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Hausach Fleischpreise sind ein Ärgernis

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Grünen-Landtagsabgeordnete Sandra Boser (von links), ihre Kollegin Martina Braun, Sprecherin für Ländlichen Raum, und Sebastian Schmid haben sich zu Landwirtschaftsthemen ausgetauscht.Foto: Reinhard Foto: Schwarzwälder Bote

In Begleitung der ihrer Kollegin Martina Braun hat Grünen Landtagsabgeordnete Sandra Boser den Biohof von Sebastian Schmid in Hausach besucht. Dabei besprachen sie unter anderem über Klimawandel, Preisverfall und Hofnachfolge.

Hausach. Mit dem Klimawandel als Ursache für Futtermangel herrsche "gähnende Leere" im Silo, beklagte sich Schmid. Martina Braun zeigte Verständnis für die Probleme des Landwirts, war sie doch ebenfalls 40 Jahre lang Milchbäuerin, bevor sie in die Politik wechselte, während ihre Familie weiterhin den heimischen Betrieb in Furtwangen führt. "Ich versuche, die praktische Erfahrung in die politische Arbeit mitzunehmen", erklärte sie. Nachdem sie in den Landtag gewählt worden war, sei das Thema Landwirtschaft gerade nach der Initiative "Rettet die Bienen" in den Fokus der Landespolitik gerückt. Die Initiative sei zwar in einigen Punkten etwas über das Ziel hinausgeschossen, aber am Ende habe man einen guten Kompromiss gefunden.

Landwirtschaft rückt in Fokus der Landespolitik

Braun lobte Schmid dafür, dass er den Hof von seinem Vater übernommen habe. "Dass jemand Junges heutzutage das Selbstbewusstsein hat, das zu machen, ist keine Selbstverständlichkeit", sagte sie. Schmid stimmte zu; viele junge Menschen überlegten sich zweimal, ob sie den elterlichen Betrieb übernehmen. Wenn kein Nachfolger gefunden werde, hörten viele auf. Gerade die Mutterkuhhaltung sei bei den immer rapider sinkenden Fleischpreisen so unattraktiv geworden, dass viele diese Haltungsform als "teures Hobby" bezeichneten. Auch er habe ein Kalb einmal nur für fünf Euro verkauft – es sei damit weniger wert als ein Kanarienvogel. "Ich verstehe nicht, wie ein Lebewesen so wenig wert sein kann", ärgerte der Landwirt sich.

Boser erinnerte sich, dass zu Anfang ihrer Tätigkeit im Landtag die Fleischpreise schon sanken. Damals wurden Kälber aber noch für 60 Euro verkauft. Der Landwirt und die Politikerinnen waren sich einige, dass an diesem Umstand gearbeitet werden müsse.

Viele Landwirte, die Mutterkuhhaltung betreiben, hörten angesichts dieser Preise zwangsläufig auf. Die frei werdenden Flächen würden dann oft ihm angeboten. "Wir werden regelrecht überflutet. Aber nicht bewirtschaftbare Fläche für die Futterherstellung." Die Milchviehwirtschaft laufe etwas besser. "Biomilch hat einen guten Absatz", so Schmid. Er bedauerte, dass der Wert der Tierhaltung für die Offenhaltung der Landschaft so wenig geschätzt werde und fand, dass sie attraktiver gemacht werden müsse.

Boser war nicht zum ersten Mal auf dem Hof, den 78 Milchkühe und rund 60 weitere Jungtiere und Kälber bewohnen. 2013 habe sie ihn bereits besucht, erinnerte sie sich. Damals habe noch Sebastian Schmids Vater den Betrieb geführt. In Anbetracht der Tatsache, dass er noch seine ganze Karriere vor sich habe, sehe der 28-Jährige viele Dinge anders und richte anders als viele seiner älteren Kollegen seine Handlungen auf die Zukunft aus, führt der Jung-Landwirt aus. Er betonte, dass auch Landwirte für Umwelt- und Tierschutz einstünden. Dem entgegen stünde der Wille der Verbraucher, die Produkte möglichst billig zu bekommen. Aus diesem Grund setze er auf Aufklärung, erklärte Schmid. "Ich bin dafür, die Verbraucher aufzuklären und dafür nehme ich mir gerne auch mal Zeit." "Die Bauern müssen kommunikativer werden und sich zum Dialog öffnen – auch wenn es manchmal schwierig und anstrengend ist", stimmte ihm Braun zu.

Boser fragte Schmid, wie gut die Direktvermarktung laufe. "Gar nicht mal so schlecht", antwortete dieser. "Wenn man das ausbauen würde, könnte man bestimmt mehr draus machen", antwortete der Landwirt. Man merke, dass die Leute anfangen würden, umzudenken.

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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