolizei (wir haben berichtet), die in einer Serie momentan versuchen, eine rätselhafte Corina dingfest zu machen. "Corina" entstammt der WhatsApp-Autokorrektur und meint eigentlich Corona. Zwischen den einzelnen Clips sind im Schnurrantenfilm Fotos von und Videos von vergangenen Schnurren zu sehen.

"Das war spontan und komplett aus dem Bauch heraus", berichtet Schwab auf Anfrage des Schwarzwälder Boten. Eigentlich hatte er am Schnursamstag nur die Schnurrbeizen fotografieren wollen, um die Fotos in die sozialen Medien zu stellen, aber dann hätte er seine Frau Carmen gebeten, ein Video zu drehen. Eins sei zum anderen gekommen, bei manchen Wirtschaften hätten sie die Besitzer angetroffen, die gerne mitgemacht hätten und innerhalb einer Stunde seien die Aufnahmen fertig gewesen.

Die Abschlussszene wurde zu Hause gemacht, seine Tochter Pauline spielte das Klavier und dann mussten nur noch Fotos und Videoclips herausgesucht werden.

"Einige sind sogar aus den späten 60er- oder dem Anfang der 70er-Jahre", berichtet Schwab. Einige hat er aus dem Codex, andere aus dem Narrenmuseum abfotografiert. Dass es dieses Jahr kein Schnurren gibt, "ist schon blöd und schlimm", sagt Schwab, der seit 25 Jahren dabei ist. "Aber mit dem Film konnte ich wenigstens kurz ein bisschen Schnurren fühlen. Und ich hoffe, andere können das auch."

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