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Hausach Bewohnerin von Seniorenzentrum mit Coronavirus infiziert

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Besucher haben zum Seniorenzentrum schon lange keinen Zutritt mehr. Foto: Reinhard

Hausach - Nachdem Mitarbeiter des Seniorenzentrums Am Schlossberg in Hausach positiv auf das Coronavirus getestet wurden, ist nun auch eine Bewohnerin infiziert worden. "Ihr geht es dem Krankheitsverlauf entsprechend", so Leiter Dietmar Haas.

Drei Mitarbeiter waren bereits positiv auf das neuartige Coronavirus getestet worden. Die Infektion einer Bewohnerin, die über 85 Jahre alt ist, wurde laut Haas am Montag bestätigt. In Absprache mit Ärzten und dem Gesundheitsamt wurde eine Isolierstation aufgebaut, um positiv getestete Bewohner von den gesunden zu trennen. Damit soll ein besserer Schutz für das Pflegepersonal und die nicht infizierten Senioren gewährleistet werden. Zudem könnte so die Versorgung der Bewohner zielgerichteter erfolgen. Die Senioren in den angrenzenden Zimmern zu der Erkrankten wurden negativ getestet. Weitere Testergebnisse stünden noch aus.

Suche nach der Nadel im Heuhaufen

Zu dem Befinden der erkrankten Dame kann Haas noch nicht viel sagen. "Der Verlauf der Krankheit ist schwer zu beurteilen und kann sehr atypisch verlaufen. Es ist noch zu früh, um Voraussagen treffen zu können", sagte er. Wie genau sich die Bewohnerin infiziert hat, sei schwierig herauszufinden. "Wir versuchen, die Wege zu ermitteln, aber das ist ein Fass ohne Boden. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Mitarbeiter sie angesteckt hat, ist am höchsten, aber es kann auch durch andere Kontakte vor dem Besuchsverbot passiert sein. Es ist die Suche nach der Nadel im Heuhaufen", erklärt Haas.

Vorrangig wichtig sei es jetzt aber, "Sicherheit zu gewährleisten, sich mit der Situation auseinander zu setzen und gut miteinander durchzustehen", betont Haas. Um die infizierte Bewohnerin kümmern sich nur noch bestimmte Pfleger, die keinen Kontakt zu anderen Bewohnern haben. Pfleger, die Kontakt zu ihr hatten, wurden umgehend getestet. Insgesamt sollten Pfleger, die keine Symptome zeigen, laut Gesundheitsamt weiterarbeiten. "Das ist abgesprochen und natürlich ist das ein Dilemma. Aber das Personal ist in dieser Zeit knapp genug", führt der Leiter aus.

Auch sonst wurden Maßnahmen getroffen: So müssen alle Mitarbeiter durchgehend einen Mund-Nasen-Schutz tragen. "Damit und mit der frühzeitigen Isolierung der positiv getesteten Bewohnerin haben wir Hoffnung, dass weitere Testergebnisse negativ ausfallen", sagt Haas. Er hält die Maßnahmen für so effektiv, dass er davon ausgeht, dass die Erkrankte sich angesteckt hat, bevor diese getroffen worden waren.

Wenige Bewohnern verstehen, was die Corona-Krise bedeutet

Haas hat damit gerechnet, dass sich früher oder später auch ein Bewohner infiziert. "Wer die allgemeine Situation in den Nachrichten verfolgt, bekommt mit, dass die Anzahl der Infizierten stetig zunimmt. Ich bin der Ansicht, dass kein Haus davor gefeit ist. Wir haben unsere Mitarbeiter darauf vorbereitet, dass das passieren kann", meint er. Dennoch seien sie geschockt gewesen, als das positive Testergebnis kam. Glücklicherweise trage der Umstand, dass alle im Vorfeld mit einem Notfallbetreuer des DRK sprechen konnten, Früchte.

Von den Bewohnern verstünden die wenigsten, was die Corona-Krise bedeutet. "Sie bekommen nur mit, dass sie mehr in ihrem Zimmer sind und nicht mehr raus in die Öffentlichkeit dürfen. Die, die noch gut fit im Kopf sind, kommen ganz gut klar", berichtet Haas. "Unter der sozialen Distanz leiden aber alle sehr, von den Bewohner über die Mitarbeiter bis zu den Angehörigen."

Äußerst positiv bewertet Haas den Rückhalt in der Situation seitens der Firmen, Ärzte und der Stadt Hausach. "Das klappt super. Da läuft es in der Region", freut sich der Leiter des Seniorenzentrums.

Im Altenpflegeheim St. Martin in Appenweier-Urloffen sind mehrere Bewohner und Mitarbeiter positiv auf das Coronavirus getestet worden. Drei Senioren sind verstorben. Im Pflegeheim Sankt Hildegard in Seelbach sind fünf Bewohner an Corona erkrankt. Den ersten Todesfall hatte es vor zwei Wochen gegeben. Am vergangenen Freitag war der zweite Kranke gestorben.

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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