Bürgermeister Maik Lehn (rechts) freut sich, dass mit Gesamtkommandant Thorsten Gulde (Mitte) und seinen beiden Stellvertreter Holder Severit (links) und Alexander Arnold wieder ein schlagkräftiges Kommando zur Verfügung steht. Foto: Gerhard Feuerstein

Nach schwierigen Zeiten ist Harmonie bei der Feuerwehr eingekehrt. Ein Dreigespann übernimmt die Leitung in Stetten a.k.M.

Das große Schiff der Freiwilligen Feuerwehr Stetten am kalten Markt fährt wieder in ruhigerem Fahrwasser. Mit überwältigender Mehrheit kürten die aktiven Kameraden in geheimer Wahl Thorsten Gulde zu ihrem neuen Gesamtkommandanten. Mit ebenso deutlicher Mehrheit wurden Holger Severit und Alexander Arnold zu Guldes erstem und zweiten Stellvertreter gewählt.​

 

Das Dreigespann war im vergangenen Herbst in die Bresche gesprungen, als es im Zusammenhang mit der Beschaffung eines neuen Einsatzfahrzeuges für die Abteilung Frohnstetten während einer öffentlichen Gemeinderatssitzung zu einem Streit unter den Blauröcken gekommen war, in dessen Verlauf der amtierende Gesamtkommandant Thomas Straub seinen sofortigen Rücktritt und Austritt aus der Feuerwehr erklärt hatte.

Nicht nur einmal Beifall

Und dass es Thorsten Gulde, Holger Severit und Alexander Arnold in dieser schwierigen Situation gelungen war, „den ganzen Laden zusammengehalten haben“ – wie an dem Abend mehrfach betont wurde – quittierten die Anwesenden nicht nur einmal mit Beifall. Zwar steht die offizielle Bestätigung des neuen Kommandos durch den Gemeinderat noch aus, doch dürfte dies in der kommenden Sitzung nur noch Formsache sein.

Die Versammlung, durch die Thorsten Gulde und Holger Severit souverän gemeinsam führten, verlief äußerst harmonisch. Dass man auch dem zurückgetretenen Gesamtkommandanten für seine umfassenden Verdienste dankbar sei, brachten Bürgermeister Maik Lehn, Kreisbrandmeister Michael Reitter und Thorsten Gulde mehrfach zum Ausdruck: „Wer Thomas Straub kennt, weiß, was er alles bewegt hat“, würdigte Thorsten Gulde.

136 Aktive und 60 Einsätze

Schon lange davor hatte die Versammlung ausgiebig Rückschau auf ein einsatzreiches Jahr gehalten, in dem die aktuell 136 Aktive umfassende Truppe bei insgesamt 60 Einsätzen (davon 37 Brandeinsätze und 33 technische Hilfeleistungen) auf Trab gehalten wurde.

Während Schriftführer Peter Klett das Einsatzspektrum ausführlich Revue passieren ließ, ging Thorsten Gulde verstärkt auf die Ausbildung der Truppe ein, bei der zahlreiche Kameraden mit Erfolg an Lehrgänge und Fortbildungen teilgenommen hatten. Gulde versäumte es nicht, die Anschaffung zweier neuer Einsatzfahrzeuge hervorzuheben, für die „die Gemeinde mehr als 500 000 Euro locker gemacht“ habe: „Damit sind wir auf dem aktuellen Stand der Einsatztechnik“, lobte er.

Ehrungen und Beförderungen

Einen wahren Beförderungs- und Ehrungsmarathon gab es. Die neuen Bosse hatten alle Hände voll zu tun, den frisch beförderten Einsatzkräften ihre Urkunden auszuhändigen und die neuen Schulterklappen aufzusetzen. Verdiente Kameraden wurden ebenfalls ausgezeichnet und für ihren langjährigen Einsatzdienst geehrt. Für stolze 40 Jahre Dienst bekamen Adolf Hafner, Michael Klaus, Klaus Rebholz und Joachim Lemke das goldene Feuerwehrehrenzeichen. Silber ging für 25 Jahre an Christoph Letsch, während Janik Quarleiter für 15 Jahre mit Bronze ausgezeichnet wurde. Eine besondere Ehre wurde Rudolf Ruf und Jürgen Klaus zuteil, die von Jürgen Bossert mit der Ehrenspange des Kreisfeuerwehrverbandes ausgezeichnet wurden.