Das letzte Wort ist noch nicht gesprochen. Das Thema Dorfladen im Haus des Gastes wurde nochmals aufgekocht.
Der aktuelle Anlass: Eine Physiotherapie hat Interesse zur Nutzung der Räume angemeldet. Stefan Weinmann rollte das Ganze nochmals auf, woraus eine intensive Diskussion entstand: So habe das Konzept der Familie Bächle – ein Laden ohne dauerhafte Personalpräsenz – im Gemeinderat große Zustimmung gefunden. Als die Kosten gestiegen seien, habe die Zustimmung immer mehr gebröckelt – zumal im ehemaligen Schlecker der Rexhaj-Markt aufgemacht habe.
Zweitletzter Platz
Weinmann verwies auf den Orts-Check des Schwarzwälder Boten, wo Lauterbach beim Thema Einzelhandel auf dem zweitletzten Platz gelandet war. „Man kann in Lauterbach nicht mal einen Apfel kaufen“, brachte er es auf den Punkt. Daher sehe die UBL nach wie vor die dringende Notwendigkeit einer Einkaufsmöglichkeit. „Selbstbedienung ist das einzige Modell, der Rathausplatz ist zentral und ideal geeignet“, warb Weinmann. Er sprach sich dafür aus, sich hier auf die Suche nach einem Betreiber zu machen – und die Planungen einer Physiotherapiepraxis nicht weiter zu verfolgen.
Gespräche im Hintergrund
Johannes Geprägs sah das für die CDU anders: Man habe einen Metzger, der die ganze Umgebung versorge, zwei Bäcker und am Donnerstag den Markt. Zudem hätten auch ältere Personen jemand, der sie zum Einkaufen fahre oder für sie einkaufe. Vielmehr gehe es jetzt darum, die Räumlichkeiten im Haus des Gastes zeitnah zu nutzen. Es seien im Hintergrund Gespräche hierzu gelaufen, sagte Bürgermeister Jürgen Leichtle.
Automat statt Laden?
Bei ihm, ergänzte Ansgar Fehrenbacher, seien andere Aussagen der Menschen angekommen. „Sie sagen, wir brauchen dringend eine Einkaufsmöglichkeit“, so Fehrenbacher. Dass der Ausbau der Pfarrer-Sieger-Straße verschoben worden sei, tue weh. Er sehe es aber nicht ein, nun 130 000 Euro für eine Physiotherapie zu investieren.
Emile Epagna verwies auf den Rexhaj-Markt, der sich nicht getragen habe. Zudem würden viele ältere Menschen mit einer reinen Karten- oder Selbstzahlung nicht klar kommen. „Wir sind zu nahe an Schramberg“, lautete ein weiteres Argument. Daher sprach er sich dafür aus, einen Automaten für Fleisch, Gemüse oder Backwaren aufzustellen.
Ansgar Fehrenbacher entgegnete, dass der Betreiber Tante M 80 Prozent seines Umsatzes außerhalb der normalen Öffnungszeiten erziele. Die Leute würden sogar von auswärts kommen. Das würde sich tragen und würde vielen älteren Menschen helfen, war er sich sicher.
Doch kein Interesse
Für Rolf Buchholz hingegen hatte es Charme, künftig Arztpraxis, Heilpraktiker und Physio an nahezu einem Ort zu haben. „Das ist zukunftssicherer als ein Markt, für den wir umbauen müssten und der dann möglicherweise nicht läuft“, stimmte ihm Geprägs zu.
Nun wird geprüft
Es habe, so Leichtle auf Nachfrage von Martin King, Gespräche mit einer Dame aus Lauterbach gegeben. Sie habe dann aber doch kein Interesse am Betreiben eines Selbstbedienungsladen gehabt.
Letztlich stellte Ansgar Fehrenbacher den Antrag auf Vertagung, der angenommen wurde. Nun soll geprüft werden, ob doch noch ein Lebensmittelmarkt eine Chance hat. Sonja Rajsp-Lauer hatte in der Einwohnerfragestunde angeboten, einen Kontakt zu Tante M – einem Betreiber von Lebensmitelläden ohne Personal – vermitteln zu können. Dessen Chef habe sich interessiert am Standort Lauterbach gezeigt.