Ihrer Arbeit als Hauptamtsleiterin im Winterlinger Rathaus ist sie mit Freude nachgegangen: Und doch verlässt Christina Bammert zum Jahresende ihren Posten. Grund ist eine Gelegenheit, die sie nutzen will – die aber unvereinbar mit der Vollzeit-Stelle ist
Leuchtende Augen und ein strahlendes Lächeln zieren das Gesicht von Christina Bammert, wenn sie über ihre Arbeit im Rathaus Winterlingen spricht: Vom 1. September 2022 an hat sie den Posten der Hauptamtsleiterin von Ludwig Maag übernommen, der sie bis Ende Januar 2023 eingelernt hat. Und doch wird sie zum Jahresende diese Stelle verlassen und ein neues Kapitel aufschlagen.
Aber auch die bisherigen Kapitel sind einen Blick wert – was nicht zuletzt der Vielfalt des Berufes geschuldet ist. „Als Hauptamtsleiterin bin ich zuständig für die Organisation von rund 85 Mitarbeitern in Rathaus, Kindergärten und Bauhof“, erklärt sie.
So nah an den Menschen in der Gemeinde – das macht ihr viel Freude
Neben Personalfragen und dem Bearbeiten von Rechnungen gehören auch das Gesundheitsmanagement, Besprechungen mit der Feuerwehr, Jugend- und Sozialarbeit in Kooperation mit dem Haus Nazareth, Mittelanmeldung im Haushalt und die Partnerschaft mit der polnischen Stadt Izbica zu ihren Aufgaben.
„Es macht mir einfach unglaublich Spaß, so nah am Gemeindeleben zu sein und dieses aktiv mitzugestalten“, sagt sie. Bei der Feuerwehr-Satzung, die in der Dezember-Sitzung des Gemeinderates vorgestellt werden soll, sei es etwa ein schönes Gefühl, ein solches Werk auf den Weg zu bringen.
Wie es sich entwickeln wird, wird sie ab 2025 aber aus der Ferne mitverfolgen müssen. Denn zum Jahreswechsel wird Christina Bammert eine andere Stelle antreten – und zwar eine 70-Prozent-Stelle als Leiterin der Fachabteilung „Servicecenter Bildung und Betreuung“ der Stadtverwaltung Tübingen. Auch der Umzug nach Tübingen ist bereits in Planung.
Was aber hat sie bewogen, nach knapp über zwei Jahren die Winterlinger Verwaltung zu verlassen? „Mir hat sich die Möglichkeit eröffnet, an der Universität Konstanz im Bereich Politik und Verwaltungswissenschaften zu promovieren.“ In dem Landkreis ist zudem das Projekt „Baden-Württemberg schützt – Traumarehabilitation für Geflüchtete in Baden-Württemberg“ angesiedelt. „Innerhalb dieses Projektes beleuchte ich die Machbarkeit und mögliche Umsetzungswege mentaler Gesundheitsfürsorge in öffentlichen Behörden“, erklärt sie.
Dabei will Bammert erforschen, wie diese Beziehung optimiert werden kann, um die mentale Gesundheitsversorgung im behördlichen Bereich auf stabile Füße zu stellen. „Es ist eine Gelegenheit, die ich nicht verstreichen lassen wollte“, sagt sie.
Das Hauptamt in Teilzeit – ein Ding der Unmöglichkeit
Und eine Gelegenheit, die sie schlussendlich zur Trennung bewogen hat: In Vollzeit arbeiten und nebenbei promovieren wollte sie nicht, und in Teilzeit bei der Winterlinger Verwaltung arbeiten, war nicht möglich – wegen des breitgefächerten Aufgabengebietes war eine Reduzierung auf eine Teilzeit-Stelle nicht machbar. Deswegen suchte sie nach einer Teilzeit-Führungsstelle und wurde in Tübingen fündig.
Wie es ab 2025 in der Winterlinger Verwaltung weitergeht, wird derzeit erarbeitet. Laut Bürgermeister Michael Maier wird die Stelle der Hauptamtsleitung aber nicht wieder ausgeschrieben. Und was, wenn er im Urlaub oder krank ist? „In Abwesenheit des Bürgermeisters wird er durch Rainer Pfersich und Roland Heck im Gemeinderat vertreten“, erklärt Christina Bammert. „Weisungsbefugt im Rathaus ist dann Kämmerer Bodo Erath.“ Ist er nicht da, geht der Staffelstab an die Hauptamtsleitung – noch.