Der "Schinderhannes" hat für ausverkaufte Veranstaltungen gesorgt. Foto: Verein

Burgfestspiele: Intendant zieht Bilanz der Veranstaltungen in Hausach / Alle Aufführungen ausverkauft

Mit einem Jahr Verspätung ist der "Schinderhannes" im Rahmen der Hausacher Burgfestspiele aufgeführt worden. Nach neun Vorstellungen zieht Intendant und Regisseur Jürgen Clever eine positive Bilanz.

Hausach. Die Hausacher Burgfestspiele sind gut gelaufen – und das trotz einiger Unwägbarkeiten. Denn nicht nur die Lage rund um die Corona-Pandemie hatte die Burgfestspiele für längere Zeit unsicher gemacht. Nachdem endlich feststand, dass diese mit einem entsprechenden Hygienekonzept stattfinden konnten, wurde der Sommer für eine Freilichtveranstaltung eher suboptimal.

"Anfangs hatten wir eher Novemberwetter, dann wurde es sommerlich, dann kam der Herbst, dann wieder Sommer und so weiter", fasst Clever das unstete Wetter zusammen. Folglich musste eine der ursprünglich zehn geplanten Veranstaltungen ausfallen – wegen Regens, so Clever.

Und auch die Premiere wäre fast dem Wetter zum Opfer gefallen. Denn kurz zuvor fegte ein Sturm das Bühnenbild zusammen. Für die Truppe bedeutete das noch mehr Stress.

Die Probenzeit war laut Clever bereits ungefähr nur halb so lang wie üblich gewesen, die Frequenz entsprechend doppelt so dicht. Das sei den Mitwirkenden, so Clever, bereits spürbar an die Substanz gegangen. "Die Generalprobe haben wir in der Regel donnerstags vor der Premiere, freitags ist dann üblicherweise ein Ruhetag." Dem machte besagter Sturm einen Strich durch die Rechnung.

Das Bühnenbild war derart in Mitleidenschaft gezogen worden, dass die Premiere fast hätte abgesagt werden müssen. Aber Jürgen Klausmann und einige unerschütterliche Helfer hätten kurzerhand eine Nachtschicht eingelegt und alles wieder hergerichtet, ist Clever dem Einsatz der Handwerker sichtlich dankbar. Doch trotz des Einsatzes ist das Bühnenbild ein "Totalschaden", wie der Intendant berichtet. Mit dem Abbau nach dem "Schinderhannes"­ muss es komplett auseinander genommen werden.

Abgesehen von diesen Unannehmlichkeiten aber ist die Spielzeit diesmal sehr gut gelaufen. "Ansonsten war alles super", sagt Clever und lacht. Aufgrund der Beschränkungen im Zuge der Corona-Pandemie hatten jeweils nur 80 Gäste Platz im Publikum.

"Aber ich habe ihnen gesagt, sie müssten halt klatschen, als wären’s 180. Das hat auch geklappt", so Clever. Die neun Veranstaltungen, die stattgefunden haben, waren ausverkauft. Bei einer habe es eine gute halbe Stunde vor der Pause angefangen zu regnen. Die Gäste bekamen Regen-Capes, die das Team immer vorhält. Nach der Pause sei alles wieder trocken gewesen.

Von Lethargie ist nichts zu spüren

Clever selbst ist äußerst zufrieden damit, wie die Burgfestspiele 2021 gelaufen sind. Er habe sich im Vorfeld Gedanken gemacht, ob die Menschen überhaupt noch aus ihren eigenen vier Wänden heraus wollten – eine gewisse Corona-Lethargie sei im Vorhinein zu spüren gewesen. Doch nicht bei den Vorstellungen – die seien gut gelaufen und die Stimmung immer bestens gewesen.

Was die Burgfestspiele im kommenden Jahr betrifft, sieht der Intendant noch zu viele Unwägbarkeiten. "Man hat uns mal gesagt, der Spuk wäre im September rum – nur leider wurde vergessen, das Jahr mit anzugeben", witzelt Jürgen Clever lachend. Natürlich habe die Truppe die eine oder andere Idee, "aber wir sind im Moment sehr vorsichtig", so Clever. Man werde sich aber intensiv mit den Burgfestspielen 2022 beschäftigen, sobald die Situation klarer sei – zumal das Zehnjährige ansteht.