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Hausach Giftköder: Peta setzt Belohnung aus

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Giftköder sind eine große Gefahr für Hunde. Nach den Funden in Hausach hat Peta jetzt eine Belohnung ausgesetzt. Symbolfoto: Peta Deutschland Foto: Schwarzwälder Bote

Erneut haben präparierte Hundeköder in Hausach für Aufsehen gesorgt. Jetzt reagiert die Tierschutzorganisation Peta und setzt eine Belohnung in Höhe von 1000 Euro aus.

Hausach (red/lmk). Hunde scheinen in der Stadt unter der Burg derzeit gefährlich zu leben: Im Sommer 2019 tauchten Hundeköder beim Schwimmbad auf. Im März diesen Jahres dann nahmen mehrere Hunde präparierte Köder in der Nähe der Tannenwaldhalle und des Stadionwegs auf (wir haben berichtet). Eines der Tiere konnte nur dank einer Not-Operation gerettet werden, ein weiteres konnte der Tierarzt dazu bringen, den Köder zu erbrechen. Jetzt nahmen Unbekannte den Bereich Hinterer Bahnhof ins Visiser. Dort wurden mit Schrauben präparierte Wurststücke verteilt. Wie berichtet, sammelte der Finder die Köder ein und brachte sie zum Ordnungsamt. Die Polizeihundestaffel ermittelt und nimmt unter der Telefonnummer 0781/ 21 42 00 Hinweise entgegen.

Um die Vorfälle aufzuklären, setzt jetzt die Peta eine Belohnung in Höhe von 1000 Euro für Hinweise, die den Täter überführen, aus. Das teilte die Organisation am Freitag in einer E-Mail mit. Zeugen werden demnach darum gebeten, sich an die Polizei zu wenden und können sich telefonisch unter 0711/8 60 59 10 bei der Tierrechtsorganisation melden – auch anonym.

"Der Unbekannte, der die präparierten Köder in Hausach auslegt, muss gefunden und gestoppt werden, bevor noch weitere Vierbeiner verletzt werden oder qualvoll sterben", wird Judith Pein für Peta in der Mitteilung zitiert. "Derartige Täter zu überführen ist oft schwierig, da sie agieren, wenn sie sich unbeobachtet fühlen. Deshalb kann es in solchen Fällen auf jeden noch so unwichtig erscheinenden Hinweis ankommen. Mit unserer Belohnungsauslobung wollen wir die Arbeit der Polizei unterstützen sowie Tierhalter für das Thema sensibilisieren und warnen. Der Täter muss sich darüber im Klaren sein, dass mit gefährlichen Stoffen präparierte Köder nicht nur für Hunde, Katzen und freilebende Tiere, sondern auch für Kinder lebensbedrohlich sein können."

Tierquälerei ist demnach kein Kavaliersdelikt, sondern eine Straftat nach Paragraf 17 des Tierschutzgesetzes und kann mit einer Geldstrafe oder einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren geahndet werden.

Psychologen, Gesetzgeber und Gerichte seien sich laut Peta mittlerweile einig, dass Vergehen an Tieren vermehrt Aufmerksamkeit verlangen. Der promovierte Aggressionsforscher Christoph Paulus von der Universität des Saarlandes wird von Peta zitiert: "Geschätzte 80 bis 90 Prozent aller extremen Gewalttäter haben vorher bereits Tiere gequält." Die Organisation hat eine Broschüre zu diesem Thema aufgelegt, die als Informationsquelle für Staatsanwälte, Richter, Polizeibeamte und Sozialarbeiter dient.

Besteht der Verdacht, dass ein Tier einen mit Gift oder gefährlichen Gegenständen gespickten Köder gegessen hat, muss umgehend ein Tierarzt aufgesucht werden. Es besteht Lebensgefahr – das Tier kann an inneren Verletzungen qualvoll sterben. Bei Vergiftungserscheinungen wie Erbrechen, Durchfall, starker Unruhe oder Apathie, blassen oder porzellanfarbenen Veränderungen an den Schleimhäuten, großen Pupillen, Atembeschwerden oder Krämpfen muss ebenfalls umgehend der Tierarzt aufgesucht werden – denn Gift wirkt schnell. Hunde sollten beruhigt und angeleint werden. Ein Maulkorb oder eine Maulschlinge darf nicht angelegt werden, da Erstickungsgefahr bei Erbrechen droht. Ist das Tier bereits bewusstlos, sollte es in die stabile Seitenlage gebracht und die Atemwege freigehalten werden. Für eine schnelle Diagnose ist es sinnvoll, eine Probe des Köders oder des Erbrochenen mit zum Tierarzt zu nehmen.

Die Köderfunde am Hinteren Bahnhof in Hausach sind der dritte Fall, der innerhalb eines Jahres bekannt wurde. Im Sommer 2019 wurden Giftköder beim Schwimmbad gefunden. Ende März dieses Jahres wurde es besonders dramatisch: Auf einer bei Hundebesitzern besonders beliebten Strecke in der Nähe der Tannenwaldhalle fraßen einige Tiere präparierte Köder. Ein Hund musste eine Not-Operation über sich ergehen lassen. Anfang Mai wurde dann bekannt, dass mit Schrauben präparierte Wurststücke auf einem 150 Meter langen Stück der Straße Hinterer Bahnhof zwischen Neumayer Tekfor und der Apotheke ausgelegt worden waren.

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