Der neu gewählte Vorstand der FVS mit Frank Müller, Thomas Becherer, Robert Müller, Sandro Pacifico, Thomas Weißer, Thomas Schneider und Aufsichtsratsvorsitzender Matthias Bauernfeind Foto: FVS

Die FVS blickt auf ein erfolgreiches Jahr mit Rekordzahlen zurück: Hohe Holzverkäufe, steigende Umsätze und ein personeller Neustart prägen die Bilanz.

Ein neuer Vorstand und ein Rekorderlös: Die Forstwirtschaftliche Vereinigung Schwarzwald blickte bei ihrer Hauptversammlung auf ein erfolgreiches Jahr zurück. Es sei ein intensives Jahr mit Herausforderungen, aber auch erheblichen Chancen an den Märkten gewesen, eröffnete der Aufsichtsratsvorsitzende der Forstwirtschaftlichen Vereinigung Schwarzwald (FVS), Matthias Bauernfeind, die Veranstaltung in der Hausacher Stadthalle. Hausachs Bürgermeister Wolfgang Herrmann wies in seinem Grußwort auf die Bedeutung des Walds und der Forstwirtschaft hin. „Die FVS spielt hierbei eine zentrale Rolle und macht hervorragende Arbeit. Gerade die wirtschaftliche Funktion ist für die Kommunen im Schwarzwald zunehmend wichtig“, erklärte er.

 

Der neue Präsident der Forstkammer Baden-Württemberg, Adrian Sonder, sicherte der FVS Unterstützung zu. Gemeinsam gelte es, der Politik noch stärker die hervorragenden Möglichkeiten und Perspektiven der Forst- und Holzwirtschaft aufzuzeigen. Mit einer vermarkteten Holzmenge von 348.000 Festmetern – das entspricht rund 13.000 Lkw-Ladungen – erzielte die FVS im vergangenen Jahr erneut eine Rekordmenge. Der Gesamtumsatz lag bei etwa 28,4 Millionen Euro und damit deutlich über dem Niveau des Vorjahres.

Auch die Mitgliederentwicklung verläuft weiter positiv: Mittlerweile zählt die FVS 86 Mitglieder. Neben der Holzvermarktung gewinnt das Geschäftsfeld der Waldbewirtschaftung zunehmend an Bedeutung. Bei diesem kooperativen Modell bietet die FVS den Waldbesitzern gemeinsam mit Revierleitern und regionalen Forstunternehmen Dienstleistungen rund um Waldpflege und Holzeinschlag an. Besonders hervorzuheben sei laut Bauernfeind, dass in der Region europaweit mit die höchsten Preise für das Premiumprodukt Holz erzielt werden.

Weißer und Pacifico neue Mitglieder im Vorstand

Der Vertreter des Baden-Württembergischen Genossenschaftsverbandes, Benjamin Schilling, übernahm die Entlastung des Vorstands. Sie erfolgte einstimmig. Bei den Vorstandswahlen gab es einige personelle Veränderungen: Joachim Prinzbach beendet seine Tätigkeit als Vorstandssprecher zum 30. September 2026 – nach 26 Jahren. Neu in den Vorstand gewählt wurden die bisherigen Prokuristen Sandro Pacifico (Finanzen) und Thomas Weißer (Markt). Die ehrenamtlichen Vorstände Thomas Becherer, Robert Müller, Frank Phillip und Thomas Schneider wurden einhellig im Amt bestätigt. Auch im Aufsichtsrat gab es eine Veränderung: Nach dem Ausscheiden von Diana Kohlmann wurde Michael Großer, Dezernent für den ländlichen Raum des Ortenaukreises, neu in das Gremium gewählt.

Mit Blick auf die Zukunft zeigte sich Prinzbach nicht nur bei der Versammlung, sondern auch bei einem folgenden Pressegespräch grundsätzlich optimistisch. Die wirtschaftliche Lage habe sich zuletzt verbessert, werde jedoch aktuell durch geopolitische Entwicklungen, insbesondere im Mittleren Osten, wieder belastet. Kurzfristig bleibe die Situation daher unsicher. Mittelfristig seien die Perspektiven für die Forst- und Holzwirtschaft jedoch weiterhin positiv. Insbesondere eine anziehende Baukonjunktur und die wachsende Bedeutung des Holzbaus dürften die Nachfrage stärken. In Kombination mit den vorratsreichsten Wäldern Europas eröffnen sich für die Forstwirtschaft ausgezeichnete Zukunftsaussichten. Der Rohstoff Holz sei derzeit stark gefragt.

Rundholzpreis gegenläufig zum allgemeinen Trend

Die Aussichten für das Jahr 2026 stellte Prinzbach grundsätzlich positiv dar. Die wirtschaftliche Lage habe sich in den vergangenen Monaten aufgehellt, werde aktuell jedoch durch die Entwicklungen im Mittleren Osten wieder belastet. Auch die Holzwirtschaft sei davon betroffen. Mittelfristig seien die Perspektiven für die Forst- und Holzwirtschaft gut. Die Baukonjunktur dürfte anziehen, der Stellenwert des Holzbaus ist dabei hoch. Aktuell bestehe ein hoher Bedarf an dem Rohstoff Holz.

Wie Prinzbach ausführte, sei ziemlich sicher, dass es in diesem Jahr wenig bis kein Kalamitäts- beziehungsweise Käferholz gebe. Die Käferzahlen seien, wie es nach einem Populationshoch üblich ist und dank einiger Niederschläge, eingebrochen. Die regionalen Kunden hätten, auch um ihrem Wunsch nach einer kontinuierlichen Versorgung in den Sommermonaten Nachdruck zu verleihen, den Rundholzpreis nochmals angehoben – gegenläufig zum allgemeinen Trend. „Da konnten wir uns absetzen“, freute sich Bauernfeind. Der Aufsichtsratsvorsitzende fügte hinzu: „Wir hoffen, dass der eine oder andere Cent bei unseren Waldbesitzern ankommt.“

Die FVS bediene derzeit 60 Kunden aus einem sehr breiten Spektrum – „die wir alle beliefern wollen, um uns nicht von einzelnen abhängig zu machen“, so Bauernfeind. „Wir sehen uns in der Verantwortung für die Region; die Wertschöpfung soll vor Ort bleiben.“

Die FVS

Die Forstwirtschaftliche Vereinigung Schwarzwald (FVS) ist ein Zusammenschluss kommunaler und privater Waldbesitzer. Sie bündelt Holzvermarktung, organisiert den Verkauf und stärkt die Verhandlungsposition der Mitglieder am Holzmarkt.Die FVS arbeite überwiegend mit regionalen Sägewerken und Verarbeitern zusammen. Falls erforderlich bedient sie aber auch überregionale Märkte. Mit mehr als 60 Abnehmern verfügt die Genossenschaft über eine breit gefächerte Kundenstruktur.