Das Haus an der Hausacher Frohnaustraße konnte der Verein zum Tierheim umbauen, weil er 2012 eine Erbschaft machte, die das nötige Geld einbrachte. Foto: Archiv: Gräff

Änderungen im Vorstand. Vorsitzende dementiert Auflösung. Heute interne Veranstaltung.

Hausach - Erneut gibt es Ärger beim Tierschutzverein Kinzigtal: In einem Brief informiert er über "Änderungen in der Vorstandschaft" und lädt zu einer Versammlung ein. Um die Auflösung des Vereins soll es aber nicht gehen, betont die Vorsitzende.

Bereits im Februar 2017 hatten drei der vier Vorstandsmitglieder ihre Ämter niedergelegt. In einer außerordentlichen Mitgliederversammlung konnten alle Posten allerdings neu besetzt werden. Nun scheint sich das Ganze zu wiederholen: In einem Brief, der dem Schwarzwälder Boten vorliegt, lädt Vorsitzende Heike Mayer "Mitglieder, Freunde und Gönner" in den Schwarzwälder Hof in Hausach ein.

 > Änderungen: "Leider müssen wir mitteilen, dass es wieder Änderungen in der Vorstandschaft geben wird", heißt es dort weiter. "Die Bereitschaft, Ehrenamtliche zu finden, die für einen Verein tätig sind, wird immer schwieriger." Aus diesem Grund lade der Tierschutzverein morgen Abend in den Schwarzwälder Hof ein. Es ginge um die Zukunft und den Fortbestand des Vereins. Und: "Es wäre schade, wenn die bisher geleistete Arbeit nicht unseren jetzigen und zukünftigen Schützlingen zugute kommen könnte."

> Interne Veranstaltung: Auf Nachfrage des Schwabo handelt es sich bei dieser Veranstaltung laut der Vorsitzenden Meyer nicht um eine außerordentliche Mitgliederversammlung, sondern um eine interne Informationsveranstaltung unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Eingeladen seien wie formuliert alle "Mitglieder, Freunde und Gönner". Dass noch nicht alle Post bekommen haben, könnte daran liegen, dass im Computer noch einige alte Adressen hinterlegt seien, so dass vielleicht noch nicht alle einen Brief erhalten hätten, wie sie erklärt.  

> Das Gerücht: Vor allem aber, so betont sie mehrmals, stünde die Auflösung des Vereins in keinster Weise zur Debatte. "Das ist ein Gerücht. Wir kommen zu einem reinen informellen Treffen zusammen und um Ideen auszutauschen", sagt sie. Eine ordentliche Mitgliederversammlung sei, wie auch in dem Brief zu lesen ist, ist für November geplant. Dass die Nachricht über die angebliche Auflösung des Tierschutzvereins durchs Tal geht, ärgert sie sichtlich. Sie spricht von Mobbing. "Ich bin außer mir und wollte diese Unruhe eigentlich vermeiden. Wer sich in dieser Hinsicht Sorgen macht, hätte mich persönlich ansprechen können, so wie das wenige getan haben." Was in der Versammlung besprochen wurde und weitere Informationen zur Situation des Vereins, will sie in einem ausführlichen Pressegespräch am Montag erklären.  

> Der Landesverband: Dass das Gerücht über eine Auflösung des Tierschutzvereins sich weiter verbreitet, liegt aber wohl nicht nur daran, dass es bei der Veranstaltung wie im Brief formuliert "um die "Zukunft und den Fortbestand" des Vereins gehen soll. Nach Informationen des Schwarzwälder Boten wurde der Brief mit der Einladung auch an den Landestierschutzverband Baden-Württemberg weitergeleitet. Und in der Satzung des Tierschutzvereins ist zu lesen: "Bei Auflösung des Vereins oder bei Wegfall steuerbegünstigter Zwecke fällt das Vermögen an den Tierschutzbund-Landesverband Baden-Württemberg".

Der Verband selbst wollte gestern mit dem Verweis auf Interna noch keine Informationen preis geben, und auch die Frage, ob ein Vertreter bei der Zusammenkunft am Freitag dabei sein wird, wollte er noch nicht beantworten. Laut Meyer werde dies aber der Fall sein, "wenn es sich für einen Vertreter zeitlich einrichten lässt". Und in dieser Formulierung klingt zumindest durch, dass seitens der Verbands kein Interesse wegen einer Auflösung vorliegt.

Info: Das steckt dahinter

Der Tierschutzverein Kinzigtal wurde 1981 als Nachfolgeverein des Tierschutzvereins Haslach gegründet. Dieser existierte seit 1954. Der Verein erbte 2012 ein Haus in Gutach, das nach dem Willen der Verstorbenen als Tierheim genutzt werden sollte. Allerdings war es als Domizil nicht geeignet. Der Verkauf des Gebäudes ermöglichte aber den Erwerb des Hauses in der Hausacher Frohnaustraße, in dem das Tierheim nun zu finden ist.

Kommentar: Denkt an die Tiere

Was genau beim Tierschutzverein Kinzigtal intern derzeit vorgeht, darüber lässt sich momentan gesichert wenig sagen. Klar aber ist: Wenn tierliebende Menschen etwas zu ihrem Wohl erreichen wollen und sich uneins sind, sind es am Ende immer sie, die das ausbaden müssen. Das ist nicht nur in Tierschutzvereinen so, das lässt sich in so manchem Reitstall, Hundesportverein und Kleintierzuchtverein beobachten. Denn Menschen, die Tiere lieben, sind oft sehr unterschiedlich. Sie kommen aus allen Schichten, haben unterschiedliche Bildungshintergründe, unterschiedliche Lebensläufe, sind jung und alt und haben unterschiedliche politische und religiöse Ansichten. Manchmal treffen Welten aufeinander. Vor allem aber: Die meisten von ihnen haben eine abweichende Vorstellung davon, was das beste für ihr oder das Tier anderer ist. Es ist nicht leicht, angesichts der geliebten Vierbeiner und all dieser Unterschiede tolerant zu bleiben. Aber in derem Interesse sollte jeder, der sich für sie einsetzt, sich immer wieder vor Augen halten, dass diese am Ende profitieren, wenn man das gemeinsame Ziel, nämlich ihr Wohl, im Blick behält.

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