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Hausach Paul Falk zum Hundertsten

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Christiane Ditscheid ist ein großer Fans ihres Onkels Paul Falk (links im Selbstporträt). Foto: C. Agüera Foto: Schwarzwälder-Bote

Von Christiane Agüera Oliver Hausach. Am heutigen 6. August wäre der Schwarzwaldmaler Paul Falk 100 Jahre alt geworden. Ein Rückblick. Christiane Ditscheid erinnert sich gerne an ihren Onkel Paul zurück. Ihre Mutter Paula, geborene Armbruster, war die Schwester von Paul Falks Ehefrau Gustel. Immer wieder besuchte die in Frankreich aufgewachsene Christiane Ditscheid ihre Tante und den Onkel in Hausach-Einbach.

"Meinem Onkel stand der Schalk in den Augen", erzählt Christiane Ditscheid lachend. Stets war er zu Streichen aufgelegt. Das gute Verhältnis zu ihm blieb bis über den Tod hinaus. Seine Nichte galt und gilt neben seiner inzwischen verstorbenen Ehefrau als der größte Fan seiner Gemälde. Zu Weihnachten und zum Geburtstag wünschte sie sich immer eines seiner Werke. So kam es schon mal vor, dass die Bilder erst kurz vor dem Besuch bei der Nichte fertiggestellt und noch nass an sie übergeben wurden.

Seit vergangenem Jahr wohnt Christiane Ditscheid nun in Hausach, ist quasi an die Wirkungsstätte ihres Onkels gezogen. Das Haus Burgblick, in dem eine weitere Schwester ihrer Mutter lebte, lies sie von Grund auf sanieren. An den Wänden hängen nun die Bilder von Paul Falk. Doch nicht nur die Gemälde zieren ihr Haus. "Er hat alles bemalt", erinnert sie sich. Vom Schrank über Uhren bis hin zu Kerzenständern.

Zwei Häuser nebenan befindet sich das ehemalige und vermietete Wohnhaus von Paul und Gustel Falk. Immer wieder zieht es Christiane Ditscheid in das dahinterliegende Atelier, das einst Arbeitsstätte für seine rund zwanzig Mitarbeiter war und in dem jetzt noch zahlreiche Werke des Künstlers hängen.

Er war vielseitig begabt. Als Sohn von Lokführer Emil Falk und Mutter Anna, geborene Eng wurde Paul Falk am 6. August 1912 in Hausach geboren. Er wuchs am hinteren Bahnhof auf. Schon in der Schulzeit malte er, wie auch sein älterer Bruder Eugen, gerne. Der Wunsch der Eltern, dass ihre Söhne einen Beruf erlernen, ließ sie die Malerei zurückstecken. So absolvierte Paul Falk in der Haslacher Mechanikerwerkstätte Zimmermann eine Lehre.

Gemeinsam mit seinem Bruder eröffnete Paul Falk dann in Hausach eine eigene Werkstatt samt Tankstelle. Nebenbei stieg er in die Uhrenschildmalerei ein. Als Teilekonstrukteur wurde er unter den Nazis zur Flugzeugfirma Fieseler in Kassel dienstverpflichtet, bevor er als Flugzeugbaukonstrukteur zu den Firmen Heinkel-Hirth in Stuttgart und zu BMW nach München kam.

Während seines Aufenthaltes in Kassel besuchte er abends die Kunstschule. Nach dem Krieg, in dem er in Frankreich und Russland war, ließ er sich 1946 in Hausach-Einbach als Kunstmaler nieder. Weil es in der Nachkriegszeit kaum Aufträge für Bilder gab, malte er mit seinem Bruder wieder Uhrenschilder, richtete – nach der Eheschließung mit Gustel im Jahr 1946 im Einbach – einen Bauernmalerei-Betrieb ein und beschäftigte bis zu 15 Mitarbeiter.

Die Mitarbeiterzahl stieg schließlich auf zwanzig an. Mehr als zwei Jahrzehnte lang arbeitete Paul Falk auch für den Herder-Verlag und stellte anfangs noch aus Holz später dann aus Kunststoff Rechenkästen her.

Ab 1975 widmete sich Paul Falk ganz der Malerei. Motive aus der näheren Schwarzwald-Umgebung waren gefragt. Maltechnisch probierte der Künstler alles aus, griff zu Kohle, Pinsel, Aquarell oder Ölfarben, malte abstrakt, dann wieder impressionistisch.

Entwürfe für die Hausacher Fasentsabzeichen, Kulissen für die unterschiedlichsten Aufführungen oder das Ausbessern von Herz-Jesu-Figuren für einen Einbacher Herrgottswinkel – Paul Falk war in seiner künstlerischen Tätigkeit vielseitig und sehr gefragt. Noch heute hängen seine Werke in Ämtern, Museen, Gast- und Privathäusern.

Seine Wandmalereien sind unter anderem an den Hausacher Gebäuden der Bäckerei Waidele, Metzgerei Decker und beim Schuhhaus Oberle zu sehen. Mit seinem Tod im August 1996 verlor die Stadt einen großen Künstler.

Anlässlich des 100. Geburtstages von Paul Falk wird es ab November nun eine Sonderausstellung zu seinem Leben und Werk im Museum des Herrenhauses geben.

Weitere Informationen: http://paul-falk-hausach.jimdo.com

 
 

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Charlotte Reinhard

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