Die Planung für den neuen Bahnhofsvorplatz nimmt Gestalt an. Das Bild zeigt Oberbürgermeister Adrian Sonder (links) und Amtsleiter Thomas Gärtner mit dem Entwurf. Foto: Rath/Stadtverwaltung

Trotz der schwierigen Haushaltslage treibt die Stadt Freudenstadt ein Großprojekt voran. Worum es geht und wie das Vorhaben finanziert werden soll.

Die Stadt Freudenstadt treibt die Planung für die komplette Neugestaltung des Vorplatzes am Hauptbahnhof voran. Der Gemeinderat hat mit seinem Grundsatzbeschluss zum Projekt und zum weiteren Vorgehen den Weg dafür bereitet.

 

„Wir haben trotz der schwierigen Haushaltslage eines der größten Infrastrukturprojekte der letzten Jahrzehnte auf den Weg gebracht. Dies war nur möglich, weil wir neue Wege der Finanzierung gehen und eine Förderung in Höhe von 85 Prozent bekommen werden“, so Oberbürgermeister Arian Sonder laut einer Mitteilung der Stadt.

Dem Hauptbahnhof Freudenstadt kommt als Verkehrsknotenpunkt eine bedeutende Funktion zu. Er ist Drehscheibe für den Bahnverkehr in und aus Richtung Gäubahn, Karlsruhe sowie ins Kinzigtal. Auch für den Fremdenverkehr ist er von großer Bedeutung.

Moderner Mobilitätsknoten

„Gemeinsam mit den Investitionen der Deutschen Bahn an den Bahnhofsgebäuden soll der Hauptbahnhof ein moderner Mobilitätsknotenpunkt werden“, so Sonder. Auch für Pendler sowie als umweltfreundliches Mobilitätsangebot in Verbindung mit Anschluss an den Busverkehr, E-Car-Sharing und Radverkehr kommt dem Hauptbahnhof eine wachsende Bedeutung zu.

Die Bahn-Tochter DB InfraGO investiert aktuell kräftig in die Modernisierung des Ankunftsgebäudes. Rund 3,5 Millionen Euro fließen bis 2027 in die Renovierung und Modernisierung des rund 100 Jahre alten Gebäudes, das unter Denkmalschutz steht. Der historische Charakter wird dabei erhalten. Im Zuge des Projekts sagte die Stadt zu, den Bahnhofsvorplatz neu zu gestalten.

Eigenanteil wird auf mehrere Haushaltsjahre gestreckt

„Trotz extrem enger Spielräume müssen wir das Projekt jetzt angehen. Als Stadt stehen wir bei der Bahn im Wort und wollen als verlässliche Partnerin unsere Zusagen auch einhalten“, so der Oberbürgermeister. Außerdem seien die Umstände günstig: Die Stadt hat eine Förderung von 85 Prozent der anrechenbaren Baukosten in Aussicht gestellt bekommen. Der städtische Eigenanteil von rund 620 000 Euro soll über mehrere Haushaltsjahre gestreckt und über ein besonderes Kreditmodell mit der LBBW Immobilien Kommunalentwicklung GmbH finanziert werden.

Stadt hofft auf Baustart 2028

Die Stadt hofft auf einen Baustart im Jahr 2028. Vorgesehen sind unter anderem eine neue Straßenanbindung, Parkplätze, Stellplätze für Car-Sharing-Fahrzeuge, eine Abstellanlage für Fahrräder und ein neuer und insbesondere barrierefreie Bussteig. Darüber hinaus sollen Bäume gepflanzt und Grünflächen zur Steigerung der Aufenthaltsqualität angelegt werden.

Die Sanierung von Bahnhof samt Vorplatz markiert den vorläufigen Abschluss der städtebaulichen Sanierung des kompletten Stadtquartiers. Mit dem Umbau des ehemaligen EnBW-Gebäudes zum Campus Schwarzwald, der neuen Straßenführung mit Kreisverkehren und dem Bau eines Discounters und eines Biomarkts direkt am Hauptbahnhof wurden zahlreiche Maßnahmen bereits umgesetzt. In unmittelbarer Nähe entstanden zahlreiche neue Wohnungen.

Wasserstoff-Forschungsprojekt geplant

Die Universität Stuttgart plant am Campus die Ansiedlung eines Wasserstoff-Forschungsprojekts. Stadt und Uni haben sich in der Frage des Grundstücks, das an die Hochschule zunächst verpachtet werden soll, bereits geeinigt.