87 441 Festmeter Holz verkaufte die Forstbetriebsgemeinschaft im vergangenen Jahr – so viel wie noch nie. Geschäftsführer Robert Müller riet, die hohen Preise zu nutzen.
Nahezu voll besetzt war der Saal des Wolfacher Feuerwehrgerätehauses: Die Forstbetriebsgemeinschaft (FBG) Wolfach/Oberwolfach hatte zur Hauptversammlung eingeladen. Nach der Begrüßung durch den Vorsitzenden Roland Schillinger richtete Bürgermeister Thomas Geppert seinen Dank an die Waldbesitzer, dass sie einen „zeitgemäßen Wald“ auf den Weg brachten. 2025 sei ein gutes Jahr für den Wald gewesen, sagte er. Die hohen Holzpreise seien Anerkennung für die Mühen der Waldbesitzer. Die geplante Fusion der FBG Wolfach/Oberwolfach mit der von Bad Rippoldsau-Schapbach gestalte sich schwieriger als gedacht, stellte Schillinger fest. Beide Gemeinschaften wollten den Zusammenschluss. Der werde zum Glück von der Forstkammer begleitet. Diese helfe auch, die hohen Standards bei der Waldbewirtschaftung zu bewältigen. Schillinger wies auf Motorsägen-Lehrgänge und Holzsortierungs-Übungen der FBG hin und auf eine Exkursion zum Wald des Fürsts zu Fürstenberg mit seiner „erwerbsorientierten Nadelholzbewirtschaftung“. Zur Wegunterhaltung will die FBG Weggemeinschaften anschieben. Weiter wies er darauf hin, dass gespritztes Holz auf gar keinen Fall ins Nasslager gehöre.
Mario Herz vom Amt für Waldwirtschaft berichtete über Neues aus dem Forstbezirk Wolfach. Er sprach über die Förderaussichten 2026 und die Verkehrssicherungspflicht im Privatwald. Grundsätzlich werde der Wald auf eigene Gefahr betreten, es bestehe keine Haftung bei waldtypischen Gefahren. Wichtig sei, die Verkehrssicherungskontrollen genau zu dokumentieren.
In seinem Geschäftsbericht für 2025 berichtete Geschäftsführer Robert Müller von 87 441 Festmetern Holz, die an 67 Kunden verkauft wurden. Das sei die größte Vermarktungsmenge seit Bestehen der FBG. Dabei sei 2025 fast kein Kalamitätsholz angefallen. Die Holzpreise hätten deutlich zugelegt. Derzeit sei es ratsam, die Bestände zu durchforsten, riet Müller. „Diese Situation hatten wir schon lange nicht mehr, deshalb Feuer frei für die Motorsägen.“
Als „hauptamtlichen Waldlobbyisten“ bezeichnete sich Jerg Hilt von der Forstkammer Baden-Württemberg. Der Wald sei ein mächtiger Faktor beim Klimawandel. Die europäische Verordnung dazu sei ein Bürokratiemonster. Zum Glück gebe es ein neues, entschärftes Bundeswaldgesetz, erklärte er, warb für eine Mitgliedschaft der 150 FBGen Baden-Württembergs in der Forstkammer und lobte die Holzbewirtschaftung im Ortenaukreis als vorbildlich und leistungsfähig.
Preise 2026
Für 2026 habe es noch einmal einen deutlichen Preisanstieg um zehn Prozent gegeben. Bei der Douglasie lägen die Preise bei etwa 145 Euro im Leitsortiment, bei der Kiefer knapp über 90 Euro.