Da die beiden Jungstörche viel Platz für ihre täglichen Flugübungen benötigen, weichen die Storcheneltern auf andere Plätze aus. Foto: Krafczyk

Nachdem es im Nest auf dem Kirchenturm allmählich eng wurde, hat der Nachwuchs mit seinen Flugübungen begonnen. Die beiden jungen Störche stehen dabei noch unter Aufsicht ihrer Eltern. Eine Beringung wird es in diesem Jahr aber nicht geben.

Dass es im Haslacher Storchennest auf dem Kirchturm von St. Arbogast immer enger wird, das lässt sich in diesen Tagen recht deutlich erkennen. Da die beiden Jungstörche viel Platz für ihre täglichen Flugübungen benötigen, weichen die Storcheneltern immer häufiger auf Plätze aus, die in der Umgebung des Kirchturmes liegen, so auf dem Kirchendach oder gar auf dem des alten Pfarrhauses.

 

Alles, wie es sich zeigt, immer noch unter einer gewissen Aufsicht der Storcheneltern. Beim ersten Rundflug dann aber zeigte sich, dass die Jungstörche alleine unter Beweis stellen müssen, dass sie des Fliegens mächtig sind, um schließlich wieder den Weg zurück in ihr angestammtes Nest in 61 Metern Höhe zu schaffen.

Rudi Allgaier, der für das Kinzigtal zwischen Ortenberg und Hausach zuständige Storchenbeauftragte, ist in diesen Wochen tagtäglich unterwegs, um die Storchenentwicklung aufmerksam zu beobachten. Er konnte schon vor Tagen die bereits ersten Flugversuche über den Dächern von „Alt-Hasle“ beobachten. So dürfte es nur noch wenige Tage dauern, bis im Nest wieder etwas mehr Ruhe einkehren wird, dann wenn die Storchenfamilie gemeinsam auf Nahrungssuche unterwegs sein wird.

Die Storchenfreunde blicken so zuversichtlich den kommenden Wochen entgegen, ist doch bisher alles ohne jegliche Unpässlichkeiten abgelaufen und nur eines war in diesem Jahr auf Grund verschiedener Hindernisse ausgefallen, nämlich die schon zur guten Tradition gewordene Storchenberingung.

Somit bleiben die beiden Jungstörche in diesem Jahr ohne die sonst üblichen Erkennungsringe und die Storchenfreunde um Rudi Allgaier rechnen damit, dass spätestens Anfang August sich die Jungstörche auf den Weg Richtung Süden machen, wobei ein noch etwas früherer Termin nicht ausgeschlossen ist, denn gerade in diesem Jahr war zeitlich gesehen doch so manches aus dem üblichen Zeitrahmen gefallen.

Insgesamt ist 2024 kein gutes Jahr für die Kinzigtäler Störche. 25 Paare haben im Kinzigtal gebrütet. Aufgrund der Kälte und Nässe zu Beginn des Frühjahrs sind viele Jungen verendet. Storchenküken haben noch kein dichtes Federkleid und als es ins Nest regnete, bildeten der Kot der Vögel und das Wasser eine Schlammschmiere, die die Kleinen auskühlen ließ (wir berichteten).

Kolonie in Hausach

Während die Haslacher Störche höchst territorial sind, keine Artgenossen in der Nähe dulden und den Kirchturm vehement gegen sie verteidigen, gibt es in Hausach sowohl auf der Stadt- als auch auf der Dorfkirche mittlerweile Kolonien. In Hausach-Dorf brüteten dieses Jahr zum Beispiel fünf Paare.