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Hausach Kultur als "Erweiterungsmaschine"

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Bei der von rauschendem Beifall begleiteten Preisverleihung: Ulrike Wörner (von links), Doris Sistiaga-Thumm, Arne Rautenberg sowie Bürgermeister Wolfgang Hermann Foto: Störr Foto: Schwarzwälder Bote

Start mit einem kleinen, historischen Augenblick: Der Eröffnungsabend des 21. Hausacher "LeseLenz" ist ganz im Zeichen der Kinder- und Jugendliteratur gestanden. Zwei junge Autoren standen dabei im Mittelpunkt.

Hausach . Mit einem Gedicht von der Begegnung der eigenen Kindheit begrüßte Leselenz-Kurator José F.A. Oliver die vielen Gäste in der Hausacher Stadthalle. Für Wolfgang Hermann war es der erste Leselenz in Funktion als Bürgermeister "Ich bin ein absoluter Neuling, aber ich bin sehr wissbegierig und möchte alles aufsaugen, wie ein ausgetrockneter Tafel-Schwamm nach den Sommerferien", betonte er.

In diesem Jahr seien beeindruckende 69 Schulklassen am Leselenz beteiligt. "Bereits Kinder tragen Poesie in sich, man muss sie nur fördern und der Fantasie freien Lauf lassen", befand der Bürgermeister. Der junge Arne Rautenberg, dem im Laufe des Abends der LeseLenz-Preis der Thumm-Stiftung verliehen wurde, habe es bei der morgendlichen Schullesung mit seinen magischen Worten eindrucksvoll geschafft, so Hermann, die Kinder in seinen Bann zu ziehen.

Seitens der Amanda-und-Erich-Neumayer-Stiftung erklärte Projektvorstand Astrid Gräfin Schimmelpenninck: "Der Leselenz lag Amanda Neumayer sehr am Herzen, deshalb ist es eine große Freude, dass ihr der 21. Leselenz gewidmet wurde." Seit 2008 sei die Förderung der Stiftung eines der wichtigen Fundamente, um die Existenz des Literaturfests zu sichern. Als Neuigkeit hob Gräfin die diesjährige Vergabe des Stadtschreiber-Stipendiums für Kinder- und Jugendliteratur an Julia Willmann mit Unterstützung der Stiftung hervor.

Aus dem Vorstand des Deutschen Goethe-Instituts begrüßte Rainer Pollack die Gäste. "Kultur beginnt im Herzen jedes Einzelnen", befand der gebürtige Hausacher. So erzählte Pollack vom besonderen Eindruck, in eine kleine Stadt nach Hause zu kommen und gleichzeitig Teil von etwas inhaltlich Großem zu werden. Er schlug den Bogen zu den Stipendiaten, die ein Stück weit die Lebenskultur in Hausach kennenlernen würden und sie wieder hinaus in die Welt mitnähmen. "Man kann sich nur wünschen: Bitte mehr davon!", appellierte er. Das Thema "Sprachränder – Rändersprachen" weite den Blick für die Literatur, so Pollak, und ein vorurteilsfreier Blick sei im Moment wichtig und aktueller denn je.

Hermann oblag es, zusammen mit Doris Sistiaga-Thumm von der Thumm-Stiftung und Ulrike Wörner, Jurymitglied und stellvertretende Festivalleiterin, den mit 5000 Euro dotierten Preis an Rautenberg zu übergeben. Der junge Autor betonte: "Der Wert eines Gedichts bemisst sich darin, dass es Grenzen erweitert, die wir noch gar nicht gedacht haben." Die Kultur sei eine potenzielle Erweiterungsmaschine. Als regenerierende Kraft werde sie gebraucht und sollte so früh und breit wie möglich eingesetzt werden. "Lassen Sie uns die Zwei-Klassen-Gesellschaft von Kinderlyrik oder Nicht-Kinderlyrik überwinden und den frischen Wind nutzen, der durch die Literatur weht. Gedichte müssen gut sein – und aus der Ecke geholt werden." Mit einer Wort-Darbietung von den Sprech-Künstlerinnen Isabel Pickl Bermejo, Paula Scheschonka und Charlotte Schön wurde Rautenberg dann beschenkt.

Nach der Preisverleihung stand Nils Mohl, der zweite junge Mann des Abends, im Fokus. Gegenstand war dessen verfilmtes Jugendbuch "Es war einmal Indianerland" (2011). Im Literatur-Film-Gespräch mit der SWR-Moderation Anja Brockert erfuhren die Gäste Hintergründe zur Entstehung der Geschichte sowie den späteren Dreharbeiten. Dazwischen wurden Passagen von Schauspieler Stefan Wancura vorgelesen und die entsprechenden Sequenzen eingespielt. "Beim Film fehlen die Worte, um Szenen zu beschreiben. Dafür gibt es Bilder. Es ist quasi die Rück-Übersetzung", befand Mohl.

Zum zweiten Mal wurde der Leselenz-Preis der Thumm-Stiftung für junge Literatur vergeben. Arne Rautenberg durfte sich über die Auszeichnung freuen.

  Die Laudatio auf ihn hielt Birgit Güde vom Freiburger Literaturhaus.  "Er ist ein Dichter der furchtlosen Art, behauptet neue Jahreszeiten und erklärt Findlinge zu Gold." Rautenberg habe keine Berührungsängste und kenne keine Grenzen, so Güde.

  Sein Stil: Mit Laut und Klang entwickle der Rhythmus bei Rautenberg eine eigene Ausdrucksart. Trippelnd, schnippelnd und Haken schlagend gehe es durch die Sprache. Rautenberg sei vernarrt in die Sprache und ihre Möglichkeiten. Dabei sei der Schriftsteller immer nah am Alltag der Kinder und Familien dran. "Er hat eine manische Sammelfreude an Flüchtigem wie Satzfetzen, trägt alles Mögliche und Unmögliche zusammen und bringt zusammen, was nicht zusammen passt", schwärmte Güde.

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