Bei der Hauptversammlung am vergangenen Donnerstagabend in Gutach wurden auch langjährige Mitarbeiter begrüßt.
„Wir leben nicht in unsicheren Zeiten, sondern in gefährlichen Zeiten“, so der Kreisvorsitzende Jürgen Nowak in Hinblick auf die politischen Entwicklungen. Große Herausforderungen beträfen auch die Sozialsysteme. Der Kreisverband sei gut aufgestellt.
Landesgeschäftsführer Leonard von Hammerstein zollte dem Kreisverband für die breite Palette an Hilfsangeboten Respekt. Die Umsetzung der im neuen Rettungsdienstgesetz verankerten Zwölf-Minuten-Frist sei ohne zusätzliches Personal und zusätzliche Rettungswachen nicht möglich. Das Badische Rote Kreuz stelle sich der Herausforderung, neues Personal auszubilden, es sei aber dringend mehr finanzielle Förderung nötig, um neue Rettungszentren zu bauen, sieht er das Land in der Pflicht.
Kreisgeschäftsführer Volker Halbe berichtete über das zurückliegende Jahr. Wegen der politischen und wirtschaftlichen Unwägbarkeiten sei die Umplanung und Reduzierung des Neubaus DRK in Hausach richtig gewesen. Das Vorhaben liege im Plan. Die Geschäftsfelder des Verbands hätten sich unterschiedlich entwickelt. Das größte Tätigkeitsfeld sei die Notfallrettung, gefolgt vom Kindergarten Sternschnuppe. Es folgen Krankentransport, Migrations-/Flüchtlingsarbeit und weitere soziale Dienste. In allen Bereichen, mit Ausnahme des Kindergartens, fehlt Personal. Insbesondere in der Notfallrettung steige der Personalmangel. „Wir haben jedoch einen Sicherstellungsauftrag und können nicht einfach unser Angebot streichen“, verdeutlichte Halbe. Der Mangel an Notfallsanitätern werde sich verschärfen, da der Rettungswagen in Schiltach, befristet auf zwei Jahre, statt wie bisher zehn Stunden täglich, rund um die Uhr besetzt sein muss. Das Kostenbudget der Notfallrettung 2024 wird verhandelt. Im Krankentransport wurde zum ersten Mal eins der drei Fahrzeuge außer Betrieb gesetzt– es gibt nicht genügend FSJler. Wirtschaftlich war 2024 erfolgreich, es sei jedoch abzusehen, dass 2024 schlechter ausfällt.
Der ambulante Pflegedienst wurde stabilisiert. Vom medizinischen Dienst gab es erneut die Note 1,0. Beim Kindergarten steht die Eröffnung einer zusätzlichen Naturgruppe an, um der steigenden Nachfrage zu begegnen. Detailliert ging Halbe auf die Entwicklungen bei den Sozialen Diensten ein.
Kreisbereitschaftsleiter Markus Müller, Ruth Webering und Philipp Rechenbach informierten über das neue Einsatzleitsystem und den Einsatz der Rettungskräfte aus dem Kinzigtal bei der Europameisterschaft in Stuttgart und Berlin. In acht von zehn Ortsvereinen gibt es eine Nachwuchsgruppe, so Jugendrotkreuzleiter Benjamin Seifritz.
Kreisschatzmeister Axel Moosmann berichtete von einem Bilanzgewinn von knapp 362 900 Euro bei einem Umsatzvolumen von gut 8,2 Millionen Euro. Die nächste Versammlung findet beim Ortsverein Schiltach statt. Hinter den vielen Zahlen stünde ein „riesiges Engagement vieler Menschen, auf das wir stolz sein können“, lobte der Nowak. Auch der Gutacher Bürgermeister Siegfried Eckert würdigte das große ehrenamtliche Engagement.
Die Geehrten
30 Jahre: Die Erzieherinnen Sonja Rall, Melanie Lupfer und Kerstin Gutzeit, die den DRK-Kindergarten Sternschnuppe von Anfang an mit aufgebaut haben und Notfallsanitäter Jürgen Geikler zehn Jahre:
Erzieherin Silvia Schmider Besonders engagierte ehrenamtliche Ausbilder:
Jutta Eisenblätter (OV Steinach, 103 Kurse), Egon Jehle (OV Schiltach) und Thomas Leopold (OV Biberach 28 Kurse) und Stefanie Kern (OV Hornberg, 26 Kurse