Langjährige Mitglieder des VfL Nagold konnten bei der Hauptversammlung im Kubus geehrt werden. Foto: Priestersbach

Die Hauptversammlung des VfL Nagold stand ganz im Zeichen des 175-jährigen Jubiläums, das in den kommenden Wochen und Monaten noch gebührend gefeiert wird. Zudem konnten im Kubus etliche VfL-Mitglieder für ihre jahrzehntelange Vereinstreue ausgezeichnet werden.

Nagold - "Wir sind gut aufgestellt und erfolgreich", stellte Holger Ehnes fest, der im vergangenen Jahr das Amt des ersten Vorsitzenden übernommen hatte. "Das war schon eine ganz schöne Umstellung", erklärte er zudem mit Blick auf das neue Vorstandsteam – und fügte hinzu: "Als Vorsitzender merkt man erst, was alles hinter einem Verein mit 1600 Mitgliedern steckt". Doch sei gerade das Jubiläum sehr motivierend, und es mache Spaß, was da an Aktivitäten läuft.

Klar war auch Corona ein Thema, nachdem die Pandemie im vergangenen Jahr dafür gesorgt hatte, dass der Sportbetrieb fünf Monate lang eingestellt werden musste. "Das ist für einen Sportverein keine leichte Situation", betonte Holger Ehnes. Zwar gebe es derzeit keine Einschränkungen mehr wegen Corona, "aber niemand weiß, ob sie wiederkommen". Erfreulich fand es der Vorsitzende in seiner Rückschau, dass im letzten Jahr unterm Strich 50 neue Mitglieder gewonnen wurden.

Finanziell gut verkraftet

Weil das Amt des Kassiers im größten Nagolder Verein weiterhin vakant ist, übernahm der VfL-Vorsitzende ebenfalls den Kassenbericht. Auf der einen Seite hatte Corona im vergangenen Jahr für rückläufige Einnahmen gesorgt, weil zugleich aber durch den Stillstand im Sportbetrieb viel Geld gespart wurde, präsentierte der Vorsitzende einen stattlichen Überschuss. Vor diesem Hintergrund betonte Holger Enes: "Wir haben Corona finanziell sehr gut verkraftet, aber dieses Ergebnis wird sich 2022 nicht wiederholen".

Über den Start der Fußballschule informierte der zweite Vorsitzende Uli Hamannn die Versammlung. Im neuen "Talentwerk" werden unter der Regie von Mustafa Naim individuelle Fördereinheiten angeboten. Ziel sei es, so Uli Hamann, die Jugendfußballer sportlich und menschlich auszubilden –sowie letztlich auch das fußballerische Niveau zu heben und den "Nagolder Weg" weiter zu stärken.

Unterschiedliche Jubiläumsaktionen

Auf die Jubiläumsplanungen machte Gerd Hufschmidt aufmerksam. Wie der dritte Vorsitzende deutlich machte, wolle man das ganze Jahr über unterschiedliche Gruppen ansprechen; sei es mit dem Ehrenamtsfest oder einem Kindersportfest im Kleb und dem parallel stattfindenden Soccer-Turnier. Im September ist schließlich noch ein Festakt in der Stadthalle geplant. Nicht unerwähnt ließ Gerd Hufschmidt in seinen Ausführungen den Umstand, dass der Sport viel dazu beitragen könne, dass die Ukraine-Flüchtlinge in Nagold ankommen. Dazu brauche es aber auch "Brückenbauer", die den Flüchtlingen den Einstieg erleichtern.

Aus dem Bericht von VfL-Geschäftsführerin Ulrike Fürgut ging hervor, dass die Kinder aus der Kindersportschule zwischenzeitlich vollwertige VfL-Mitglieder sind, die gleichzeitig in anderen Sportarten mehrgleisig fahren können. Weil sich viele Menschen scheuen, in Vereine einzutreten, soll im VfL Nagold das Kurs-Modell gestärkt werden. Zum echten Renner haben sich dabei die Schwimm-Kurse entwickelt. "Da können wir uns vor Anmeldungen kaum retten", so Ulrike Fürgut.

Quicklebendiger Verein

Von einem trotz seiner 175-jährigen Historie "quicklebendigen Verein" sprach Oberbürgermeister Jürgen Großmann in seinem Grußwort. Gleichzeitig freute er sich über die sportlichen Erfolge im Jubiläumsjahr, aber auch die Zusammenarbeit zwischen Verein und Stadt sei ausgesprochen angenehm. Ein Dauerthema seit Jahren ist der marode Zustand der Eisberghalle. Da sei man in den vergangenen Jahren oft durch die Förderung gefallen, doch sobald eine Förderzusage vorliege, sei eine Kernsanierung geplant. Gleichzeitig wies er darauf hin, dass derzeit die Installation einer Flutlichtanlage für den Rasenplatz im Reinhold-Fleckenstein-Stadion geprüft werde.

Bei den turnusmäßigen Wahlen wurde anschließend Uli Hamann als zweiter Vorsitzender ebenso im Amt bestätigt, wie Walther Beck als Beisitzer und Schriftführer Heiko Hofmann. Für das Amt des Kassiers konnte noch kein Kandidat präsentiert werden, aber Holger Ehnes zeigte sich zuversichtlich, dass man diese Funktion im kommenden Jahr wiederbesetzen kann. Einstimmig ging außerdem der Antrag des Vorstandes durch, den Passus zum Sonderbeitrag für den Geschäftsführer bei gleichzeitiger Beibehaltung der aktuellen Beitragshöhe aus der Satzung zu streichen.

70 Jahre Vereinstreue

"So treue Mitglieder brauchen wir auch in Zukunft", unterstrich Holger Ehnes bei den Ehrungen von zahlreichen langjährigen VfL-Mitgliedern, die er zugleich als Vorbilder bezeichnete. Nicht alltäglich war dabei vor allem die Auszeichnung von Alfons Bollinger, Eckhart Kern und Werner Schühle, die dem VfL Nagold sage und schreibe 70 Jahre die Treue halten.

Auf ebenfalls stolze 60 Jahre Vereinstreue bringen es Ulrich Benz und Karl Braun – und seit einem halben Jahrhundert gehören Ernst Gote, Manfred Grimm, Otto Grüninger, Rudi Joos, Christel Menzel, Anita Schmid, Wolfgang Schroth, Winfried Steck und Heidi Tietze zum VfL Nagold. Seit 25 Jahren sind Sven Adamski, Nicole Brenner, Angelo Cuomo, Bernd Dangelmaier, Thomas Ensslen, Lucas Fehrenbach, Hartmut Fuchs, Jasmin Günther, Corinna Grimm, Dominic Hammer, Julia Haselwander, Roswitha Haselwander, Frieder Kälber, Corinna Kalmbach Ftits, Anja Kühnert, Siegfried Kern, Elisabeth Rähle und Manuela Steck VfL-Mitglieder.

Verabschiedet wurde jetzt auch offiziell Achim Burrer, der das Amt des Kassiers beim VfL Nagold sieben Jahre lang erfolgreich wahrgenommen und die VfL-Finanzen in ein ruhigeres Fahrwasser geführt hatte.