Warum sehe ich diesen Hinweis?

Sie sehen diesen Hinweis, weil Sie einen Adblocker eingeschaltet haben oder im privaten Modus surfen. Deaktivieren Sie diesen bitte für schwarzwaelder-bote.de, um unsere Artikel ohne diesen Hinweis lesen zu können.

Mehr zum Thema Adblocker / Privater Modus und wie Sie diesen deaktivieren, finden Sie, indem Sie auf deaktivieren klicken.

Deaktivieren

Hausach Manfred Wöhrle ist nun Ehrenbürger

Von
Noch ein Abschiedsgeschenk: Landrat Frank Scherer überreichte die offizielle Baugenhemigung fürs Kinzigtalbad. Foto: Reinhard

Wenn Manfred Wöhrle alle Reisen, die er bei seiner offiziellen Verabschiedung geschenkt bekommen hat, sofort antritt, wird er demnächst in Hausach selten zu sehen sein. Aber vielleicht braucht er eine Auszeit, um sich von einer großen Überraschung zu erholen.

Hausach. Dass die Feuerwehr Hausach am Donnerstagabend rund um das Gelände der Stadthalle bereit stand, um die Verkehrsströme zu regulieren, war eine kluge Entscheidung. Bis zum hinteren Teil der Graf-Heinrich-Schule dirigierten die Kameraden die zahlreichen Gäste und Weggefährten des beliebten Bürgermeisters, damit diese einen Parkplatz fanden. Die üblichen Stellplätze reichten bei weitem nicht aus.

Nach einem Sektempfang begrüßte der Hausacher Schriftsteller und Leselenz-Kurator José F. A. Oliver als Moderator alle in der Stadthalle, insbesondere natürlich Wöhrle selbst sowie dessen Frau Ulrika und die gemeinsamen Töchter Stefanie, Nora und Julia.

Die Laudatio auf den scheidenden Bürgermeister hielt dessen Stellvertreter Udo Prange, der seit 1989 Mitglied des Gemeinderats und somit ein langjähriger Wegbegleiter Wöhrles ist. Er drückte seine Freude über Wöhrles wohlverdienten Ruhestand aus, betonte aber gleichzeitig: "Wir vom Gemeinderat hätten gerne noch länger mit Ihnen zusammengearbeitet."

Bereits mit einem seiner ersten Projekte habe Wöhrle sich einen Meilenstein gesetzt: die Stadthalle. Als Finanzmensch, der er als ehemaliger Kämmerer war, konnte der neue Bürgermeister sich nach seiner Wahl 2001 nicht damit anfreunden, fünf Millionen Euro für den Neubau der Halle auszugeben. Und schlussendlich schaffte er es, das Projekt für 3,05 Millionen Euro zu verwirklichen. In seiner Amtszeit habe es insgesamt Investitionen in Höhe von 26,79 Millionen Euro gegeben, und er schaffte es, dafür fünf Millionen Euro Zuschüsse zu ergattern.

Aber nicht nur Wöhrles Erreichte lobte Prange, sondern auch seine Persönlichkeit. "Wir schätzen ihn als geradlinigen, ehrlichen Menschen. Er hat das Amt mit Ausdauer und Leidenschaft ausgeführt." "Wenn es um sein Heimatstädtle ging, war er immer bis in die Haarspitzen motiviert." Die Hausacher seien ihm dafür und für das Erreichte dankbar.

Genehmigung übergeben

Auch Landrat Frank Scherer hob den Finanzmenschen Wöhrle und seine "kluge und vorausschauende Finanzpolitik" hervor. "Jede Investition wurde gut durchdacht und überprüft. Ein Insider drückte es einmal so aus: ›Wenn Manfred Wöhrle dir eine Münze in die Hand drückt, ist die Prägung nicht mehr zu erkennen, so oft hat er sie umgedreht", erklärte Scherer schmunzelnd. Daneben sei der bodenständige Charakter Wöhrles bei den Hausachern gut angekommen. "Er geht ohne Berührungsängste auf die Leute zu, selbst wenn er ihre Sprache nicht spricht."

Als besondere Überraschung hatte der Landrat die offizielle Baugenehmigung für das "Leuchtturmprojekt", das Kinzigtalbad, des scheidenden Bürgermeisters dabei. Mit der Übergabe wurde sie rechtskräftig.

Gutachs Bürgermeister Siegfried Eckert trat als Vertreter des Bürgermeistersprengels auf die Bühne. "Bei einem solchen Abschied schwingt immer etwas Wehmut mit, weil eine lange Zusammenarbeit beendet wird", sagte Eckert. Für Wöhrles Ruhestand hatten er und die anderen Bürgermeister für ihn: Eine Reise nach Hamburg, um die dortige Elbphilharmonie zu besuchen.

Die ehemaligen Bürgermeister schenkten ihm ebenfalls eine Reise, und zwar eine gemeinsame nach Südtirol.

Eine etwas längere Tour hatte Bernard Amiens aus der Partnerstadt Arbois hinter sich. Auch er wollte sich von seinem langjährigen "ami" Manfred Wöhrle verabschieden. Nicht nur der Wunsch, dass die beiden Städte fest zusammenstehen, verbände sie, Amien versicherte Wöhrle außerdem seine Freundschaft. "Du bist in Arbois jederzeit willkommen."

In Vertretung für die restliche Rathausmannschaft sagte Personalratsvorsitzende Lydia Armbruster: "Unser Chef hat seinen Beruf geliebt und das Amt als Chance genutzt, etwas zu bewegen", sagte sie. Aber auch menschlich sei er sehr angenehm gewesen. "Wenn einen der Schuh drückte, nahm er sich auch die Zeit zum Zuhören." Als Dank dafür schenkte das Verwaltungsteam Wöhrle ein Bild der Hausacher Künstlerin Marion Sokol, eine kleinen Baum sowie einen Reisegutschein nach Ostdeutschland. Denn dort, so erinnerte sich Armbruster, sei der ehemalige Rathauschef noch nie gewesen, habe er einmal erzählt.

Ein paar Wochen vor Wöhrle hatte Pfarrer Gerhard Koppelstätter seinen Abschied genommen und er ließ es sich nehmen, ebenfalls ein paar Worte zu sagen. "Der Beruf des Pfarrers und des Bürgermeisters haben viele Gemeinsamkeiten", meinte er. "Beide nehmen teil an Sorgen und Freude der Menschen." Wenn Bürgermeister und Pfarrer gegeneinander Stellung bezögen, spalte das die Gemeinde. "Wenn sie zusammenarbeiten, blüht sie."

Die Stadtkapelle, deren Vorsitzender der Bürgermeister ist, unterhielt den Abend über musikalisch, hatte aber für Wöhrle auch noch eine Überraschung: Geschäftsführer Michael Benz erklärte, die Kapelle habe beschlossen, den scheidenden Burgis zum Ehrenvorsitzenden zu ernennen.

"Erfüllende Arbeit"

Danach war es an Manfred Wöhrle, das letzte Mal die Bürgermeister-Amtskette anzulegen. "Es ist schwer, die passenden Worte zu finden", erklärte er. Er dankte Scherer für das "passende Geschenk", das die Baugenehmigung fürs Kinzigtalbad darstelle. Auch seinen Mitarbeitern dankte er. Jeder von ihnen habe an seinem Platz Weichen gestellt. Seinem Nachfolger Wolfgang Hermann wünschte Wöhrle viel Freude bei der "erfüllenden Arbeit als Bürgermeister".

Wer gedacht hatte, dass damit der Reigen der Dankes- und Lobesworte sowie der Geschenkeregen ein Ende fand, hatte sich getäuscht. Ein großes Geschenk gab es zum Schluss. "Es ist der Wunsch des Gemeinderats, dass Sie sich ins Goldene Buch eintragen", erklärte Prange. doch das war nicht alles: "Der Stadtrat hat einstimmig beschlossen, Sie zum Ehrenbürger der Stadt Hausach zu ernennen", verkündete Prange. Das erwischte den scheidenden Bürgermeister dann doch kalt und es war deutlich zu sehen, dass er mit dieser "Überraschung und Ehre, die schwer zu verarbeiten ist", wie er sagte, nicht gerechnet hatte.

Dem etwas sprachlosen Wöhrle spielte die Stadtkapelle am Ende passenderweise Udo Lindenbergs Lied "Hinterm Horizont geht’s weiter", bevor die Feier zum gemütlich Teil überging.

 
 

Ihre Redaktion vor Ort Hausach

Charlotte Reinhard

Fax: 07832 9752-15

Flirts & Singles

 
 

Top 5

0

Kommentare

Artikel kommentieren

Kommentarregeln

Um Artikel kommentieren zu können, ist eine Registrierung erforderlich. Sie müssen dabei Ihren Namen sowie eine gültige E-Mail-Adresse (wird nicht veröffentlicht) angeben. Bei Abgabe Ihrer Kommentare wird Ihr Name angezeigt. Alternativ können Sie sich mit Ihrem Facebook-Account anmelden.

  1. Passwort vergessen?
Sie haben noch keinen Benutzer-Zugang? Jetzt registrieren!
  1. null

loading