Warum sehe ich diesen Hinweis?

Sie sehen diesen Hinweis, weil Sie einen Adblocker eingeschaltet haben oder im privaten Modus surfen. Deaktivieren Sie diesen bitte für schwarzwaelder-bote.de, um unsere Artikel ohne diesen Hinweis lesen zu können.

Mehr zum Thema Adblocker / Privater Modus und wie Sie diesen deaktivieren, finden Sie, indem Sie auf deaktivieren klicken.

Deaktivieren

Hausach In liebevoller Kleinarbeit ausgestattet

Von
Museumsleiter Alois Krafczyk mit einem Prachtstück der Haslacher Sammlung: Ein Schäppel aus dem Raum St. Georgen. Foto: Kleinberger Foto: Schwarzwälder Bote

40 Jahre ist das Haslacher Trachtenmuseum in diesem Jahr alt geworden. Seit 25 Jahren leitet es Alois Krafczyk – ehrenamtlich. Bei einem Rundgang hat er mit dem Schwabo auf die lange Zeit zurückgeblickt.

Haslach. Übernommen hat Krafzcyk das Museum von Alfred Schmid, der es selbst aufgebaut hat. Wie sein Vorgänger leitet Alois Krafczyk das Trachtenmuseum ehrenamtlich – und mit viel Liebe zum Detail.

Seit 1975 plante Schmid, das Klostergebäude für ein Trachten- und Brauchtumsmuseum zu nutzen, erzählt Krafczyk beim Rundgang. Nachdem er ein Konzept vorgelegt hatte, erhielt er vom damaligen Bürgermeister Josef Rau und dem Stadtrat den Auftrag, das Museum in den ehemaligen Zellen der Kapuziner einzurichten. Einzige Bedingung: Eine der Zellen sollte das Leben der Mönche veranschaulichen. Und so findet sich in der Reihe der mit vielen Details ausgestatteten Vitrinen und Dioramen auch ein Raum, der das Klosterleben darstellt.

Eines der größten Trachtenmuseen im Land

Das Ziel des Museums: Volkstrachten aus dem Mittleren und Südlichen Schwarzwald zu sammeln und für die Nachwelt zu erhalten. Dafür sammelte Schmid zunächst einen Arbeitskreis aus engagierten Mitstreitern um sich – etwa Ottilie und Kurt Moser, Sören und Christa Fuß oder Monika Kohde.

Wenn man so will, kann man beim Schwarzwälder Trachtenmuseum gewissermaßen von zwei Eröffnungen sprechen. 1978 wurde es nämlich provisorisch geöffnet. Anlass war die 700-Jahr-Feier der Stadt. Zwei Jahre später war es dann offiziell: Die Trachten hatten ihren Platz im Obergeschoss des Klosters endgültig gefunden und das Museum wurde eröffnet.

Krafczyk indes begleitete Schmid in all den Jahren oft auf seinen Fahrten, wenn dieser wieder Trachten abholte oder sich informierte. Über Kuratorin Maria Schaettgen, die ihn für Führung angelernt hatte, hatte Krafczyk ohnehin bereits eine enge Bindung an das Hansjakobmuseum und war von Anfang an in den Aufbau des Trachtenmuseums involviert. Als dann 1995 Alfred Schmid verstarb, bat Bürgermeister Heinz Winkler Krafczyk darum, in dessen Fußstapfen als ehrenamtlicher Museumsleiter zu treten.

25 Jahre danach blickt Alois Krafczyk nicht ohne Stolz auf das Geleistete zurück. Unter seiner Regie fand 1999 das Badische Trachtenfest statt – ein Fest, an das man sich in Haslach auch heutzutage gerne noch erinnert. Neben der Organisation von Sonderausstellungen und Museumstagen sorgte Krafczyk aber auch unermüdlich dafür, die Sammlung des Museums weiter auszubauen. Geholfen hat dabei sicher sein großes Netzwerk – beispielsweise die Verbindung zum Bund "Heimat und Volksleben".

Er erweiterte diese beispielsweise um die Vitrine mit den Trachten aus den "Schwarzwald-Randgebieten" oder die Schäppelesammlunng. Zudem gestaltete er viele der Vitrinen um, hauchte ihnen sozusagen mehr Leben ein: Oft stellen die Schaufensterpuppen, die die Trachten tragen, eine Szene dar. Deren Kulisse hat sich Krafczyk ausgedacht und mühevoll ausgearbeitet. Und auch ein anderer Aspekt bedeutet viel Arbeitseinsatz: Die Pflege der Trachten. Licht, Ungeziefer und der Zahn der Zeit setzen den Trachten zu.

Mehr als 100 Trachtenfiguren zieren das Museum jetzt. Nach dem in Pfullingen, das besonders württembergische Trachten zeigt, ist es das größte im Lande. Die Kapazität sei voll ausgeschöpft, so Krafczyk. Und für die Zukunft? Schon Alfred Schmid hatte davon geträumt, ein Modell der Stadt Haslach im ehemaligen Mönchschor aufzustellen. Dies sei wohl nicht möglich, bedauert der Museumsleiter am Ende des Rundgangs.

Das Schwarzwälder Trachtenmuseum im Haslacher Kloster ist dienstags bis freitags jeweils von 10 bis 12.30 Uhr und 13.30 Uhr bis 16 Uhr geöffnet. Während der Winteröffnung, die bis Ende März gilt, ist an Feiertagen geschlossen und im Januar nur nach Vereinbarung geöffnet.

Artikel bewerten
0
loading

Top 5

0

Kommentare

Artikel kommentieren

Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.