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Hausach Jungliterat will Fragen, keine Denkverbote

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"Ich werde für mein Gesamtwerk ausgezeichnet – und das mit 34 Jahren. So hatte ich mir das vorgestellt. Ein paar Jahre buckeln und dann in Rente gehen", witzelte Preisträger Finn-Ole Heinrich (links). Manfred Wörhle, Doris Sistiaga-Thumm und José F.A. Oliver gratulieren ihm. Foto: Reinhard

Ein ganzer Reigen von Gratulanten beglückwünschte Finn-Ole Heinrich am Freitagabend als Träger des ersten Leselenzpreises für junge Literatur bei der Eröffnung des 20. Literaturfestivals. Und der zeigte gleich, warum er dieser Auszeichnung würdig ist; er präsentierte sich frech, frisch, wortgewandt und sympathisch.

Hausach. Mehr als 60 angereiste Autoren begrüßte Bürgermeister Manfred Wöhrle in der "kleinen, aber feinen Metropole Hausach". "Die Freude an der Literatur, den neuen Stadtschreibern und den sympathischen Preisträger kann uns niemand nehmen", freute er sich und bedankte sich bei Doris Sistiaga-Thumm von der Thumm-Stigtung, der der Preis zu verdanken ist. "Ein großartiges Jubiläumsgeschenk", meinte Wöhrle.

Rückblickend auf die Anfänge des Leselenzes mit 13 Besuchern sagte er, das Festival habe bis heute seinen familiären Charakter beibehalten, obwohl es zu internationaler Größe gelangt sei und der Kulturlandschaft der Region seinen Stempel aufdrücke.

Bekenntnis zur Heimat

Das alles sei José F. A. Oliver zu verdanken, der "Seele des Leselenzes". "Um so mehr freue ich mich, dass er sich zu seinem andalusischen Schwarzwalddorf als seiner Heimat bekennt", sagte Wöhrle.

Auch Oliver bedankte sich bei der Thumm-Stiftung, denn Stiftungen würden nicht nur "monetäre, sondern auch beratende Unterstützung" bieten. Damit überließ er das Wort den Vertretern der einzelnen Organisationen, die den Leselenz unterstützen. Beatrice Oehlschläger von "Pro Helevtia" hatte eine Überraschung für Oliver parat: Sie hatte die Glückwünsche von vielen schweizerischen Autoren, die am Leselenz teilgenommen hatten, gesammelt und trug diese vor.

Ganz besonders freute sich Thumm, nun einer von den Leselenz-Unterstützern zu sein. "Ich kann mir nichts Wunderbareres vorstellen, als diesen Preis vergeben zu können", meinte sie. Sichtlich bewegt habe ihr Mann, ein "literaurverliebter Apotheker", doch gewollt, dass nach seinem Tod eine Stiftung mit seinem Namen Autoren und die Literatur unterstützt.

"Mauldatio" für den Autor

Die Laudatio, oder besser gesagt "Mauldatio", für Finn-Ole Heinrich hielt Oliver. Der Jungliterat habe mit "Maulina Schmitt" und "Frerk" Figuren geschaffen, um die ihn wahrscheinlich bald viele Autoren beneiden würden. Heinrich schreibe und schnitze Literatur aus "Schildkrötenholz" und verwende eine Poesie der Anarchie, die noch nicht wisse und auch nicht wissen wolle, wohin es geht.

Heinrich durfte sich ins Goldene Buch der Stadt Hausach eintragen, bevor er selbst das Wort ergriff: "Ich werde für mein Gesamtwerk ausgezeichnet – und das mit 34 Jahren. So hatte ich mir das vorgestellt. Ein paar Jahre buckeln und dann in Rente gehen", erklärte er grinsend. Dann betonte er: "Ich schreibe keine Kinder- und Jugendliteratur, so wird man nur vom Markt eingeordnet. Aber der Preis ist ja auch für junge Literatur."

Geschichten machen Spaß

Er sei kein Werkzeug, kein Pädagoge, er sei Autor und werfe Fragen auf, keine Denkverbote. "Die Frage, ob ich das einem Kind zumuten darf, stellt sich mir nicht, aber das tut Leben ja auch nicht. Ich schreibe Geschichten, die mir Spaß machen", so Heinrich.

Als "literarisches Geschenk", zusätzlich zum Preis, traten im Anschluss an die Auszeichnung Nora Gomringer und Philipp Scholz auf. Sie lieferten eine temperamentvolle, unterhaltsame Vorstellung, bei der sie sowohl eigene Gedichte als auch solche von beispielsweise Heinrich Heine vortrugen. Scholz untermalte das Gesprochene musikalisch und rhythmisch mit Trommeln.

Zur Person

Finn-Ole Heinrich, Jahrgang 1982, wurde in Cuxhaven geboren. 2005 erschien sein Erzählband "Die tschen voll Wasser", im Herbst 2007 der Roman "Räuberbande". 2009 legt Heinrich gleich zwei Veröffentlichungen vor: Den Erzählband "Gestern war auch schon ei Tag" und das Hörbuch "Auf meine Kappe". 2011 erschien Heinrichs erstes Kinderbuch "Frek, du Zwerg", das 2012 den Deutschen Jugendliteraturpreis gewann. Eine Opernfassung des Buchs feierte seine Premiere im September 2012. Mit "Die erstaunlichen Abenteuer der Maulina Schmitt – Mein kaputtes Königreich" erschien 2013 Heinrichs zweites Kinderbuch, der erste Teil einer Trilogie. Ebenfalls 2013 veröffentlichte Heinrich die Kurzgeschichte "Helm auf" in Rahmen der Kurzgeschichtensammlung "Y entonces? Und nun?". Heinrich ist auch als Filmemacher und Drehbuchautor aktiv.

 
 

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