Vor allem die sportliche Talfahrt der ersten Mannschaft prägte die Hauptversammlung. Die Verantwortlichen im Verein warben um Rückendeckung. Wegen des Sparkurses der Stadt muss der Verein sein „Sportkonzept Dammenmühle“ pausieren.
Bereits 2023 hatte der Vorsitzende des SC Lahr, Frank Müller, angekündigt, mit Ablauf der aktuellen Wahlperiode 2025 beim Sportclub aufzuhören. Jetzt kündigte er im Rahmen der Hauptversammlung am Freitag an, sich „aus dem operativen Geschäft ein Stück weit herauszunehmen“.
Er bleibe dem Verein weiter als Vorsitzender erhalten, werde aber nicht mehr so oft am Sportplatz zu sehen sein. „Wir haben gute Leute auf der Vorstandsebene, die mich unterstützen und das Geschehen auch eigenständig leiten können“, hob Müller hervor.
Zusammen mit Philip Röderer hatte Müller im vergangenen Jahr auch den Finanzbereich des Vereins begleitet. Der Finanzbericht zeigte, dass die Liquidität des SC Lahr laufend gegeben war und auch keine langfristigen Bankschulden bestehen. Das Jahr wurde aber mit einem Verlust im unteren vierstelligen Bereich bei solidem Gesamtstand abgeschlossen.
Pächterwechsel bei Vereinsheim
In seinem Rückblick ging der Vorsitzende auf Stationen wie den Neujahrsempfang, den Suzuki-Baral-Jugend-Cup, den dritten Platz bei den „Sternen des Sports“, die Neuanschaffung eines Defibrillators und die Bürgerehrung für Jugendleiter Stefan Wölfle ein. Mit Susi Schmidlin hörte nach mehr als 15 Jahren die Pächterin des Vereinsheims „Klostermatte“ auf. Ihr folgt Laki Michailidis (wir berichteten).
Ausführlich fielen die Abteilungsberichte in Wort und Bild aus. Der Leiter des Spielbetriebs, Petro Müller, blickte auf die erfolgreiche Spielzeit 2023/2024. Die Herren I wurden Verbandsliga-Fünfter und erreichten das SBFV-Pokalfinale. „Gerade im Pokal war das eine sehr, sehr gute Leistung“, unterstrich er und richtete spezielle Dankesworte an Domenico Bologna. Der damalige Coach trat im November 2023 zurück, Nachfolger wurde Sascha Schröder.
Bei den Aktiven machte nur die zweite Mannschaft durchgehend Freude
Die zweite Mannschaft kam in der Liga auf den zweiten Platz: „Sie bereitet wenig Sorgen“, so Petro Müller. Die U19-Juniorenmannschaft verfehlte aber mit dem vierten Platz das Ziel Aufstieg in die Verbandsstaffel. „Zur neuen Saison 2024/2025 hatten wir große Hoffnungen“, skizzierte er.
Der Kader der ersten Mannschaft wurde mit jungen Spielern verbreitert, der Altersschnitt des Aufgebots liegt bei unter 21 Jahren. Die aktuelle Realität laute indes Abstiegskampf, „das ist menschlich, wir müssen da durch“, hob Petro Müller hervor. Er warb um Rückendeckung, unantastbar sei, dass der Verein weiter an Sascha Schröder als Trainer festhalten werde. „Wir entwickeln aktuell auch viel hinter den Kulissen, aber diese Saison müssen wir die Klasse halten. Und das werden wir“, zeigte sich Petro Müller überzeugt.
Ergänzendes führte Frank Müller aus. Der SC Lahr sei ein Ausbildungsverein, für den es darum gehe, junge Spieler an die erste Mannschaft heranzuführen.
Aber: „Die Spieler müssen das auch wollen“, so der Vorsitzende, der Bezug auf Kritik von Stammtisch- und Fankreisen nahm. „Jeder hat das Recht, seine Meinung zu haben. Aber wir Verantwortliche sind näher an der Mannschaft dran, wissen um Hintergründe, die Außenstehende nicht kennen oder sehen. Alles hat einen Hintergrund“, betonte er.
Jugendleiter Stefan Wölfle blickte auf die Jugendabteilung, die mittlerweile 415 Aktive, verteilt auf 24 Mannschaften, betreut von 62 Trainern, umfasst. „Das ist eine tolle Entwicklung, die uns aber angesichts von über 2200 Trainingseinheiten und rund 500 Spielen, ans Limit bringt“, zeigte er auf.
Wölfle ging auf Hallenturniere, den Familientag oder Schul-Stadtmeisterschaften ein. Die größten Erfolge in diesem Jahr waren vier Hallenbezirksmeisterschaften und der U14-Aufstieg in die Bezirksliga. „Wir sind mittlerweile wie eine kleine Firma unterwegs“, skizzierte Wölfle.
Kein Geld für den Sport
Keine guten Nachrichten gibt es in Bezug auf das „Sportkonzept Dammenmühle“. Nach Austausch mit dem Ersten Bürgermeister Guido Schöneboom teilten Frank Müller und Wölfle mit, dass es um die städtischen Finanzen nicht allzu gut stehe. Daher seien Projekte im Sportbereich erst einmal auf Eis gelegt. „Wann hier etwas passieren wird, ist unbestimmt“, sagte Müller. Dringliches Thema aus SC-Sicht ist der abgespielte Kunstrasen, der laut Wölfle „vielleicht noch ein, höchstens zwei Jahre“, mitmachen werde.