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Hausach Leselenz als "geistige Grundnahrung"

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Ulrika Wöhrle (von links), Victoria Agüera Oliver de Stahl, Hartmut Märtin, José F. A. Oliver und Christiane Agüera Oliver freuen sich auf den Leselenz. Foto: Jehle

Hausach - "Mehr als 60 internationale Gäste sind involviert" kündigte Leselenz-Kurator José F. A. Oliver bei der gestrigen Vorstellung des Ablaufplans der Veranstaltungen im Gasthaus Blume an. Das Motto ist "Literatur und die Natur (des Menschen)."

Autoren und Künstler setzen sich mit dem zeitlosen, jedoch gegenwärtig hochaktuellen Motiv der Natur des Menschen, das Sein in und Umgang mit ihr auseinander. (siehe Infokasten). "Die Vorbereitungen zum Leselenz nehmen längst zwei bis drei Jahre in Anspruch", stellte Oliver fest und merkte an, dass er sich jetzt schon mit dem 25-jährigen Jubiläum in drei Jahren beschäftige.

In einem langen Dankesreigen würdigte der Kurator das große Netzwerk aus Mitwirkenden, die ein störungsfreies Festival gewährleisteten.

In dem Zusammenhang ließ der Kurator durchblicken, dass hinsichtlich der Perspektiven zur Weiterentwicklung der jährlichen mehrtägigen Veranstaltung frühzeitig die Weichen gestellt werden müssen. "Wenn sich die Gründergeneration zurückzieht, braucht es junge Leute, die organisieren und mitarbeiten", so Oliver. Der Leselenz sei Teil der literarischen Landschaft Deutschlands und Europas, biete Potenzial in jeglicher Richtung.

Dieses Jahr wird das Festival nach der Begrüßung der Stipendiaten am Donnerstag, 4. Juli, im Rathaus einen Tag später in der Stadthalle eröffnet. Dort wird der Leselenz- Preis der Thumm-Stiftung für junge Literatur verliehen. Im zweiten Teil des Abends begegnen sich sieben Gedichtzyklen der Österreicher Autorin Carolina Schutti und "Fransen Musik", die laut Ankündigung schwirrende Assoziationsräume öffnen. "In den folgenden zehn Tagen machen bekanntere und unbekanntere Autoren Literatur erlebbar", verspricht Oliver.

Insgesamt vier Ausstellungen begleiten die Literaturtage. So werden in der Schaufenstergalerie der Hausacher Geschäftsleute Fotos und Fragmente von Texten aus "Das Gedicht und sein Double" von Dirk Skiba zu sehen sein. Im ehemaligen Hutgeschäft Lehmann stellt die Kehler Künstlerin Angelika Nain 14 Exponate unter dem Titel "Schichtungen" aus, die die Flüchtlingstragödien im Mittelmeer aufgreifen. Werke von Luciano Moral sind im Rathaus zu sehen und in der Stadthalle stellen Künstler aus der Region ihre Werke aus.

Während der "Lesung für Alle" wird auch eine Ausstellung der "Werkstatt für Alle" von Victoria Agüera Oliver de Stahl zu sehen sein.

"Sieben Zusatzlesungen sind zu den geplanten zehn bei dem eigens für Kinder und Jugendlichen konzipierten Format ›kinderleicht und lesejung‹ kurzfristig dazugekommen", gab Agüera Oliver de Stahl ein großes Lob an das Organisationsteam. Es sei nicht ganz einfach gewesen, die Räume für 1300 teilnehmende Schüler zu finden.

Große Nachfrage verzeichnete auch Christiane Agüera Oliver, die die Kindergarten- und Schulveranstaltungen koordiniert. "Insgesamt werden mit dem Leselenz 2500 Schüler erreicht und das ist wirklich ein richtiges Pfund", freute sich Oliver.

Die gestiegene Resonanz sei auch notwendig, meinte Friedrich-Karl Simon, stellvertretender Vorsitzender des Fördervereins. "Hoffentlich reicht das Geld", kommentierte Simon nüchtern das umfangreiche Programm des Hausacher Kulturereignisses. Die Robert-Bosch-Stiftung sei das letzte Mal als Sponsor dabei, weil die Stiftung sich generell aus der Förderung literarischer Veranstaltungen zurückziehe. Bisherige Gespräche mit potenziellen Sponsoren, die den Ausfall von bis zu 15 000 Euro ausgleichen, verlaufen laut Oliver vielversprechend. Die Neumayer-Stiftung habe die Förderung auf 50 000 Euro erhöht und der Förderverein unterstütze mit rund 40 000 Euro den Leselenz. Das Gesamtbudget beziffere sich auf etwa 162 500 Euro, was durch treue Sponsoren und durch Spenden sowie öffentliche Fördergelder erreicht werden soll. So wurde beim Land ein Antrag auf Förderung im Rahmen von Kultur als Element der Stadtentwicklung gestellt. Hausach selbst hat ihren Zuschuss bereits auf 20 000 Euro erhöht, teilte Hartmut Märtin vom Tourismus- und Kulturbüro mit: "Der Leselenz ist das größte kulturelle Ereignis der Stadt und eines unserer geistigen Grundnahrungsmittel."

Das detaillierte Programm vom 3. bis 12. Juli sowie die zwölf Veranstaltungsorte können ab sofort im Internet unter www.leselenz.com eingesehen werden. Die Preise sind gleich geblieben: Eine Dauerkarte kostet zehn, eine Einzelkarte fünf Euro, Schüler haben freien Eintritt.

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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