2019 machte sich Johannes Fechner (rechts) ein Bild vom Hausacher Bahnhof.Archivfoto: Reinhard Foto: Schwarzwälder Bote

Mobilität: Station wird in Bundesförderprogramm aufgenommen

Hausach (cr/kty). Der Hausacher Bahnhof ist in das Bundesförderprogramm "Investitionsoffensive 1000-Bahnhöfe-Programm" aufgenommen, mit dem der Bund den barrierefreien Umbau von Bahnhöfen fördert. Das teilt SPD-Bundestagsabgeordneter Johannes Fechner in einer Pressemitteilung mit. Neben Neckarsulm ist Hausach der einzige Ort in Baden-Württemberg, der den Sprung ins Programm geschafft hat.

"Ich freue mich sehr, dass nach den langen Diskussionen endlich der dringend notwendige behindertengerechte Umbau des Hausacher Bahnhofs möglich wird", so Fechner. Gerade in schwierigen Corona-Zeiten sind für Fechner Investitionen für klimafreundliche Mobilität wichtig: "Wir sichern damit Jobs und schützen das Klima. Heute ist deshalb ein guter Tag für alle gehbehinderten Pendler und Touristen, die den Hausacher Bahnhof nutzen." Sein Dank geht an Hausachs Bürgermeister Wolfgang Hermann, den Fechner sofort informierte, und den Hausacher Gemeinderat, der immer wieder Dampf gemacht habe.

Wie hoch der Zuschuss sein wird, wird das Bundesverkehrsministerium in Kürze bekannt geben, heißt es in der Mitteilung. Fechner habe sich schon an Bundesverkehrsminister Scheuer gewandt und ihn darauf hingewiesen, dass der Zuschuss siebenstellig sein muss, weil es großen Umbaubedarf gibt.

Zuschuss wird wohl siebenstellig werden

Der behindertengerechte Umbau sei dringend erforderlich für Fechner, weil Menschen mit Behinderung keine Bahnfahrer zweiter Klasse sein dürfen.

Auch Landtagsabgeordnete Sandra Boser (Grüne) freut sich über die Aufnahme des Hausacher Bahnhofs in das Förderprogramm. "Ich freue mich, dass Hausach endlich aufgenommen wurde", schreibt die Politikerin in einer Mitteilung. Damit sei ein großer Schritt zur Barrierefreiheit endlich erreicht.

Die Bahnhofoffensive ist ein Teil des Programms Bahnhofskonzept Plus. Gemeinsam mit dem Deutschen-Bahn-Konzern soll damit der barrierefreie Umbau von kleineren und mittleren Bahnhöfen vorangebracht werden. Zudem sollen auch die Empfangsgebäude modernisiert werden. Dabei sollen mehr als fünf Milliarden Euro von Bund und Deutsche Bahn in die Modernisierung von rund 3000 Bahnhöfen fließen.

Hausachs Bürgermeister Wolfgang Hermann erhielt die gute Nachricht am Donnerstag persönlich. Auch CDU-Bunedstagsabgeordneter Thorsten Frey, der sich genau wie die Landtagsabgeordneten Marion Gentges und Sanrda Boser, für einen barrierefreien Bahnhof Hausach eingesetzt hatte, beglückwunschte Hermann. Er sei "total glücklich", wie er unserer Zeitugn gegenüber erklärte. "Seit Jahrzehnten quälen sich die Rollstuhlfahrer, Gehbehinderte, ältere Menschen, Eltern mit Kindern, Fahrradfahrer mit den Barrieren des Bahnhofs und der steilen Treppe. Und nun kommt die Nachricht, dass endlich zeitnah Abhilfe geschaffen wird." Da das Förderprogramm bis Ende 2026 laufe, gehe er von einer Umsetzung des Programms in den kommenden vier Jahren aus.

Und wie geht es jetzt weiter? "Ich warte jetzt erst einmal die detaillierte schriftliche Fördermitteilung mit den Eckwerten ab. Dann wird der Gemeinderat beginnen, sich Gedanken über Synergieeffekte wie den Durchgang vom Bahnhof zur Hinteren Bahnhofstraße als verkehrstechnische Optimierungsmaßnahme zu machen", erklärt Hermann.

Auch die Redaktion des Schwabo befasste sich bei ihrem Bahnhofscheck, bei dem sie alle Stationen im Kinzigtal unter die Lupe nimmt, mit der in Hausach. Die Redakteure verteilten Noten von vier bis fünf und waren sich einig: Es besteht dringend Handlungsbedarf.

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