Quälend lange Autokolonnen in der Hausacher Ortsdurchfahrt: Das ist zuletzt im Oktober 2019 für mehrere Tage an der Tagesordnung gewesen. Für Sanierung des Sommerbergtunnels 2023 sieht die Stadt schlimmstensfalls einer zwölfmonatigen Sperrung der Ortsumfahrung entgegen. Archivfoto: Reinhard Foto: Schwarzwälder Bote

Verkehr: Regierungspräsidium saniert Sommerbergtunnel / Sperrung für bis zu zwölf Monate

Die Sanierung des Hausacher Sommerbergtunnels verschiebt sich ins Jahr 2023. Dann wird es eng in Hausach: Das Regierungspräsidium Freiburg rechnet mit einer Vollsperrung des Tunnels – und damit der Umfahrung – von einem Jahr.

Hausach (red/lmk). Bekanntlich soll der 1995 in Betrieb genommene Tunnel auf den neuesten Stand gebracht werden. Der Einbau eines Rettungsstollens ist ebenso geplant wie eine generelle betriebstechnische Nachrüstung. Zunächst wurde von einem Baubeginn spätestens 2022 ausgegangen – jetzt allerdings teilt das Regierungspräsidium Freiburg mit, dass "nach heutigem Planungsstand" mit der Nachrüstung des Sommerbergtunnels im ersten Halbjahr 2023 begonnen werden könne.

"Der ursprünglich anvisierte Baubeginn 2022 kann aufgrund des komplexen Zusammenspiels zwischen Rohbau und Tunnelbetriebstechnik und der damit verbundenen aufwendigen Planungsabstimmung nicht verwirklicht werden", schreibt das Regierungspräsidium. Die inzwischen mehr als ein Jahr andauernde Pandemielage habe für weitere Verzögerungen gesorgt. Diese betreffen laut Mitteilung die unterschiedlichen Planungsphasen, Abstimmungsprozesse und Baurechtsverfahren.

Was die Zeit der betriebstechnischen Nachrüstung betrifft, kommen schwierige Zeiten auf die Stadt Hausach zu. Bekanntlich kommt der Verkehr immer wieder ins Stocken, sobald der Sommerbergtunnel während der Hauptverkehrszeiten gesperrt wird und durch die Ortsdurchfahrt umgeleitet werden muss. Genau das ist naturgemäß während der Sanierung nötig. Für bis zu zwölf Monate, wie es aus Freiburg heißt. "Die Verkehrsführung wird im Detail mit der Stadt ausgearbeitet", heißt dazu aktuell.

Der Bau des Rettungsstollens wird darüber hinaus noch mehr Zeit in Anspruch nehmen. Etwa drei Jahre plant das Regierungspräsidium für diese Maßnahme ein, wobei parallel zur Nachrüstung begonnen werden soll. Der Stollen werde parallel zum Verkehrsfluss im Tunnel vorangetrieben, heißt es.

Zuletzt war der Hausacher Tunnel im Spätjahr 2019 für mehrere Tage gesperrt. Grund waren Wasserrohrbrüche. Wie sich herausstellte, war die unter der Fahrbahn verlegte Löschwasserleitung korrodiert. "Leider hat sich auch herausgestellt, dass sich die Wasserleitung in einem schlechten Zustand befindet und von außen nach innen korrodiert, was bei einer Nutzungsdauer von 27 Jahren so nicht sein dürfte", wurde damals Roland Gäßler, Leiter des für den Tunnelunterhalt zuständigen Straßenbauamts im Landratsamt (LRA) Ortenaukreis, in einer Pressemitteilung zitiert. Damals wurde ein Provisorium eingebaut, damit der Verkehr bald wieder fließen konnte.

Derzeit ist laut Regierungspräsidium Freiburg vorgesehen, das Projekt im Spätsommer 2021 zunächst im Gemeinderat zu präsentieren. Anschließend soll es der Öffentlichkeit vorgestellt werden.

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