Um Schafhaltung, Schafnutzung, Landschaftspflege und Schwabenkultur ist es im Haus der Volkskunst gegangen. Im Mittelpunkt: ein Film über die Wanderschäferei auf der Alb.
Balingen-Dürrwangen - Dass der Musikverein Unterboihingen bei einem Probenwochenende im Haus der Volkskunst war, passte prima: Mit Blasmusik, Gesang und viel Spielfreude wurden die Gäste empfangen.
Beifall gab’s, ein Gläschen Sekt zur Begrüßung und eine kurze Einführung durch Manfred Stingel, der früher selbst Kleinschäfer gewesen ist. Launig erzählte er von den Traditionen auf der Alb, von den Wacholderheiden und von den Schwierigkeiten eines fast ausgestorbenen Berufs, bei dem weiße Turnschuhe völlig ungeeignet sind und bei dem es nicht viel zu verdienen gibt.
Wacholder, Wolle, Wohlgenuss
Die knapp einstündige Filmdokumentation, an der Stingel mit dem Filmemacher Tim Hoffmann in den vergangenen zwei Jahren gearbeitet hat, trägt den Titel "Wacholder. Wolle. Wohlgenuss."
Unter anderem kommt darin Familie Wohlfahrt zu Wort, Wanderschäfer in siebter Generation. Sie erzählt von der Arbeit auf den Wacholderheiden von morgens sieben Uhr bis es abends dunkel wird, von Wanderungen und dem Wohnwagen, der es auch im Winter möglich macht, in der Nähe der Schafe zu bleiben. Es geht um die Schur und die Schwierigkeiten bei der Woll- und Fleischvermarktung,
Schafe als "Baumeister" der Wacholderheiden
Um Schafe als "Baumeister" der artenreichen Wacholderheiden auf der Alb, um das Spinnen und Weben auf traditionelle Art und um die Musikinstrumente aus Wacholderholz von Andreas Rogge wird es auch am Stand der Volkstanzgruppe bei der Gartenschau 2023 gehen. Dann mit dabei: das Ensemble "Wacholderklang" mit Schalmei und Dudelsack.