Ein Rettungsdienst hofft selbst auf Unterstützung. Bei der Freiwilligen Feuerwehr Rangendingen ist die Mindeststärke unterschritten.
Seit fast einem halben Jahr leitet Christopher Birkle kommissarisch die Gesamtfeuerwehr Rangendingen, nachdem sein Vorgänger Frieder Dieringer im Sommer aus privaten Gründen seinen Rücktritt erklärt hat. In der Hauptversammlung am Freitag zeigte sich Birkle sehr besorgt über den rückläufigen Mitgliederstand.
Von einem Abgang von 13 Mitgliedern war in Birkles Rechenschaftsbericht die Rede. Acht von ihnen seien als „Karteileichen“ geführt und vom Gemeinderat aus dem Dienst entlassen worden. Fünf traten aus oder wechselten in die Altersabteilung. Birkle stellte dazu fest: „Wenn wir uns die Mannschaftsstärke auf Grundlage des Feuerwehrbedarfsplan anschauen, sind wir r an der unteren Grenze angekommen.“
Personalstärke hat untere Planungsgrenze erreicht
Aktuell verfügt die Gesamtwehr aus den Abteilungen Rangendingen, Höfendorf und Bietenhausen über 70 Einsatzkräfte. Damit ist die Mindestgrenze von 78 unterschritten. Und der Bedarf ist immens: Bis zu 117 Kräfte könnte die Gesamtwehr vertragen. Für Birkle bedeutet das: „Wir müssen Maßnahmen zur Mitgliederwerbung und -gewinnung anstoßen und umsetzen.“
Doppelmitgliedschaften und Quereinsteiger jeden Alters sind willkommen. Bestes Beispiel: Raphael Donkel. Er zog nach Rangendingen und bringt Erfahrungen aus der Freiwilligen Feuerwehr Haigerloch mit.
Viele Aktive haben an Fortbildungen teilgenommen
Mit dem Ziel, die Einsatzbereitschaft und Sicherheit bei Rettungsaktionen weiter zu verbessern, haben mehrere Feuerwehrangehörige an Fortbildungslehrgängen teilgenommen.
In seinem Bericht verwies Birkle auf einen starken n Rückgang der Einsatzzahlen. Mit 23 Einsätzen verzeichnete die Wehr einen Rückgang um fast 30 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Der Grund: Es gab keine unwetterbedingten Alarme. Spektakulärster Einsatz war im Januar am Bahnübergang bei der Firma Tubex, wo ein Güterzug mit einem Auto kollidiert war. Weil das Fahrzeug in der Lokomotive verkeilt war, musste mit hydraulischem Gerät der schwer verletzte Fahrer aus dem Wrack befreit werden.
Neuer Kommando- und Gerätewagen wurden angeschafft
Zur Fahrzeugausstattung wurde berichtet, dass ein neuer Kommandowagen und ein Gerätewagen Transport für Höfendorf angeschafft wurden. Es stehen noch die Lieferungen eines Hauptlösch- und Mehrzweckfahrzeugs aus. Was Kommunikation, „Vertrauen, Zusammenhalt und Unmut angehe, erklärte der Feuerwehr-Chef, dass hier viele Gespräche geführt worden seien. Das Ergebnis bewerte er als positiv. „Wir müssen noch mehr zusammenhalten und wieder einen Aufschwung nach vorne bekommen.“
Fabian Vötsch erstattete Bericht über den Nachwuchs. Die Jugendfeuerwehr besteht aus 49 Jungs und Mädchen. Bei den Löschzwergen sind es 19. Laut Johann Heck zählt die Altersabteilung 28 Männer. Luca Beiter als Kommandant der Einsatzabteilung Höfendorf, zu der die Löschgruppe Bietenhausen gehört, erklärte in seinem Bericht, dass weiterhin in die Feuerwehrausstattung investiert werden müsse, damit man den Anforderungen weiterhinwerden könne. Hier verwies Beiter auf die beiden Tragkraftspritzenfahrzeuge, die ausgetauscht werden müssen.
Bürgermeister Haug will eine Verkehrsschau
Bürgermeister Manfred Haug machte die beiden Güterzug-Unfälle 2021 und 2025 an den nicht ausreichend gesicherten Bahnübergängen in Rangendingen zum ersten Punkt seiner Rede. Bis heute gab es dort noch keine Verkehrsschau, was Haug auf die ablehnende Haltung der Südwestdeutschen Landesverkehrs-GmbH zurückführt. Mit Blick auf die schwierige Haushaltslage sagte Haug, dass die Arbeit und die Ausstattung der Feuerwehr der Gemeinde sehr wichtig seien. Trotz der klammen Gemeindekasse in den vergangenen Jahren habe man größere Investitionen in die Feuerwehr getätigt. „Und dies wird auch in Zukunft so bleiben“, so der Rathauschef.
Christopher Birkle bleibt aktives Mitglied der Feuerwehr
Mit Geschenken verabschiedete Christopher Birkle, der bis zu den Wahlen 2026 kommissarischer Gesamtwehrkommandant bleibt, seinen Vorgänger Frieder Dieringer. Der Feuerwehr Rangendingen bleibt Dieringer als aktives Mitglied erhalten. Dieringer war fünf Jahre Gesamtwehr-Kommandant. Zuvor war er stellvertretender Feuerwehrkommandant, Abteilungskommandant und stellvertretender Abteilungskommandant.
Beförderungen und Ehrungen
Hauptversammlung
In der Hauptversammlung der Rangendinger Feuerwehr wurden treue Aktive geehrt und befördert: Zum Feuerwehrmann ernannt wurden Raphael Donkel, Lucas Heß, Vincent Pflumm und Steffen Willke. Zum Hauptfeuerwehrmann ernannt wurden Luca Beiter und Marvin Grupp. Zum Oberlöschmeister ernannt wurde Matthias Wiest, zum Hauptlöschmeister Martin Wannenmacher. Das Feuerwehr-Ehrenzeichen Baden-Württemberg in Bronze für 15 Jahre Einsatzdienst erhielt Patrick Schröder, das Feuerwehr-Ehrenzeichen Zollernalbkreis für 20 Jahre Einsatzdienst (Silber) erhielten Fabian Strobel, Hanna Zug und Christopher Birkle.