Das „Haus Engels“ in Hertingen hatte zum ersten Advents-Zauber geladen.
Schon im Hof begrüßte eine geschmückte Tanne die Gäste, und im Saal bei den Terrassen fand sich eine weitere. Lichterketten, Kerzen jeder Art sowie Holzsäulen mit Licht erhellten das Areal. Die Lauben strahlten, und über allem schwebte der bunte Schein der wie illuminiert wirkenden Baumriesen. Weiße XXL-Kugeln baumelten als Hingucker vor dem Mal-Atelier.
Stroh war ausgebreitet, in der Nähe ein Ruprecht mit Rentier, und der Nikolaus verteilte emsig Gaben in Gestalt roter Tüten. „Jeder Anwesende bekommt eine“, wurde betont. Es gab heiße Tomatensuppe und heiße Würstchen, Magenbrot, Glühwein und Kinderpunsch sowie eine Bude mit Mandeln und mehr. Ein paar Meter weiter drehten sich zwei Eisenrollen, ummantelt mit Hefeteig. Denn eine Baum-Striezel-Fabrikation fand über glühenden Kohlen statt.
Familie packt mit an
Als „Kurbelmänner“ agierten die beiden Söhne des Hausmeisters Michael Schmid. „Ohne ihn geht gar nichts“, sagte Manuela Obermeier, die Leiterin der Außenwohngruppe in Bad Bellingen. Auch Schmids Frau machte sich nützlich, ebenso wie weitere Angehörige. Das Striezel-Backen geht auf den ehemaligen Hausmeister Dieter Hann zurück, der aus Siebenbürgen stammt.
Obermeier erzählte, eine Veranstaltung im Advent zu organisieren, sei schon lange ein Wunsch gewesen. Aus einer kleinen Idee sei eine große geworden sei. Jeder im Team habe einen Beitrag beigesteuert, die Pläne reiften, und man sei zusammengerutscht, freute sie sich. Mitwirkende aus vielerlei Kreisen brachten sich ein, darunter auch die Nachbarschaft.
„Alles für die Bewohner, denn hier ist ihr Zuhause, hier sollen sie ein schönes Weihnachten erleben. Einen zumeist überfüllten Weihnachtsmarkt zu besuchen, ist schwierig“, sagte Obermeier. Die Hertinger Einrichtung für Menschen mit Behinderung untersteht Rosika Pandzic und Daniel Stern.
Bewohner selbst aktiv
Tatkraft zeigten jedoch auch die Bewohner selbst. 40 verschiedene hübsche Tannen aus Holz säumten den Hang vor der Bühne. Oben drauf spielte die hauseigene Blaskapelle. Gewichtigen Anteil an der Pracht hatten die jungen Frauen, die den Bundesfreiwilligendienst und ein Freiwilliges Soziales Jahr ableisten. Sie kommen laut Pandzic aus Madagaskar, Kolumbien, Algerien und Indien.
Bis in die späten Abendstunden zog sich der Advents-Zauber. Seitens des ehemaligen Leiters Ulrich Hiss aus Heitersheim hieß es, die Veranstaltung könne jedem Markt Konkurrenz machen. Pandzic meinte: „Ich selbst bin sprachlos.“