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Hausach Bei Atomkraft gilt "Laissez faire"

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Viermal gingen Hausacher Zehntklässler im Rahmen von "Comenius" 2010 auf europäische Entdeckungsreise rund ums Thema Energie. Foto: Schwarzwälder-Bote

Hausach - Atomenergie in Frankreich, Solarstrom von spanischen Dächern, Geothermie in Tschechien oder Kraft aus Wellen vor den Küsten Englands: Viermal gingen Hausacher Zehntklässler im Rahmen von "Comenius" 2010 auf europäische Entdeckungsreise rund ums Thema Energie. Was im vorigen Jahr mit einer Themenwoche zu Geschichte, Gegenwart und Zukunft der Wasserkraft im Kinzigtal begann, führte nun ins französische Loches, nach Úpice (Tschechien), Madrid und Plymouth (England).

Über Vor- und Nachteile der einen oder anderen Energiegewinnung sollte das Projekt den jungen Europäern zwischen 13 und 19 Jahren aus sechs Ländern die Augen öffnen. Die jeweils gastgebenden Schüler arbeiteten ihr Schwerpunktthema aus; die Gäste verglichen, wie die verschiedenen Länder zu der jeweiligen Energieform stehen – und wie es dort allgemein ums Energiesparen bestellt ist.

Und hier gelangten die RGG-Schüler zu überraschenden Erkenntnissen. "Mich hat sehr gewundert, wie man in Frankreich mit Atomkraft umgeht", berichtet Tabitha Eisenmann, die mit ihrer Gruppe sogar einmal auf einem Reaktor stand. "Da wurde behauptet, es sei viel gesünder, neben einem Kernkraftwerk zu wohnen als in der Bretagne, wo die natürliche Strahlenbelastung viel höher sei." Kritischen Fragen nach Endlagerung oder Unfällen im Kraftwerk sei die Gruppenführerin ausgewichen.

Wie Wasser durch Granit gepumpt und dabei erwärmt wird, erlebten die Schüler in Úpice. "Ein interessantes Thema auch für uns, nachdem ja auch in Staufen die Geothermie genutzt wird", findet Lehrerin Stephanie Suhr, die mit neun weiteren Kollegen pro Fahrt das Comenius-Projekt in Hausach leitet.

Wenn Dreifachglas die Klimaanlage erspart

Leandra Haas wiederum beeindruckte die Bauweise von Hochhäusern in Madrid: "Sie sind so angeordnet, dass der Wind gut durchzieht, und mit Dreifachverglasung abgedunkelt, damit es innen schattig bleibt." Dies spart manche Betriebsstunde der Klimaanlage.

Eine Exkursion steht 2011 noch aus: Im April geht’s im dänischen Horsens um Windkraft. Ihre Erfahrungen wollen die Schüler keinesfalls für sich behalten – in drei Projekten geben sie sie an die Öffentlichkeit weiter.

So entsteht eine Homepage zu den Exkursionen; ein einstündiger Film soll Einblicke in die sechs Treffen geben. Und ein "Good-Practice-Dokument", das auch den Verwaltungen zugehen soll, gibt Ratschläge zum Energiesparen an der jeweiligen Schule. Denn auch den dortigen Stromverbrauch nahmen die Jugendlichen unter die Lupe – und stellten etwa fest, dass elektrische Schultüren bei den englischen Gastgebern durchaus entbehrlich wären.

So lehrreich "Comenius" für die Schüler auch ist, das Unternehmen birgt auch Probleme. "Es ist sehr schwierig, dieses Projekt im randvollen Stundenplan der G 8-Schüler unterzubringen", stellt Stephanie Suhr fest. Um intensiv arbeiten zu können, habe die Schülerzahl beschränkt werden und zwei der fünf zehnten Klassen deshalb unberücksichtigt bleiben müssen. Nicht zuletzt, so Lehrer Hans-Michael Uhl, hätten die Betreuer hunderte von Stunden unbezahlte Arbeit für "Comenius" zu leisten. "Wenn der Politik dieses Projekt am Herzen liegt, dann muss sie auch bereit sein, dafür Deputatsstunden vorzusehen", fordert Uhl.

Das Comenius-Programm der EU will mit Themenprojekten den Ideenaustausch zwischen europäischen Schulen fördern. Um an einem Projekt und den damit verbundenen Studienfahrten teilnehmen zu können, müssen sich die Schüler über ihren Pflichtunterricht aus für das Thema engagieren, im Fall des Energieprojekts beispielsweise in einer Umwelt-AG.

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