2023 hatte Müller angekündigt, sein Amt 2025 niederzulegen. Nun hat er sich anders entschieden, ist abermals angetreten und wurde einstimmig gewählt.
Die Hintergründe zu seiner Entscheidung legte Frank Müller auf der Hauptversammlung des SC Lahr im Clubheim an der Klostermatte dar. Er freue sich, dass er gebeten wurde, den Verein weiter anzuführen. In der Vergangenheit habe er erklärt, dass seine Entscheidung zum Rücktritt unumstößlich sei. Doch in seiner Brust schlügen zwei Herzen: ein natürliches und eines für den Lahrer Fußball. Aktuelle gehe es ihm gut und er fühle sich wohl. Man habe viel erreicht, der Verein sei toll aufgestellt – und er dürfe das machen, was er am besten kann: den SC nach außen repräsentieren.
Müller betonte, dass es aktuell viele Projekte gebe, in denen er den Kopf drin habe. Wenn ein langjähriger Vorsitzender gehe, entstehe ein Vakuum. Er wolle den Verein nicht hängen lassen. Außerdem habe man Unterstützer gefunden, die dem gesamten Vorstand zuarbeiten. Letztlich stellte sich Müller wieder zur Wahl und wurde einstimmig gewählt. Der Rest des Vorstands besteht aus Stellvertreter Norbert Hess, Petro Müller (Leiter Spielbetrieb) und Stellvertreter Maurizio Moog, John Kölz (Verwaltung) und Philipp Röderer (Finanzen). Von der Jugendabteilung vorab bestimmt worden war deren Leiter Stefan Wölfle, Stellvertreter sind Nick Schnaus und Sven Weiß. Unterstützt wird der Vorstand von Klaus Zibold (Finanzen), Stefan Schmidt (Verwaltung/Marketing), Markus Lehmann (Technik/Marketing), Raphael Weber (Technik) und Michael Gür (Technik).
SC Lahr spielt bislang eine überzeugende Saison
Bereits vor der Wahl hatte Müller auf das vergangene Jahr geblickt. Ein Höhepunkt sei der Besuch der damaligen Innenministerin Nancy Faeser auf der Klostermatte gewesen: „So etwas vergisst man so schnell nicht.“ Im Juni stieg die U 23 in die Landesliga auf. Es sei nicht immer einfach gewesen, das Team in die höhere Spielklasse zu führen. Natürlich brauche das junge Team nun Erfahrung, man halte sich aber im unteren Tabellendrittel sehr gut.
Petro Müller betonte, dass die erste Herrenmannschaft in der Verbandsliga tabellarisch besser dastehe als vergangenes Jahr zu dieser Zeit. Im Pokal-Viertelfinale geht es am 1. April gegen den Türkischen SV Singen. „Das ist ein Oberligist. Es wird ein gutes Spiel“, prognostiziert Petro Müller. Vergangene Saison waren die Lahrer mit 48 Punkten auf Platz sieben gelandet – auch wenn die Hinrunde für den Verein wenig erfolgreich gelaufen war. Es sei damals die richtige Entscheidung gewesen, am Trainerteam festzuhalten. In der Rückrunde holte das Team dann stolze 33 Punkte.
SC bleibt schuldenfrei, kann aber keine Reserven bilden
Die U 23 sei noch ein Stück von der Abstiegszone entfernt, so Petro Müller. Vergangene Saison hätten er und Moog früh die Meinung vertreten, dass man mit hoher Wahrscheinlichkeit den ersten oder zweiten Platz erreichen werde. Der Leiter des Spielbetriebs verkündete auf der Versammlung zudem, dass Sascha Schröder für die nächsten zwei Jahre Cheftrainer bei der ersten Herrenmannschaft bleibt. U 23-Coach Dino Piraneo wird die Reserve auch in der kommenden Saison trainieren.
Die U 19 beendete die vergangene Saison auf Rang fünf. „Das ist natürlich nicht unsere Wunschvorstellung“, so Petro Müller. Was ihn freue, sei, dass es seit diesem Jahr wieder eine Damenmannschaft gibt. Jugendleiter Wölfle wurde von Schnaus und Weiß vertreten. Sie brachten spannende Zahlen mit: Aktuell gebe es circa 450 Jugendspieler, 24 Jugendteams und 68 ehrenamtliche Trainer.
Dass die Finanzlage des SC und seiner Vorgängervereine nicht immer rosig gewesen sei, stellte Frank Müller heraus. Nun sei man aber auf einem guten Weg. Das betonte auch Zibold: „Wir brauchen dieses Jahr nicht zu meckern.“ Man sei ständig zahlungsfähig gewesen und außerdem weiter schuldenfrei. Gleichwohl könne man keine Reserven bilden. Trotz eines schwierigen Umfelds arbeite man bodenständig und kostendeckend. Der Verein habe Einnahmen von rund 267 000 Euro, die Aufwendungen betrugen rund 263 000 Euro.
Auch der Sportpark Dammenmühle wurde angesprochen. Frank Müller glaubt, dass vor Ort der neue Hockeyplatz kommen werde. Vielleicht werde auch der SC mit einem notwendigen Kunstrasenbelag für den großen Platz begünstigt. Er gehe davon aus, dass Mitte nächsten Jahres ein neuer Kunstrasenplatz verlegt werden könne.
Das Spitzenspiel
Das Match gegen den FC Teningen wurde auf der Versammlung immer wieder angesprochen. Petro Müller erklärte, schon ein bisschen bisschen nervös zu sein. Letztlich siegten die Lahrer mit 2:1 gegen den Tabellenführer. Die Teams sind nun punktgleich und wegen des besseren Torverhältnisses behält Teningen den Platz an der Sonne.