Bereits kommende Woche beginnen die Arbeiten. Aus dem Freudenstädter Hauptbahnhof wird ein Zukunftsbahnhof – so der Plan. Doch, und das ist wichtig für Reisende: Der Bahnhof bleibt während der gesamten Bauzeit nutzbar.
Der Hauptbahnhof ist derzeit weiß Gott keine Visitenkarte für Freudenstadt. Das soll mittelfristig Vergangenheit sein: Aus dem Hauptbahnhof wird ein Zukunftsbahnhof. Das erklärten Vertreter der Deutschen Bahn (DB) und der Stadtverwaltung vor der Presse.
Die Arbeiten für die Komplettsanierung beginnen bereits kommende Woche beim Dach und sollen sich in Bauabschnitten bis ins Jahr 2027 ziehen. Auf die Gartenschau wird Rücksicht genommen, der Bahnhof wird während der gesamten Bauzeit nutzbar sein. Die Kosten liegen bei rund drei Millionen Euro, Finanzquellen von Bund und Land werden angezapft.
Bahnhofsvorplatz wird miteinbezogen
Erste Planungen liegen Jahre zurück. Jetzt setzten sich der ehemalige und der neue Freudenstädter Oberbürgermeister, Julian Osswald und Adrian Sonder, für den raschen Baubeginn ein. Gemeinsame Pläne und aktuelle Abstimmungen erfolgten im vertrauensvollen Miteinander, bestätigten sich Vertreter von Bahn und Stadt gegenseitig. Dazu waren von der DB InfraGo aus Karlsruhe Martin Karl-Heinz Büchle und Jochen Wagner gekommen, von der Stadt Oberbürgermeister Adrian Sonder und Thomas Gärtner, Leiter des Amts für Stadtentwicklung.
Innerhalb der bundesweiten Strategie „Starke Schiene“ spielt das Projekt Zukunftsbahnhof eine gewichtige Rolle, führte Büchle aus. Im Fall Freudenstadt bedeutet dies, dass der im Besitz der Stadt befindliche Bahnhofsvorplatz – nicht weniger ramponiert als der Bahnhof selbst – mit einbezogen wird. Die Gebäudesanierung erfolge unter Auflagen des Denkmalschutzes, unter Berücksichtigung des Klimawandels und moderner Energieversorgung.
Derzeit vier unterschiedliche Fassaden
Aus den einzelnen Gebäudeteilen mit vier unterschiedlichen Fassaden soll ein harmonisches Gesamtbild geschaffen werden mit neuer Fassade Fenstern, Türen und Anschlüssen. Die Wartehalle mit dem Laden für Reisebedarf bekommt rustikale Bänke, eine neue Heizung, moderne Automaten, eine Decke aus Holzpaneelen. „Das Thema Schwarzwald wollen wir aufgreifen“, sagte Büchle zur Ausgestaltung. Der Bahnhof wird weiterhin barrierefrei sein, Informationsmöglichkeiten für Reisende werden modernisiert.
Im Außenbereich müsse der Bahnhofsvorplatz „ertüchtigt werden“, kündigte OB Sonder an. Das bedeute „zeitnahe“ Lösungen für Omnibusspuren, Taxistände und Parkplätze. Der „Infrastruktur“ unter dem brüchigen Teerbelag der Straßen werden sich wohl die Stadtwerke annehmen müssen. Sonder und Gärtner kündigten an, dem Gemeinderat dafür detaillierte Vorschläge zu unterbreiten.
Die touristische Attraktivität Freudenstadts
Die Umsetzung soll in Etappen erfolgen. „Die Bahn hat Wort gehalten“, kommentierte Sonder den überraschend plötzlichen Beginn der Sanierung. Das Projekt werde über die Gartenschau hinaus die Infrastruktur und touristische Attraktivität Freudenstadts verbessern. In seinen Gesprächen mit der DB habe er sich über das große Interesse der Bahn an Freudenstadt und deren Überzeugung von der Zukunftsfähigkeit des Vorhabens gefreut.
Das Ziel aller Bemühungen um den Hauptbahnhof kommentierte Jochen Wagner von der DB Karlsruhe mit folgenden Worten: „Wir wollen, dass alle Bürger am Ende sagen: ‚Jetzt guck doch mal, das ist doch schön!‘.“
Ein regionaler Knoten im Nordschwarzwald
Zukunftsbahnhöfe
sollen mit innovativen Servicelösungen und neuen Ideen die Zufriedenheit von Reisenden und Besuchern erhöhen und den Aufenthalt im Bahnhof attraktiver gestalten. Ganzheitlichkeit und Nachhaltigkeit stehen im Vordergrund, so Martin Karl-Heinz Büchle. Der Hauptbahnhof Freudenstadt eigne sich mit täglich rund 3000 Reisenden als wichtiger regionaler Knoten im Nordschwarzwald dafür, Zukunftsbahnhof zu werden. Die Zahl der Reisenden habe sich gegenüber der Vor-Corona-Jahre um zehn Prozent erhöht.
Der Stadtbahnhof
soll laut Oberbürgermeister Sonder für die Gartenschau mit geeigneten Maßnahmen aufgehübscht werden, aus finanziellen Gründen allerdings nur „minimal invasiv“. Mit dem Gemeinderat sei eine Art Infopoint, wie er einst von der Erlacher Höhe im Stadtbahnhof betrieben wurde, erörtert worden. Sonder konnte sich den Informationsstand allerdings „nur unter starkem bürgerlichen und ehrenamtlichen Engagement“ vorstellen.